TV Tipp: Star Wars Episode I: Die dunkle Bedrohung

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Regie: George Lucas

Darsteller: Liam Neeson, Ewan McGregor, Natalie Portman, Jake Lloyd, Ray Park, Ian McDiarmid

Laufzeit: 131 Minuten

Erscheinungsjahr: 1999

FSK: ab 6 Jahren

 

Zur Handlung:

Die Galaxie steht am Rande eines Bürgerkriegs. Schiffe der Handelsföderation, eines galaktischen Großunternehmens, blockieren den kleinen Planeten Naboo, um auf diese Weise gegen höhere Zölle zu protestieren. Daraufhin schickt der Senat die beiden Jedi Qui-Gon Jinn (Neeson) und Obi-Wan Kenobi (McGregor) zur Handelsföderation, um mit ihnen eine Einigung zu erzielen. An Bord des Schiffes werden sie jedoch von Vizekönig Nute Gunray (Silas Carson) in eine Falle gelockt und gezwungen, auf den Planeten zu fliehen. Um den Senat auf die tatsächlichen Umstände der Blockade hinzuweisen, überzeugen die beiden die Herrscherin von Naboo, Königin Amidala (Portman), sie nach Coruscant zu begleiten.

Auf der Flucht von Naboo wird ihr Schiff jedoch beschädigt, und sie sind gezwungen, auf dem Wüstenplaneten Tatooine zu landen. Dort begegnen sie dem jungen Anakin Skywalker (Lloyd), der als Sklave arbeiten muss. Zusammen mit Qui-Gon kann er seinen Besitzer jedoch überzeugen, ihn zu einem Podrennen anzumelden, das Anakin letztlich gewinnen kann, wodurch Anakin die Freiheit und Qui-Gon die notwenigen Ersatzteile für das Schiff erlangen können. Auf dem Rückweg zum Schiff wird Qui-Gon von dem finsteren Darth Maul (Park) angegriffen, kann diesen jedoch zurückschlagen.

Auf Coruscant angekommen, wird Anakin vor den Jedi-Rat gebracht, wobei sich herausstellt, dass er die Anlagen hat, um der mächtigste Jedi aller Zeiten zu werden. Gleichzeitig erkennt Amidala, dass der Senat unter seinem bisherigen obersten Kanzler (Terence Stamp) handlungsunfähig geworden ist und stellt aus diesem Grund ein Misstrauensvotum, auch in der Hoffnung, ihren Senator Palpatine (McDiarmid) zum neuen Kanzler zu machen. Danach geht Amidala mit Qui-Gon, Obi-Wan und Anakin nach Naboo zurück, um zusammen mit den dortigen Einheimischen einen Aufstand gegen die Besatzer anzuzetteln. Während man sich auf große Schlachten auf Naboo und im Weltraum vorbereitet, versuchen Amidala und die Jedi, Gunray festzusetzen, um ihn zur Aufhebung der Blockade zu zwingen…

 

Kritik

Jede Saga muss einen Anfang haben, steht auf dem Plakat zum Film. Und genauso verhält es sich auch mit Episode 1. Knapp 16 Jahre nach dem Ende der Original-Trilogie brachte George Lucas den Auftakt zur Vorgeschichte eines der erfolgreichsten Film-Franchises aller Zeiten in die Kinos und sorgte damit nicht nur für einen erneuten Kassenschlager, sondern auch für den Aufschwung des Filesharings. Und genau wie die Originaltrilogie beruht der Erfolg der neuen Saga weniger auf einer intelligenten Handlung, sondern vielmehr aus dem plakativen Gut-Böse-Konflikt, beeindruckenden Effekten und einem genialen Soundtrack, bei dem Lucas’ Lieblingskomponist John Williams gekonnt die Motive des klassischen Themas aufgegriffen und neu interpretiert hat. Zudem hat er mit “Duel of the Fates” eine Komposition erschaffen, der genau wie der berühmte “Imperial March” Vaders Teil der modernen Pop-Kultur geworden ist.

Bei der Darstellern fällt auf, dass Lucas im Gegensatz zur Originaltrilogie größtenteils auf etablierte und renommierte Schauspieler zurückgreifen konnte, was sich auch darin zeigt, wie sie ihre Rollen interpretiert haben. Alle leisten solide Arbeit, auch wenn es bei den zugegebenermaßen recht einfach ist bei den so eindimensionalen Charakteren.

Fazit: Trotz allem ist der Film empfehlenswert: nicht nur für die Fans der Star Wars-Reihe, sondern allgemein für alle Fans von großem, bombastischen Popcornkino. Star Wars Episode 1: Die dunkle Bedrohung ist ein moderner Klassiker des Kinos und verspricht über 2 Stunden beste Unterhaltung.

 

Bewertung: 8 von 10 Punkten.

 

Star Wars Episode 1: Die dunkle Bedrohung läuft heute ab 20.15 auf Pro Sieben!

 

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Kino-Review: Avatar – Aufbruch nach Pandora

Regie: James Cameron

Darsteller: Sam Worthington, Zoe Saldana, Sigourney Weaver, Stephen Lang, Michelle Rodriguez

Laufzeit: 161 Minuten

Kinostart in Deutschland: 17. Dezember 2009

FSK: ab 12 Jahren

Zur Handlung:
Wir schreiben das Jahr 2154. Die Erde hat keine eigenen Rohstoffvorkommen mehr und ist darauf angewiesen, andere Planeten zu plündern. Eines dieser neuen Abbaugebiete ist der Dschungelmond Pandora, der von sehr naturverbundenen Alienrasse, den Na’vi, bevölkert wird. Da es zwischen den Ureinwohnern und den Mineralschürfern immer wieder bewaffnete Konflikte gibt, wurde das AVTR-Projekt (sprich: Avatar) ins Leben gerufen. Dafür wurde die DNA von Menschen und Na’vi gekreuzt, um eine Art lebenden Roboter zu schaffen, der von Menschen gesteuert wird und ohne größere Probleme mit den Na’vi interagieren kann.
Nachdem sein Bruder getötet worden ist, wurde der querschnittsgelähmte Soldaten Jake (Worthington) gebeten, für diesen einzuspringen. Jake stimmt zu, und schon kurz nach seiner Ankunft auf Pandora merkt er, dass es sich bei dem Planeten um ein sehr raues Pflaster handelt.
Jake lernt schnell seine neuen Kollegen Norm (Joel David Moore) und seine Vorgesetzte Grace (Sigourney Weaver) kennen, wobei letztere von dem aus ihrer Sicht “primitiven Soldaten” zunächst nicht besonders angetan ist. Ganz im Gegensatz zum Kommandeur der Marines auf Pandora, Col. Quaritch (Stephen Lang), der in Jake eine Möglichkeit sieht, die Na’vi auszukundschaften und ihre Schwachstellen herauszufinden. Da Quaritch Jake anbietet, im Gegenzug für die Informationen die Lähmung heilen zu lassen, stimmt Jake zu.
Jake, der zunächst nur als Begleitschutz für die Avatare von Grace und Norm gedacht war, geht bei einer Exkursion verloren und wird von der Na’vi-Frau Neytiri (Saldana) gerettet. Da sowohl Grace als auch Quaritch und auch Selfridge, der Vertreter des Abbaukonsortiums RDA, der Ansicht sind, dass man die Chance nutzen sollte, um das Stammesleben aus nächster Nähe zu erforschen. Selfridge und Quaritch machen den Forschern aber auch klar, dass sie die Na’vi zu einem Umzug bewegen sollten, da ihr Clandorf direkt über einem riesigen Vorkommen des begehrten Unoptaniums liegt, und RDA gewillt ist, das Material um jeden Preis dort abzubauen.
Es kommt, wie es kommen muss: Jake lernt das Clansleben aus nächster Nähe kennen, bis er es schafft, offizielles Stammesmitglied zu werden und sich in das Volk und seine Retterin Neytiri zu verlieben. Als die Frist, die Selfridge für eine friedliche Einigung festgelegt hat, abläuft, werden Jake und die Forscher vor die Wahl gestellt, für welche Seite sie sich entscheiden: unterstützen sie die Na’vi und verraten so ihr eigenes Volk, oder lassen sie ihre neuen Freunde im Stich und überlassen sie der Willkür eines profitgierigen Konzerns und Söldnern?

Kritik:
Dafür, dass James Cameron angeblich so lange am Skript gearbeitet hat, kommt es absolut unkreativ daher: Wir vermischen einfach den Plot von “Der mit dem Wolf tanzt” mit dem Gedanken einer gedanklichen Steuerung einer anderen Figur aus “Matrix”, dem tragischen Liebeskonflikt von zwei aus verfeindeten Gruppen stammenden Personen, den man z.B. aus “Romeo und Julia” kennt, der Handlung des Poul Anderson-Romands “Erinnerung” und einem Schuß Pocahontas, und schon haben wir die Geschichte von Avatar zusammengebastelt. Wie man sich vorstellen kann, ist nicht die Story das, was den Film so auszeichnet.
Vielmehr ist es die neuartige Technologie, die den Film zu einem solchen Erlebnis werden lässt. Der Film kombiniert Realfilm mit CGI-Film und verwendet dabei nicht nur das altbekannte Motion Capturing, um die Bewegungen der Schauspieler auf die Computerfiguren zu übertragen, sondern so genanntes Performance Capturing, welches neben den Bewegungen auch Mimik, Gestik und die Mundbewegungen beim Sprechen aufzeichnet, so dass die Darsteller der Na’vi ihre Figuren ebenfalls fast vollständig darstellen mussten.
Doch damit nicht genug. Die Szenen wurden alle vollständig in 3D gedreht, weswegen der Film auch in einer 3D-Version in den Kinos erschienen ist. Doch Vorsicht: da der Film teilweise sehr schnelle Kamerafahrten hat und auch einige große Höhenunterschiede darstellt, sollte man sich vorher überlegen, ob man sowas wirklich gut verträgt. Allerdings ist auch die 2D-Version atemberaubend genug, um ein Erlebnis für sich zu sein.
Im Gegensatz zur Optik fällt die Akustik aber wieder leicht ab. Während die Soundeffekte angemessen umwerfend sind, läuft der Score jedoch in die Falle, außerirdische Ureinwohner mit irdischen Ethnorhythmen gleich zu setzen. Da wäre etwas mehr Mut zur Innovation seitens James Horner nett gewesen, aber so wird wirklich das Gefühl erzeugt, die Na’vi wären keine fremde Rasse, sondern lediglich die blaue Variante von irdischen Indianern oder anderen Ureinwohnern.

Fazit:
Die große Frage, die sich stellt ist: Ist “Avatar – Aufbruch nach Pandora” wirklich der Film des Jahres, wie es einige vermuten? Meine Antwort wäre: nein. Avatar ist zwar ein in technischer Sicht herausragender Film, der durchaus neue Standards setzen kann. Aber andererseits ist die Story zu vorhersehbar, und bisweilen muss man sich Gedanken machen, ob da wirklich alles logisch ist (Beispiel: Warum zeigen die Menschen Erstickungserscheinungen, wenn sie keine Atemschutzmaske aufhaben, können ansonst aber problemlos im T-Shirt herumlaufen?).
Wenn einen solche Dinge aber nicht stören und man einfach nur einen optisch wirklich prachtvollen, actionreichen und teilweise auch gefühlvollen Film sehen will, dann ist man bei Avatar gut aufgehoben. Von mir gibt es eine klare Empfehlung für den Film, auch wenn er nicht DER Film des Jahres 2009 ist.

Bewertung: 9 von 10 Punkten

Sneak Review Classics: Redbelt

Zunächst möchte ich erstmal ein paar ältere Reviews aus Online-Foren veröffentlichen und mal auf das allgemeine Feedback schauen, bevor es dann in die aktuellen Filme geht. Der erste Film aus meiner “Classics”-Reihe ist Redbelt.

Regie: David Mamet

Darsteller: Chiwetel Ejiofor, Alice Braga, Tim Allen, Randy Couture, Joe Mantegna, Rodrigo Santoro

Laufzeit: ca. 100 Minuten

Kinostart in Deutschland: 18.09.2008

FSK: ab 12 Jahren

Kampfsportarten jeglicher Couleur waren schon immer ein populäres Thema von Filmemachern. Der Ruhm von Schauspielern wie Bruce Lee, Gordon Liu, Jackie Chan oder Tony Jaa beruht in erster Linie darauf, dass sie in ihre Filme Elemente traditioneller japanischer Kampfsportarten einfließen lassen. Boxerfilme wie “Raging Bull” oder “Rocky” zogen immer ein gutes Publikum. In Venedig war gerade mit “The Wrestler” ein Film über Pro Wrestling erfolgreich. Und “Redbelt” führt uns nun in die Welt des MMA im Allgemeinen und in die des Brazilian Jiu-Jitsu im Speziellen ein.

Zur Handlung:

Mike Terry (Chiwetel Ejiofor) ist Meister des Brazilian Jiu-Jitsu und Trainer für Selbstverteidigung. In seinem Dojo trainiert er unter anderem seinen Meisterschüler, den Polizisten Joe (Max Martini). Als die Anwältin Laura (Emily Mortimer) in seinem Dojo beinahe versehenlich Joe mit dessen eigener Waffe erschießt, gerät sein Leben aus der Bahn: wirtschaftlich schwer angeschlagen, stimmt er zu, Co-Producer eines Films des Schauspielers Chet Frank (Tim Allen) zu werden, um dort seine Kampfsporterfahrung einzubringen. Allerdings gerät er dadurch in eine Verschwörung, die letztlich zum Selbstmord von Joe führt und ihn zwingt, sein eher asketisches Leben als Martial Arts-Trainer aufzugeben, um selbst in einen MMA-Ring zu steigen…

Kritik:

Autor und Regisseur David Mamet hat es geschafft, eine große Anzahl Stars aus MMA und Film zu diesem Film zusammenzuführen. Während auf der einen Seite Leute wie Mike Goldberg, Randy Couture, Jean Jacques Machado, John Machado oder Enson Inoue zumindest Kurzauftritte haben (teilweise allerdings nicht unter ihrem eigenen Namen), fallen auf der anderen Seite “Home Improvement”-Star Tim Allen, Joe “Fat Tony” Mantegna und der aus “300” bekannte Rodrigo Santoro in Nebenrollen auf. Besonders erfreulich ist in diesem Zusammenhang, dass Tim Allen auf die sonst für ihn bekannten Clownereien verzichtet und eine eher ernste Rolle einnimmt.
Die größte Schwäche des Films, der zudem die Frage aufwirft, ob und inwieweit MMA-Kämpfe inszeniert sind, ist ironischerweise die Story. Der Plot ist leider sehr lose erzählt, viele Handlungsstränge werden nur kurz angerissen, die Rollen und Bedeutungen einiger Charakter werden nicht genauer beleuchtet, kurzum: der Zuschauer hat viele offene Fragen, worauf er leider keine Antwort erhält. Dafür überzeugen die Kampfszenen, die weitaus realistischer wirken als in vielen anderen Filmen. Leider nehmen sie nur einen kleinen Teil des Films ein.

Fazit: “Redbelt” ist ein Film, der höchstens MMA-Fans interessieren dürfte. Und selbst die dürften von der geringen Anzahl an Kämpfen eher enttäuscht sein. Für normale Kinogänger ist der Film eher nichts: Action-Fans stören sich an dem geringen Action-Anteil, die übrigen sollte die eher dürftige Handlung abschrecken. Jedenfalls ist es eher ein Film für das Spätprogramm am Freitagabend auf irgendeinem Privatsender als einer für die große Leinwand.

Bewertung: 5/10 Punkten

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