Sneak-Review: Wie durch ein Wunder

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Regie: Burr Steers

Darsteller: Zac Efron, Charlie Tahan, Amanda Crew, Kim Basinger, Ray Liotta, Donal Logue, Augustus Prew

Laufzeit: 100 Minuten

Kinostart in Deutschland: 07.10.2010

FSK: ab 6 Jahren

Zur Handlung:

Wir schreiben das Jahr 2005. Charlie St. Cloud (Efron) ist ein Gewinner-Typ. Zusammen mit seinem kleinen Bruder Sam (Tahan) gewinnt er eine Segelregatta und damit ein Stipendium für die Stanford-Universität. An dem Abend, an dem er sich eigentlich von seinen Freunden verabschieden wollte, muss er jedoch auf Sam aufpassen, da seine Mutter (Basinger) arbeiten muss. Charlie schleicht sich dennoch raus, muss dann aber doch seinen Bruder mitnehmen. An einer Kreuzung muss Charlie warten, jedoch wird sein Auto erst von einem Jeep gerammt und auf die Gegenfahrbahn geschleudert, wo sie von einem entgegenkommenden Lastwagen erfasst werden. Als die Rettungskräfte eintreffen, schafft es der Sanitäter Florio Ferrente (Liotta), Charlie zu reanimieren – aber Sam stirbt. Bei der Beerdigung soll Charlie Sams Baseballhandschuh in das Grab legen, schafft es aber nicht, sondern rennt in die Wälder, wo er zusammenbricht. Auf einer Lichtung trifft er auf Sams Geist, dem er verspricht, jeden Abend wiederzukommen und mit ihm Baseball zu spielen.

5 Jahre später: Charlie hat sein Stipendium nicht angenommen und arbeitet nun als Gärtner auf dem Friedhof zusammen mit seinem Freund Alistair (Prew). Dabei begegnet er seiner ehemaligen Mitschülerin Tess (Crew), die demnächst an einer Weltumsegelung teilnehmen will. Eines Abends kommen die beiden ins Gespräch, das Tess aber nach kurzer Zeit beendet, da sie am nächsten Tag trainieren muss. An jenem Tag entscheidet sie sich, gegen den Willen ihres Trainers (Logue) das Boot in einem Sturm zu testen. Gleichzeitig begegnet Charlie seinem Retter Ferrente erneut, der ihn in einem Gespräch zu erklären versucht, dass er wieder beginnen soll zu leben. Charlie zeigt sich davon unbeeindruckt, schaut sich aber dennoch an, wie Tess den Hafen ihrer Heimat verlässt, um zu jenem Training aufzubrechen.

Am nächsten Tag findet Charlie Tess am Grab ihres Vaters liegen. Er versorgt sie und verabredet sich mit ihr, und langsam entwickelt sich eine zarte Romanze zwischen den beiden. Diese endet jedoch, als er eines Abends fast zu spät zum Treffen mit Sam gekommen wäre, weswegen Sam ihm vorwirft, Charlie würde ihn langsam vergessen. Am nächsten Tag erfährt Charlie jedoch, dass Tess von ihrer Trainingsrunde nicht zurückgekehrt ist und seitdem vermisst wird. Als er am Abend mit Sam darüber spricht, erkennt er, dass sie noch am Leben sein muss und bricht zusammen mit Alistair und Tess’ Trainer auf, um nach ihr zu suchen. Die Suche erstreckt sich über einen ganzen Tag, und als er Abends sein Treffen mit Sam endgültig verpasst, entschuldigt sich Charlie bei seinem Bruder. Sam erwidert ihm aus dem Wald, dass er Charlie liebt und fährt auf in den Himmel, nicht ohne Charlie ein Zeichen zu geben, wo das Wrack liegt. An der Stelle, an der das Boot gekentert ist, springt Charlie ins Meer, ohne Tess an Bord des Boots zu finden. Schließlich entdeckt er sie auf einem Felsen, wo er sie mit ihrer Körperwärme am Leben erhält, bis die beiden gerettet werden.

Am Ende kauft sich Charlie ein Boot und beginnt wieder zu segeln. Er lädt Tess ein, mit ihm aufs Meer hinaus zu fahren, doch Tess zögert, da sie aus der Zeit ihrer Bewusstlosigkeit Träume von ihrer Romanze hat. Charlie sagt, dass es Erinnerungen seien und zitiert ein Gedicht, über das sie in ihrer gemeinsamen Zeit geredet haben. Schließlich ergreift Tess seine Hand und steigt mit ihm auf das Boot.

 

Kritik:

Filme mit Herzschmerz und Tod (bzw. dessen Bewältigung) scheinen in letzter Zeit im Trend zu sein. Während “Hinter dem Horizont” in den 1990er Jahren noch eher eine Ausnahme war, gibt es inzwischen mehrere Ansätze, teils romantisch geprägt (so die ganzen Nicholas Sparks-Adaptionen), teilweise auch auf Spannung ausgelegt (wie die bereits von mir rezensierte Adaption des Alice Sebold-Romans “In meinem Himmel”). “Wie durch ein Wunder” ist da keine Ausnahme, basiert dieser Film doch auf dem Roman “The Death and Life of Charlie St. Cloud” von Ben Sherwood. Und genau wie die Sebold-Verfilmung krankt auch dieser Film an mehreren Stellen: Zum einen wird der Konflikt, in dem sich Charlie seit dem Tod seines Bruders befindet, zu lang und zu langatmig aufgebaut. Dass man diese Rolle mit Zac Efron besetzt hat, der zwar als Teenie-Darling in Disney-Produktionen funktioniert, für Charakterrollen aber zu wenig unterschiedliche Gesichtsausdrücke beherrscht (man könnte auch behaupten, er hätte die Schauspielerei bei Steven Seagal erlernt, aber dann müsste er gut kämpfen können), macht die Sache aufgrund der erwähnten Schwächen Efrons nicht besser.

Aber auch der Rest des Cast ist eher enttäuschend: Kim Basingers Auftritt dürfte insgesamt knapp 3 Minuten gedauert haben, und auch Ray Liotta darf sein botoxgestähltes Gesicht nur für 2 Kurzauftritte in die Kamera halten. Abgesehen von Charlie Tahan, der in die fast schon klischeehafte Rolle des teilweise nervigen kleinen Bruders fällt und diese mit zwei Gesichtsausdrücken mehr als Efron verkörpert, wirkten alle anderen Charaktere mehr wie unbedeutende Nebenrollen, auch Tess ist mit Ausnahme der kurzen Romanze eher im Hintergrund zu finden. Dabei kann Amanda Crew immerhin als Augenweide punkten, denn auch sie wird schauspielerisch nicht überfordert.

Wenn es nur an einem schlechten Cast liegen würde, könnte man dem Film vielleicht noch zu Gute halten, dass durch die Besetzung einfach nur viel Potenzial verschenkt worden ist. Leider ist der Plot an sich viel zu langatmig: Von ca. 100 Minuten Film geht eine gefühlte Stunde dafür drauf, Charlies Konflikt aufzubauen, 20 Minuten für die sich entwickelnde Romanze, und erst gegen Ende wird deutlich, wie sich Charlie entscheidet. Die vorhandenen Längen werden leider nur durch viel Kitsch, schwache Dialoge und etliche unfreiwillig komische Szenen aufgefüllt; wirklich starke Momente, bspw. als Charlie mental zusammenbricht und seine Wohnungseinrichtung zerstört, sind leider Mangelware. Zudem sind viele Szenen in dem Film sehr vorhersehbar, und gerade als die Romanze zwischen Charlie und Tess beginnt, ist die Spannung leider schon völlig raus, und eigentlich jedem Zuschauer dürfte dann bereits klar sein, wie sich die Geschichte weiter entwickelt.

Die einzige Stärke des Films sind die Landschaftsaufnahmen, die an der Küste von British Columbia gedreht worden sind. Eigentlich bezeichnend, dass einige schöne Bilder das Beste an dem ganzen Film sind.

 

Fazit:

“Wie durch ein Wunder”…diese Wendung lässt sich mit Bezug auf dem Film gleich mehrfach verwenden. “Wie durch ein Wunder”…habe ich es geschafft, diesen Film im Kino zu sehen, ohne einzuschlafen oder beschämt den Saal zu verlassen. “Wie durch ein Wunder”…sind auch die meisten anderen Gäste der Sneak geblieben – wenngleich sie sich fast nur noch über den Film lustig gemacht haben. Dafür waren andere Sachen so vorhersehbar wie der Film selbst: Zum einen, dass sich die weiblichen Zuschauer über Zac Efron gefreut haben, während die männlichen regelmäßig lachen mussten. Zu anderen, dass der Film eigentlich von allen verrissen worden ist. Zu langatmig, zu vorhersehbar, zu kitschig und teilweise zu lächerlich, das sind die 4 Charakteristiken, die den Film auszeichnen. Zudem dürfte die Nachfrage nach Filmen in diesem Genre eigentlich durch die ganzen Nicholas Sparks-Adaptionen befriedigt worden sind. Diese dürften zudem weitaus erträglicher sein, als dieses Machwerk, das mit einem absolut uncharismatischen Hauptdarsteller leben muss und daran scheitert. Mein Tipp: Der Film taugt nicht für einen gemütlichen DVD-Abend, sowas sollte nichtmals bei arte gesendet werden und somit erst recht nicht bei einem der “großen” TV-Sender. Investiert das Geld lieber in andere Filme. Oder lest das Buch, das dürfte (wie eigentlich immer) besser sein als dieser Schund.

 

Bewertung des Films: 2 von 10 Punkten.

 

 

Shoppingtipp:

DVD-Review: Star Wars Episode V: Das Imperium schlägt zurück

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Regie: Irvin Kershner

Darsteller: Mark Hamill, Harrison Ford, Carrie Fisher, Anthony Daniels, Kenny Baker, Alec Guinness, Peter Mayhew, David Prowse

Laufzeit: 122 Minuten

Erscheinungsjahr: 1980

FSK: ab 12 Jahren

Zur Handlung:

Es ist drei Jahre her, seit die Rebellen in der Schlacht um Yavin IV den Todesstern des Imperiums vernichten konnten.

 

 

Kino-Review: Avatar – Aufbruch nach Pandora

Regie: James Cameron

Darsteller: Sam Worthington, Zoe Saldana, Sigourney Weaver, Stephen Lang, Michelle Rodriguez

Laufzeit: 161 Minuten

Kinostart in Deutschland: 17. Dezember 2009

FSK: ab 12 Jahren

Zur Handlung:
Wir schreiben das Jahr 2154. Die Erde hat keine eigenen Rohstoffvorkommen mehr und ist darauf angewiesen, andere Planeten zu plündern. Eines dieser neuen Abbaugebiete ist der Dschungelmond Pandora, der von sehr naturverbundenen Alienrasse, den Na’vi, bevölkert wird. Da es zwischen den Ureinwohnern und den Mineralschürfern immer wieder bewaffnete Konflikte gibt, wurde das AVTR-Projekt (sprich: Avatar) ins Leben gerufen. Dafür wurde die DNA von Menschen und Na’vi gekreuzt, um eine Art lebenden Roboter zu schaffen, der von Menschen gesteuert wird und ohne größere Probleme mit den Na’vi interagieren kann.
Nachdem sein Bruder getötet worden ist, wurde der querschnittsgelähmte Soldaten Jake (Worthington) gebeten, für diesen einzuspringen. Jake stimmt zu, und schon kurz nach seiner Ankunft auf Pandora merkt er, dass es sich bei dem Planeten um ein sehr raues Pflaster handelt.
Jake lernt schnell seine neuen Kollegen Norm (Joel David Moore) und seine Vorgesetzte Grace (Sigourney Weaver) kennen, wobei letztere von dem aus ihrer Sicht “primitiven Soldaten” zunächst nicht besonders angetan ist. Ganz im Gegensatz zum Kommandeur der Marines auf Pandora, Col. Quaritch (Stephen Lang), der in Jake eine Möglichkeit sieht, die Na’vi auszukundschaften und ihre Schwachstellen herauszufinden. Da Quaritch Jake anbietet, im Gegenzug für die Informationen die Lähmung heilen zu lassen, stimmt Jake zu.
Jake, der zunächst nur als Begleitschutz für die Avatare von Grace und Norm gedacht war, geht bei einer Exkursion verloren und wird von der Na’vi-Frau Neytiri (Saldana) gerettet. Da sowohl Grace als auch Quaritch und auch Selfridge, der Vertreter des Abbaukonsortiums RDA, der Ansicht sind, dass man die Chance nutzen sollte, um das Stammesleben aus nächster Nähe zu erforschen. Selfridge und Quaritch machen den Forschern aber auch klar, dass sie die Na’vi zu einem Umzug bewegen sollten, da ihr Clandorf direkt über einem riesigen Vorkommen des begehrten Unoptaniums liegt, und RDA gewillt ist, das Material um jeden Preis dort abzubauen.
Es kommt, wie es kommen muss: Jake lernt das Clansleben aus nächster Nähe kennen, bis er es schafft, offizielles Stammesmitglied zu werden und sich in das Volk und seine Retterin Neytiri zu verlieben. Als die Frist, die Selfridge für eine friedliche Einigung festgelegt hat, abläuft, werden Jake und die Forscher vor die Wahl gestellt, für welche Seite sie sich entscheiden: unterstützen sie die Na’vi und verraten so ihr eigenes Volk, oder lassen sie ihre neuen Freunde im Stich und überlassen sie der Willkür eines profitgierigen Konzerns und Söldnern?

Kritik:
Dafür, dass James Cameron angeblich so lange am Skript gearbeitet hat, kommt es absolut unkreativ daher: Wir vermischen einfach den Plot von “Der mit dem Wolf tanzt” mit dem Gedanken einer gedanklichen Steuerung einer anderen Figur aus “Matrix”, dem tragischen Liebeskonflikt von zwei aus verfeindeten Gruppen stammenden Personen, den man z.B. aus “Romeo und Julia” kennt, der Handlung des Poul Anderson-Romands “Erinnerung” und einem Schuß Pocahontas, und schon haben wir die Geschichte von Avatar zusammengebastelt. Wie man sich vorstellen kann, ist nicht die Story das, was den Film so auszeichnet.
Vielmehr ist es die neuartige Technologie, die den Film zu einem solchen Erlebnis werden lässt. Der Film kombiniert Realfilm mit CGI-Film und verwendet dabei nicht nur das altbekannte Motion Capturing, um die Bewegungen der Schauspieler auf die Computerfiguren zu übertragen, sondern so genanntes Performance Capturing, welches neben den Bewegungen auch Mimik, Gestik und die Mundbewegungen beim Sprechen aufzeichnet, so dass die Darsteller der Na’vi ihre Figuren ebenfalls fast vollständig darstellen mussten.
Doch damit nicht genug. Die Szenen wurden alle vollständig in 3D gedreht, weswegen der Film auch in einer 3D-Version in den Kinos erschienen ist. Doch Vorsicht: da der Film teilweise sehr schnelle Kamerafahrten hat und auch einige große Höhenunterschiede darstellt, sollte man sich vorher überlegen, ob man sowas wirklich gut verträgt. Allerdings ist auch die 2D-Version atemberaubend genug, um ein Erlebnis für sich zu sein.
Im Gegensatz zur Optik fällt die Akustik aber wieder leicht ab. Während die Soundeffekte angemessen umwerfend sind, läuft der Score jedoch in die Falle, außerirdische Ureinwohner mit irdischen Ethnorhythmen gleich zu setzen. Da wäre etwas mehr Mut zur Innovation seitens James Horner nett gewesen, aber so wird wirklich das Gefühl erzeugt, die Na’vi wären keine fremde Rasse, sondern lediglich die blaue Variante von irdischen Indianern oder anderen Ureinwohnern.

Fazit:
Die große Frage, die sich stellt ist: Ist “Avatar – Aufbruch nach Pandora” wirklich der Film des Jahres, wie es einige vermuten? Meine Antwort wäre: nein. Avatar ist zwar ein in technischer Sicht herausragender Film, der durchaus neue Standards setzen kann. Aber andererseits ist die Story zu vorhersehbar, und bisweilen muss man sich Gedanken machen, ob da wirklich alles logisch ist (Beispiel: Warum zeigen die Menschen Erstickungserscheinungen, wenn sie keine Atemschutzmaske aufhaben, können ansonst aber problemlos im T-Shirt herumlaufen?).
Wenn einen solche Dinge aber nicht stören und man einfach nur einen optisch wirklich prachtvollen, actionreichen und teilweise auch gefühlvollen Film sehen will, dann ist man bei Avatar gut aufgehoben. Von mir gibt es eine klare Empfehlung für den Film, auch wenn er nicht DER Film des Jahres 2009 ist.

Bewertung: 9 von 10 Punkten

Sneak Review: The Edge of Love


Regie: John Maybury

Darsteller: Keira Knightley, Sienna Miller, Cillian Murphy, John Rhys

Laufzeit: ca. 110 Minuten

Kinostart in Deutschland: 23.07.2009

FSK: ab 12 Jahren

Zur Handlung:
Wir schreiben das Jahr 1940, England befindet sich im Zweiten Weltkrieg, und London leidet unter den ständigen Luftangriffen der Deutschen. Die Sängerin Vera Phillips (Keira Knightley) wird beauftragt, in U-Bahntunneln u.ä. für die dort Wartenden zu singen, um die Moral der Leute aufrecht zu erhalten. Bei einem dieser Auftritte begegnet sie dort ihrer alten Jugendliebe, dem Dichter Dylan Thomas (John Rhys). Bei einem weiteren Treffen stellt Thomas ihr seine Ehefrau, die ehemalige Tänzerin Caitlin MacNamara (Sienna Miller) vor. Trotz Caitlins eifersüchtigen Art werden die beiden Frauen sehr gute Freundinnen und spielen auf ihre Weise eine wichtige Rolle in Thomas’ Leben.
Doch nicht nur ihre alte Jugendliebe, auch ein anderer Besucher ihrer Auftritte hat ein Auge auf die Sängerin geworfen: obwohl der junge Offizier William Killick (Cillian Murphy) anfangs mehrfach von Phillips zurückgewiesen wird, schafft er es letztlich, ihr Herz zu erobern und sie zu heiraten. Doch ihr Glück ist nur von kurzer Dauer: Killick erhält den Befehl, in Griechenland gegen Partisanen zu kämpfen und muss seine Frau, Thomas und MacNamara, mit denen er sich ebenfalls angefreundet hat, zurück lassen.
Während ihr Mann im Krieg ist, kauft Vera zwei Häuser in Wales, in denen sie und ihre Freunde sich niederlassen. Dort erfährt sie nicht nur, dass Thomas und seine Frau sich gegenseitig betrügen, sondern gebärt auch einen Sohn, den sie und ihr Mann noch vor dessen Abreise gezeugt hatten.
Die Zeit vergeht, und Killick wird letztlich vom Militär nach Hause geschickt. Zurück bei seiner Familie und seinen Freunden schafft er es jedoch nicht, sich wieder im Alltag zurecht zu finden. Als er dann noch Gerüchte hört, ihr gemeinsamer Sohn Rowatt sei in Wirklichkeit das Kind von Thomas, sieht er endgültig rot und greift zur Waffe…

Kritik:
Liebesdramen zeichnen sich häufig dadurch aus, dass das tatsächlich dramatische einer Story erst langsam aufbauen muss, bis es dann zum Klimax kommt, in dem die Situation völlig eskaliert. Auch in “The Edge of Love” ist dies nicht anders, jedoch zeigen sich hier die Schwächen des Films: Der Zuschauer wird unvermittelt in die Handlung hineingeworfen, ein tatsächlicher Aufbau des Spannungsbogens ist lange Zeit nicht zu erkennen. Während man sich mit der langatmigen Handlung herumärgert, bekommt man zusätzliche Probleme mit den teilweise sehr abstrusen Dialogen, die bisweilen unfreiwillig komisch sind. Auch wirken viele Kulissen eher künstlich, was dem Film doch einiges an Realismus nimmt, der ansonsten durchaus gegeben ist – schließlich handelt es sich bei Dylan Thomas und Caitlin MacNamara um zwei Personen, die es tatsächlich gegeben hat.
Allerdings gibt es nicht nur negatives über den Film zu berichten: Keira Knightley und Sienna Miller werden nicht zu Unrecht von allen Kritikern für ihre Darstellung der beiden Frauen gelobt. Knightley beweist erneut, dass sie abseits der großen Blockbuster-Produktionen durchaus herausragende Leistungen zeigen kann, und dieses Mal darf sie sogar musikalisch überzeugen. Für Miller, die im Business noch nicht so etabliert ist wie ihre jüngere Kollegin, können Rollen wie diese den Durchbruch in die Top-Liga der Hollywood-Schauspielerinnen bedeuten. Aber auch ihre männlichen Gegenparts Rhys und Murphy müssen sich nicht verstecken. Auch sie spielen ihre Figuren sehr glaubhaft und können hinsichtlich der Intensität ihres Spiels durchaus mit ihren Partnerinnen mithalten.

Fazit: Ehrlich gesagt hält mir nur die Leistung der Darsteller davon ab, dem Film eine wirklich schlechte Bewertung zu geben. Die Schwächen im Drehbuch, sowohl Handlung als auch Dialoge betreffend, sind zu schwerwiegend, um mir als Nicht-Anhänger des Genres einen Grund zu bieten, warum dieser Film unbedingt gesehen werden muss. Ich gehe sogar so weit zu behaupten, dass sich dieser Film in den deutschen Kinos nicht durchsetzen wird und letztlich seine TV-Premiere bei arte feiern darf. Leider ist er wirklich nur für Genrefans und Die Hard-Fans der Darsteller empfehlenswert, alle anderen dürften von der Langatmigkeit des Plots abgeschreckt werden.

Bewertung: 5/10 Punkten