DVD-Review: Star Wars Episode V: Das Imperium schlägt zurück

220px-SW_-_Empire_Strikes_Back

Regie: Irvin Kershner

Darsteller: Mark Hamill, Harrison Ford, Carrie Fisher, Anthony Daniels, Kenny Baker, Alec Guinness, Peter Mayhew, David Prowse

Laufzeit: 122 Minuten

Erscheinungsjahr: 1980

FSK: ab 12 Jahren

Zur Handlung:

Es ist drei Jahre her, seit die Rebellen in der Schlacht um Yavin IV den Todesstern des Imperiums vernichten konnten.

 

 

Sneak Review: I love you, Phillip Morris


Regie: Glenn Ficarra, John Requa

Darsteller: Jim Carrey, Ewan McGregor, Rodrigo Santoro, Leslie Mann

Laufzeit: 102 Minuten

Kinostart in Deutschland: 29.04.2010

FSK: noch nicht geprüft

Zur Handlung:
Steven Russell (Jim Carrey) führt ein unauffälliges Leben. Seine Ehe mit Debbie (Leslie Mann) verläuft harmonisch, er hat eine süße Tochter, ist populär und hat keine Probleme in seinem Job als Polizist. Da er allerdings als Kind adoptiert worden ist, macht er sich auf die Suche nach seiner richtigen Mutter (Marylouise Burke). Als er sie gefunden hat, weist sie ihn jedoch brüsk zurück.
Russell zieht daraufhin mit seiner Familie nach Texas, wo er sich relativ schnell ein erfolgreiches Leben aufbaut. Nachdem er jedoch Opfer eines Autounfalls wird, entscheidet er sich, keine Lüge leben zu wollen, outet sich als homosexuell und verlässt seine Familie, um ein neues Leben zu beginnen. Da sich das Leben mit seinem neuen Partner Jimmy (Rodrigo Santoro) jedoch als sehr kostspielig erweist, beginnt er, um seinen hohen Lebensstandard halten zu können, mit kleineren Betrügereien. Als er dabei jedoch erwischt wird, versucht er zunächst, sich selbst umzubringen, wird jedoch gerettet und landet letztlich im Gefängnis.
Dort begegnet er nach einiger Zeit dem ebenfalls inhaftierten Phillip Morris (Ewan McGregor), dem er sich als Anwalt vorstellt. Nach einiger Zeit werden die beiden ein Liebespaar, wobei Russell seinen Einfluss nutzt, um den beiden das Leben angenehmer zu machen. Nachdem er jedoch verlegt worden ist, wendet er das erstmal Tricks an, um aus der Haft entlassen zu werden und letztlich Morris als dessen Anwalt aus dem Gefängnis heraus zu holen.
Außerhalb des Gefängnisses fangen die beiden ein gemeinsames Leben an. Da Russell jedoch seinem Lebenspartner ein angenehmes Leben bieten will, beginnt er erneut mit Betrügereien. So gibt er erneut vor, ein Anwalt zu sein, um einer ehemaligen Nachbarin von Morris bei einer Klage zu helfen. Später arbeitet er bei einem Unternehmen, das Sozialabgaben verwaltet, und unterschlägt über $ 800.000, bevor er erneut gefasst wird. Bevor er jedoch abgeführt werden kann, hat ihn Morris bereits verlassen.
Im Laufe der folgenden Jahre versucht Russell immer wieder, aus dem Gefängnis auszubrechen, wird aber immer wieder nach kurzer Zeit gefasst. Wobei er bei einem Ausbruchsversuch bis zu Phillip Morris gelangt und diesen dadurch wieder ins Gefängnis bringt.
Kurze Zeit später erfährt Morris jedoch, dass sein ehemaliger Lebensgefährte HIV-positiv ist und nur noch kurze Zeit zu leben hat. Er möchte Russell noch ein letztes Mal sehen, erfährt dann aber, dass er bereits in eine Privatklinik verlegt worden ist. Kurz vor Russells Tod darf Morris dann noch einmal mit ihm telefonieren, bevor Russell dann stirbt…
Wie er glaubt, denn Russell hat mit Hilfe von Tabletten und gefälschten Unterlagen seine eigene HIV-Erkrankung und seinen Tod vorgetäuscht, um Morris letztlich erneut befreien zu können. Doch bevor es zur Bewährungsverhandlung kommen kann, wird Russell erneut entdeckt und letztlich zu einer Haftstrafe von 144 Jahren verurteilt.

Kritik:
Was eigentlich nach einer völlig unrealistischen Geschichte klingt, hat sich tatsächlich so abgespielt. Zwischen 1993 und 1998 wurde Steven Jay Russell zu einem der berühmtesten Betrüger und Ausbrecherkönig der USA. Auf der Grundlage seines Lebens hat der amerikanische Autor Steve McVicker das Buch “I Love You Phillip Morris: A True Story of Life, Love, and Prison Breaks” geschrieben, welches wiederum die Vorlage für diesen Film abgeliefert hat.
Verständlicherweise wurden die Zeiträume stark verkürzt dargestellt, und auch die Reihenfolge der einzelnen Ausbrüche und Wiedersehen mit Morris sind nicht zwangsläufig authentisch, allerdings legt der Film wohl auch keinen Wert auf eine realistische Wiedergabe der damaligen Geschehnisse. Vielmehr ist “I love you, Phillip Morris” eine temporeiche und kurzweilige Komödie, bei der zwar auf einige Klischees bzgl. Homosexualität und Gefängnisse eingegangen wird, ohne jedoch in irgendeiner Form homophob zu werden. Jim Carrey passt durch sein chronisches Overacting perfekt in die Rolle eines extrovertierten und selbstbewussten Betrügers, während Ewan McGregor in mir doch gemischte Gefühle erweckt: einerseits bringt er die Rolle des etwas ruhigeren Lovers gut rüber. Andererseits ist Ewan McGregor Obi-Wan Kenobi, neben Yoda wohl der coolste Jedi in der gesamten Star Wars-Republik. Und ihn jetzt als introvertierten, leicht feminin angehauchten Softie zu sehen, zerstört da doch ein Weltbild. Andererseits beweist das auch wieder, was für ein guter Schauspieler McGregor eigentlich ist.
Die Regie liefert einen soliden Job ab, obwohl der Film für beide im Prinzip die erste eigene Regiearbeit darstellt, und auch sonst ist technisch nicht viel an dem Film zu bemängeln. Zwar wird die ganze Liebesgeschichte teilweise auf dem Niveau einer Judd Apatow-Komödie verarbeitet, aber als bewusst überspitzte Darstellung lässt sich damit durchaus leben. Schade ist nur, dass in dem Film House und Techno als typische Musikrichtung von Homosexuellen dargestellt wird. Allerdings schadet dies dem Film genauso wenig wie die eher tragischen Momente, die von den wirklich hervorragend agierenden Akteuren aber auch gut getragen werden.

Fazit:
“I love you, Phillip Morris” ist als Tragikomödie sehr gelungen, wobei man natürlich keine Biographie über das Leben von Steven Jay Russell erwarten darf. Beide Hauptdarsteller füllen ihren Part gut aus, und das flotte Tempo und die kurzweilige Erzählart machen den Film unterhaltsam. Wer sich an homoerotischen Liebesszenen, die doch etwas deftiger sind als bei Brokeback Mountain, nicht stört, kann eine wirklich unterhaltsame Komödie erleben.

Bewertung: 7 von 10 Punkten.

" width="1" height="1" alt=" " />

Sneak Review: In meinem Himmel


Regie: Peter Jackson

Darsteller: Saoirse Ronan, Mark Wahlberg, Stanley Tucci, Rachel Weisz, Susan Sarandon

Laufzeit: 135 Minuten

Kinostart in Deutschland: 18. Februar 2010

FSK: ab 12 Jahren

Zur Handlung:
Wir schreiben das Jahr 1973: die 14jährige Susie Salmon (Saoirse Ronan) lebt mit ihrer Schwester Lindsey (Rose McIver), ihrem Bruder Buckley (Christian Thomas Ashdale) und ihren Eltern Jack (Mark Wahlberg) und Abigail (Rachel Weisz) in einem kleinen Ort in Pennsylvania. Wie so viele Mädchen in ihrem Alter ist auch Susie lebensfroh und aktiv. So hat sie, die den Wunsch hegt, später Fotografin werden zu können, innerhalb kürzester Zeit die 24 Filme verbraucht, die ihre Eltern ihr zusammen mit der Kamera zum Geburtstag geschenkt bekommen hat. Und genauso wie andere 14jährige ist sie in einen anderen Mitschüler verliebt; in ihrem Fall handelt es sich dabei um Ray Singh (Reece Ritchie), mit dem sie in einer Film-AG ist.
Eines Tages ereignet es sich, dass Ray sie tatsächlich um ein Date bittet. Sie nimmt an, doch bevor die beiden sich küssen können, werden sie gestört von einem Lehrer, der sich mit der (für die damalige Zeit) sehr modern denkenden Ruth (Carolyn Dando) streitet. Bevor sie endgültig verscheucht werden, schafft es Ray jedoch, in Susies Heft einen Zettel zu verstecken. Auf dem Heimweg von der Schule fällt genau dieser Zettel aus Susies Tasche. Susie verfolgt den Zettel über ein Maisfeld, wo sie dann auf ihren Nachbarn George Harvey (Stanley Tucci) trifft, der ihr etwas zeigen will. Susie kommt nie zuhause an.
Auf der Suche nach Susie findet der ermittelnde Polizist, Detective Len Fenerman (Michael Imperoli) auf dem Maisfeld einen zerstörten unterirdischen Verschlag und die blutbefleckte Mütze, die Susie an dem Tag getragen hat, und muss deswegen den Eltern mitteilen, dass Susie ermordet worden ist.
Während Susie nun in eine Art Zwischenwelt gerät und von dort aus zusammen mit Holly (Nikki SooHoo), einem weiteren Opfer Harveys, die weiteren Entwicklungen nach ihrem Tod beobachtet, versucht ihr Vater Jack mit allen Mitteln mögliche Täter zu ermitteln und so die Arbeit von Fenerman zu vereinfachen. Dabei bemerkt er doch nicht, dass seine Frau Abigail an der gesamten Situation beinahe zerbricht und letztlich ihre Familie verlassen muss, um über den Verlust hinweg zu kommen. Die Jahre vergehen, und irgendwann erkennt Jack, dass es sich bei dem Täter um Harvey handeln muss. Da er ihm die Tat jedoch nicht nachweisen kann, verfolgt er Harvey eines Nachts, um ihn an einer Stelle, wo er nicht beobachtet werden kann, umzubringen. Sein Plan scheiter jedoch und er wird selbst von einem Teenager zusammengeschlagen, der ihn mit einem Spanner verwechselt hat.
Da Jack nun nichts weiter tun kann, erkennt Susies jüngere Schwester Lindsey, inzwischen eine erfolgreiche Schülerin und Sportlerin, dass sie diejenige ist, die die Beweise finden muss. Als Harvey einmal nicht zuhause ist, bricht sie in sein Haus ein und findet dort auch ein Notizbuch mit Beweisen. Doch bevor sie aus dem Haus verschwinden kann, kehrt der Mörder ihrer Schwester zurück…

Kritik:
Man nehme: einen Bestseller, einen Oscar prämierten Regisseur (Jackson), einen Produzenten, der ebenfalls schon Oscars gewonnen hat (Steven Spielberg), zwei Oscarpreisträger (Rachel Weisz und Susan Sarandon), zwei, die bereits für einen Oscar nominiert waren (Saoirse Ronan und Mark Wahlberg), und was erhält man? Leider weniger, als diese gute Zusammenstellung verspricht. Im Gegensatz zur Romanvorlage, wo das Thema Trauerbewältigung eine wichtige Rolle spielt, wechselt Peter Jackson in seiner Verfilmung munter zwischen Fantasyfilm, Familiendrama und Suspense-Film hin und her und verliert sich dabei in Effekten und Langeweile.
Am Cast liegt es nicht: die Rollen sind alle gut besetzt, wobei Saoirse Ronan als Opfer und Erzählerin der Geschichte genauso herausragt wie Stanley Tucci, der den pädophilen Serienmörder abstoßend glaubhaft darstellt und nicht umsonst für einen Oscar nominiert worden ist. Aber auch die jüngeren, bislang weniger bekannten Darsteller wie Rose McIver überzeugen in ihren Rollen und empfehlen sich mit diesem Film für weitere Arbeiten.
Wenn man jemanden für den Film zur Verantwortung ziehen will, ist das eindeutig Peter Jackson. Anstatt, wie erwähnt, den Fokus auf die Trauerbewältigung und die weitere Entwicklung der Charaktere zu legen, prügelt er in den Szenen in der Zwischenwelt mit dem Effekte-Holzhammer auf seine Zuschauer ein – mit Bildern, die in ihrer Schönheit durchaus den Platz in einer Aero-Oberfläche bei Windows 7 finden könnten, die aber mangels tatsächlichen Kontrasts keine tatsächliche Wirkung entfalten können. Was uns Jackson stattdessen als Kontrast liefert, ist ein Versuch billigen Suspenses mit einem zwar gelungen dargestellen Antagonisten, der aber abgesehen von der einen Mordtat auch eher passiv ist und in erster Linie von der Ausstrahlung Tuccis lebt. Der einzige Teil des Films, in denen die Trauerbewältigung eine gewisse Rolle spielt, ist der Dramapart, in dem die Reaktionen der Familie Salmon nach Susies Tod dargestellt werden. Und auch hier merkt man, dass die Zersplitterung des Films in so viele Teilaspekte dem Gesamtprodukt eher schaden, denn das volle Potenzial dieses Plots wird ebenfalls nicht voll ausgeschöpft. Zwar sorgt Susan Sarandon als alkohol- und pillenabhängige Grossmutter für einige heitere Momente und lockert das Geschehen bisweilen auf, aber da die übrigen Charaktere eher blass bleiben, hält der comic relief nicht lange vor.
Zudem sorgen diese unterschiedlichen Teile des Films für einen weiteren, unangenehmen Nebeneffekt: die gesamte Handlung wirkt langatmig und unbeweglich, die Szenen ziehen sich unglaublich in die Länge, und nach einiger Zeit erwischt man sich dabei, auf die Uhr zu schauen und sich zu fragen, wie lange es jetzt wohl noch dauern mag, bis der Film endlich zu einem Schluss kommt. Zwar sind die einzelnen Handlungsstränge nicht völlig ausgereift, aber so, wie sie erzählt worden sind, hätten dem Film 30 Minuten weniger nicht geschadet, da an der Handlung einiges hätte gestrafft werden können. Der Grund dafür ist leider eindeutig die Regie. Peter Jackson war bei der “Herr der Ringe”-Trilogie auf dem absoluten Höhepunkt seines Schaffens, aber bei “In meinem Himmel” ist er leider nur noch ein Schatten seiner selbst.

Fazit:
“In meinem Himmel” ist definitiv keine leichte Kost. Nicht nur, dass das Thema eigentlich zu ernst und zu traurig ist, um einen leichtherzigen Film zu machen (dass es zumindest etwas leichtherziger geht, beweist die Romanvorlage), auch schafft es Peter Jackson nicht, auf einer subtilen Ebene mit seinem Publikum zu spielen, sondern packt stattdessen lieber den Holzhammer mit der Aufschrift “Effekte” aus. Grundsätzlich würde ich diesen Film auch nur Peter Jackson-Fans empfehlen: den Freunden von Alice Sebolds Roman dürfte der Film hingegen genauso wenig gefallen wie dem durchschnittlichen Kinogänger, der sich an der Langatmigkeit der Erzählung stören dürfte. Generell würde ich empfehlen, dass man sich das Geld an der Kinokasse spart und sich den Film später im Free-TV anschaut – auf arte sollte er ebenfalls werbefrei zu sehen sein.

Bewertung: 4 von 10 Punkten.

Sneak Review: Nanga Parbat


Regie: Joseph Vilsmaier

Darsteller: Florian Stetter, Andreas Tobias, Karl Markowicz, Jule Ronstedt

Laufzeit: 104 Minuten

Kinostart in Deutschland: 14.01.2010

FSK: ab 6 Jahre

Zur Handlung:
Im Jahre 1970 macht sich eine Expedition, geleitet von dem Münchner Arzt Dr. Dr. Karl Maria Herrligkoffer (Karl Markowicz) auf den Weg nach Pakistan, um den “Schicksalsberg der Deutschen”, den Nanga Parbat, zu besteigen. Zwei der Teilnehmer waren die beiden jungen Südtiroler Reinhold (Florian Stetter) und Günther (Andreas Tobias) Messner.
Dieser Film berichtet von dieser Expedition aus der Sicht Reinholds, der sich damit nicht nur den Traum erfüllt hat, seinen ersten Achttausender zu erklimmen, sondern auch der erste zu sein, der den Nanga Parbat über die Rupal-Wand zu besteigen – und letztlich auch zu überschreiten, da die beiden für den Rückweg einen anderen Weg wählen mussten. Leider war diese Überschreitung für die beiden der einzige Weg zu überleben – und nur einer hat es geschafft: Günther bleibt, höhenkrank und erschöpft, auf dem Rückweg zurück und wird von einer Lawine verschüttet, während Reinhold den Absteig komplett schafft und von Pakistanis gerettet wird. Reinhold trifft auf dem Weg in eine größere Stadt wieder auf die Expeditionsgruppe um Herrligkoffer, die das Basislager nach der Rückkehr der (ebenfalls erfolgreichen) Seilschaft um Peter Scholz (Sebastian Wezzel) und Felix Kuen (Steffen Schroeder) das Basislager abgebrochen hat und aufgrund der Vermutung, dass beide Messners am Berg gestorben sind, zurückreisen wollte. Reinhold wird ärztlich versorgt und besucht nachher eine Pressekonferenz von Herrligkoffer, um dort einige Anschuldigungen klarzustellen, die sein Expeditionsleiter gegen ihn erhoben hat.

Kritik:
Dieser Film ist eine Mischung aus einer realen, fast biographischen Verfilmung eines tatsächlichen Ereignisses und einem fiktiven Abenteuerfilms/Dramas. Während die im Film vorkommenden Personen größtenteils real sind, so ist doch der tatsächliche Verlauf des Auf- und Abstiegs der Messners nicht mehr nachweisbar, da Reinhold der einzige ist, der von dem Gipfelsturm der Messner vollständig berichten kann. Auch soll die Darstellung einzelner Expeditionsteilnehmer eher fiktiv sein: so wird Karl Maria Herrligkoffer als ein in den dreißiger Jahren stehengebliebener und nur bedingt kompetenter Expeditionsleiter gezeigt, während Peter Scholz und Felix Kuen teilweise sehr opportunistische Züge erhalten haben. Während Herrligkoffer zwar tatsächlich wegen seines bisweilen sehr autoritären Führungsstils und seiner Geltungssucht zu Lebzeiten in der Kritik stand, wurde die Darstellung von Scholz und Kuen durch andere damalige Expeditionsteilnehmer bisweilen stark kritisiert. Dennoch fällt stark auf, dass Herrligkoffers Rolle bis zur Lächerlichkeit überspitzt dargestellt worden ist.
Ansonsten ist der Film solide deutsche Qualität, wie man sie bei einem Regisseur wie Joseph Vilsmaier erwarten darf. Die Aufnahmen zeigen viele sehr schöne Bilder (sowohl des Himalayas als auch von Pakistan), die Filmmusik von Gustavo Santaolalla (zwei Oscars für Brokeback Mountain und Babel) ist über jeden Verdacht erhaben, und die bislang eher unbekannten Hauptdarsteller liefern einen guten Job ab. Dies ist allerdings eher von geringerer Bedeutung, da sich der Zuschauer eher von der spannenden, da teilweise realen Geschichte und den wirklich gelungenen Effekten fesseln lassen wird als von der Schauspielerleistung.

Fazit:
Nanga Parbat wird wohl kein Film werden, der große Zuschauerzahlen in die Kinos locken wird. Zu gering dürfte das Interesse an einer Thematik sein, bei der man wohl einiges an Hintergrundwissen mitbringen sollte, um genau erfassen zu können, welche Bedeutung die Expedition an sich und auch die einzelnen Aktionen im Rahmen der Expedition haben. Für Fans des Bergsteigens und Anhänger von Reinhold Messner dürfte der Film, der sowohl Messners ersten großen Triumph als auch seine größte Niederlage angemessen würdigt, jedoch sehr reizvoll sein. Für alle anderen wäre es jedoch empfehlenswert, sich vor dem durchaus sehenswerten Film einige Texte zum Thema Nanga Parbat und Bergsteigen durchzulesen. Dies dürfte gerade für die Verständlichkeit dieses durchaus kurzweiligen Filmes von Nutzen sein. Wer sich jedoch nicht ernsthaft für das Thema begeistern lassen kann, sollte vielleicht doch besser auf die DVD oder die Free TV-Premiere warten.

Bewertung: 6 von 10 Punkten.

Sneak Review: 13 Semester – Der frühe Vogel kann mich mal


Regie: Frieder Wittich

Darsteller: Max Riemelt, Robert Gwisdek, Alexander Fehling, Claudia Eisinger

Laufzeit: 101 Minuten

Kinostart in Deutschland: 07. Januar 2010

FSK: vermutlich ab 0 Jahren

Zur Handlung:
Es ist 2001. Moritz (Riemelt) und Dirk (Gwisdek) haben gerade ihr Abitur geschafft und ziehen nun nach Darmstadt, um dort Wirtschaftsmathematik zu studieren. Wie alle Erstsemester leiden auch die beiden unter den üblichen Anfängerproblemen: Wo soll man wohnen, mit wem soll man lernen, und wie lernt man überhaupt dort am besten neue Leute kennen? Während Dirk relativ schnell bei seinem Kommilitonen Käthe (Daniel Zillmann) in die WG ziehen kann, muss sich Moritz eine Wohnung mit dem Architekturstudenten und Lebemann Bernd (Fehling) teilen. Über Bernd lernt Moritz jedoch nicht nur das Nachtleben, sondern auch Kerstin (Eisinger) kennen, in die er sich recht schnell verliebt.
Die Semester ziehen ins Land, und während Dirk sein Studium recht erfolgreich bestreitet, kommt Moritz nicht wirklich klar und verliert den Anschluß, geht ins Ausland, sucht sich einen Nebenjob und scheitert mehrfach bei seinen Prüfungen. Letztlich wird er die Hilfe all seiner Freunde brauchen, wenn er das Studium wirklich schaffen will…

Kritik:
Auch wenn der Titel und die Thematik vielleicht anfänglich auf etwas anderes hindeuten, ist “13 Semester” keine stumpfe Studentenkomödie im Stil von “Party Animals” – im Gegenteil, trotz vieler wirklicher Brüllerszenen versteht sich der Film dennoch darauf, auch die richtigen Probleme von Studenten aufzuzeigen: da wäre zum Einen das Sich-Entfremden der ehemals besten Freunde Moritz und Dirk, dann auch die Krise, die beide durchleben: zum einen Moritz, der das Leben außerhalb der Uni geniesst und dafür mit dem Studium nicht zurecht kommt, andererseits Dirk, der zwar erfolgreich im Studium war, aber danach direkt eine Stelle gefunden hat und sich nun fragt, ob er nicht etwas im Leben verpasst hat. Von solchen und vergleichbaren leisen Tönen lebt der Film genauso wie von teilweise zotigen Gags wie das Busenmemory, das er zusammen mit Bernd spielt oder ihr Versuch, mit einem Schneeballsystem Geld zu verdienen.
Ebenfalls erfreulich ist der Einsatz von jungen und unverbrauchten Schauspielern, an denen man sich noch nicht satt gesehen hat. Trotz ihrer verhältnismäßigen Jugend beweisen Max Riemelt, Claudia Eisinger und Co., dass sie ihre Rollen glaubhaft spielen können.

Fazit:
“13 Semester – Der frühe Vögel kann mich mal” ist eine überraschend gelungene Komödie, die ähnlich wie seinerzeit der Film “Schule” das Leben junger Erwachsener mit einer Mischung aus Humor und dem notwendigen Fingerspitzengefühl zeigt. Zwar dürfte es sich nicht um den Topfilm dieses Winters handeln, dennoch ist “13 Semester” ein guter Geheimtipp und zeigt, dass das junge deutsche Kino durchaus im Vormarsch ist. Empfehlenswert!

Bewertung: 7 von 10 Punkten.

1 2 3