Mikeys Postenbericht: 44. ADAC Zürich 24h-Rennen – Teil 1

Willkommen zum ersten Teil meines Berichts zum 24h-Rennen. Da das Event für uns Sportwarte ALLE Rennveranstaltungen des Wochenendes umfasst, ist mein Bericht hoffentlich etwas umfangreicher als der, den man von den Fahrern und Teams bekommen kann. Genauso hoffe ich, dass euch der Bericht einen gewissen Einblick darüber verschafft, was die Marshals an einem Rennwochenende eigentlich so tun. Auf jeden Fall wünsche ich euch, den Lesern, viel Spaß mit dem Bericht.

 

Das Vorgeplänkel: Einsatzbestätigungen & Co.

Wie jedes Jahr stellte auch dieses Jahr das 24h-Rennen am Nürburgring das absolute Highlight dar. Nicht nur, weil es nach wie vor das wohl größte Langstreckenrennen für Tourenwagen und GTs sein dürfte – in diesem Jahr kommt für mich dazu, dass sich mein Debüt beim 24h-Rennen als Sportwart zum zehnten Mal jährt: Seit 2006 war ich bislang jedes Jahr beim 24h-Rennen dabei, weswegen ich schon beim Antritt meines neuen Jobs im Februar versucht habe, den Urlaub für dieses Rennen auf jeden Fall freizuräumen. Leider hatte sich das mit dem Job schneller erledigt als erwünscht –  dafür konnte ich dann ironischerweise zu 100% sicher gehen, dass ich mein Jubiläum auf jeden Fall an der Strecke verbringen kann.

Pünktlich zu meinem ersten VLN-Einsatz in dieser Saison beim zweiten Lauf des Jahres kam dann auch die Einsatzbestätigung:

Meine Kollegen für meinen Posten standen idealerweise auch schon fest: Ich teile mir meine Schicht mit Anja, mit der ich schon seit vielen Jahren gemeinsam auf Posten stehe, die Alternativschicht erledigen unser VLN- und RCN-Abschnittsleiter Hubert und Thorsten, mit dem ich letztes Jahr schon auf dem Posten 88 (vor der Aremberg-Kurve rechts) gestanden habe. Genau genommen standen wir alle vier schon letztes Jahr gemeinsam auf dem Posten, nur mit einer anderen Schichteinteilung. Letztlich ist es aber auch unerheblich, weil wir uns alle schon seit Jahren kennen und jeder genau weiß, dass er sich auf den anderen verlassen kann.

Trotzdem stellt sich wie jedes Jahr dieselbe Frage: Was muss man alles mitnehmen? Schließlich sind wir ja beim 24h-Rennen relativ abgeschottet von außen, und so viele Chancen, Material nachzuliefern, gibt es leider auch nicht. Zum Glück bedeutet Posten 88 auch, dass Hubert bzw. sein Bruder Manni den größten Teil an notwendigem Material (z.B. Sonnen- und Windschutz) schon seit Jahren in ihrem Fundus haben, weswegen keiner von uns zusätzliche Planen, Gestänge o.ä. mitbringen muss. Das vereinfacht natürlich das Inventar für dieses Rennen:

  • Zelt
  • Wäsche
  • Luftmatratze
  • Bettzeug
  • Hygieneartikel (Zahnbürste etc.)
  • Luftpumpe
  • Bierkrug (für den Feierabend)
  • Elektronikausstattung (Handy, Ladegerät, Powerbank, Kamera usw.)

Früher habe ich es teilweise mit dem Material richtig übertrieben (u.a. mit genug Wäsche, um einen zweiwöchigen Urlaub durchzustehen; inzwischen umfasst meine Reisetasche genau so viele Klamotten, wie es Einsatztage am Ring gibt + 1 Satz Reserve, den ich dieses Mal gut gebrauchen konnte, aber dazu später mehr).

 

24h-Rennen 2016: Der Dienstag davor

Dadurch, dass ich dieses Jahr keinerlei beruflichen Stress hatte, war die Planung und die Vorbereitung des Rennens erstaunlich entspannt. So musste ich auch nicht bis zur letzten Minute alles in großer Hetze zusammenraffen, sondern konnte mein Material in aller Ruhe zusammen stellen. Nur das Packen am Dienstag für das abendliche Treffen und den Aufbau in der Kurve musste ich mit etwas weniger Zeit in Angriff nehmen, da ich am Dienstagvormittag noch zum Probearbeiten in Kerpen geladen war.

Am Ende konnte gegen 16.30 mit einem vollgepackten Auto die Reise zum Ring antreten:

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Um 17.15 Uhr war ich dann oben am A2, wo unsere Dokumentenabnahme ist, dort habe ich mir dann meine Karte und alles Weitere abgeholt und bin dann in Richtung Fahrerlager. Leider hätte ich mich vielleicht etwas besser auf den Weg konzentrieren sollen; so bin ich dann auf der feuchten Treppe der Fußgängerunterführung abgerutscht und die letzten Stufen hinuntergefallen. Zum Glück ist es bei zwei aufgeschrammten und schmerzenden Knien geblieben. Im Fahrerlager habe ich dann die Fahrzeuge meiner Freunde von Hofor-Racing bei der technischen Abnahme gesehen:

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Von der Familie Kroll oder anderen Bekannten, die ich oben im Fahrerlager sonst immer antreffe, war aber kaum jemand zu sehen, weswegen ich meinen Besuch im Fahrerlager kurz gehalten habe; schließlich war um 18 Uhr Treffen an der Quiddelbacher Höhe, um dann über die Strecke die Arembergkurve anzufahren. Kurz nach 18 Uhr war ich dann vor Ort und habe mich mit dem Rest von unserer Truppe getroffen. Nachdem auch diese ihre Unterlagen abgeholt hatten, sind wir dann über die Strecke zum Posten 88 gefahren. Dort haben wir dann erst das große Material abgeladen, bevor sich dann jeder von uns an den Aufbau des eigenen Zelts gemacht hat.

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Gegen 21 Uhr mussten wir dann die Strecke verlassen; Anlass genug, um noch einmal eine Runde über die inzwischen dunkle Nordschleife zu drehen, bis wir zu unserem Ausgang gelangen konnten. Es ist einfach traumhaft zu sehen, wie überall schon die Camper und Zelte aufgestellt sind, der Geruch von Lagerfeuern und Grills ins Auto steigt und man allenorts das Gefühl bekommt, dass sich sehr, sehr viele Menschen auf das Wochenende freuen. Für mich ging es dann jedoch erstmal nachhause, da noch einige Erledigungen anstanden, bevor ich mich voll auf das Rennen konzentrieren konnte.

 

24h-Rennen 2016: Der Mittwoch

Nachdem ich dann doch ermüdeter als gedacht ins Bett gefallen bin, bin ich dann auch mit etwas größerer Verspätung als erwartet am Mittwoch aufgefallen. Der Plan, das Haus vor der endgültigen Abreise noch einmal komplett auf Vordermann zu bringen, war damit schon vor Beginn gescheitert; dennoch blieb genug Zeit, zumindest die wichtigsten Aufgaben zu erledigen und anschließend die restliche Wäsche sowie die Elektronik- und Hygieneartikel einzupacken. Den ursprünglichen Termin um 15.30, um mich mit Anja und ihrem Freund Björn, der dieses Jahr kurzfristig für den P91 eingesprungen ist, musste ich auch aufgrund eines unerwarteten Anrufs etwas verschieben, aber letztlich haben wir es geschafft, uns zusammenzusammeln und den Weg zum Ring anzutreten. In Adenau mussten wir aufgrund des Adenauer Racing Days einen Umweg einlegen, aber am Ende sind wir dann wie geplant erstmal im Fahrerlager angekommen. Dort haben wir es dieses Mal geschafft, die Krolls und einige weitere Freunde aus anderen Teams zu treffen, über das Rennen und einiges andere zu plaudern. Zudem habe ich mit einigen Leuten ausgemacht, sie über wichtige Dinge, die ihre Fahrzeuge betreffen, auf dem Laufenden zu halten. Gegen kurz nach 20 Uhr haben wir uns dann aufgemacht in Richtung Aremberg-Kurve, wo wir dann mit unseren Leuten noch ein Bierchen getrunken und gemeinsam gegessen haben, bevor es dann auch nicht allzu spät ins Bett ging – schließlich hatten Anja und ich am nächsten Tag die erste Schicht…

 

 

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Sneak Review Classics: Redbelt

Zunächst möchte ich erstmal ein paar ältere Reviews aus Online-Foren veröffentlichen und mal auf das allgemeine Feedback schauen, bevor es dann in die aktuellen Filme geht. Der erste Film aus meiner “Classics”-Reihe ist Redbelt.

Regie: David Mamet

Darsteller: Chiwetel Ejiofor, Alice Braga, Tim Allen, Randy Couture, Joe Mantegna, Rodrigo Santoro

Laufzeit: ca. 100 Minuten

Kinostart in Deutschland: 18.09.2008

FSK: ab 12 Jahren

Kampfsportarten jeglicher Couleur waren schon immer ein populäres Thema von Filmemachern. Der Ruhm von Schauspielern wie Bruce Lee, Gordon Liu, Jackie Chan oder Tony Jaa beruht in erster Linie darauf, dass sie in ihre Filme Elemente traditioneller japanischer Kampfsportarten einfließen lassen. Boxerfilme wie “Raging Bull” oder “Rocky” zogen immer ein gutes Publikum. In Venedig war gerade mit “The Wrestler” ein Film über Pro Wrestling erfolgreich. Und “Redbelt” führt uns nun in die Welt des MMA im Allgemeinen und in die des Brazilian Jiu-Jitsu im Speziellen ein.

Zur Handlung:

Mike Terry (Chiwetel Ejiofor) ist Meister des Brazilian Jiu-Jitsu und Trainer für Selbstverteidigung. In seinem Dojo trainiert er unter anderem seinen Meisterschüler, den Polizisten Joe (Max Martini). Als die Anwältin Laura (Emily Mortimer) in seinem Dojo beinahe versehenlich Joe mit dessen eigener Waffe erschießt, gerät sein Leben aus der Bahn: wirtschaftlich schwer angeschlagen, stimmt er zu, Co-Producer eines Films des Schauspielers Chet Frank (Tim Allen) zu werden, um dort seine Kampfsporterfahrung einzubringen. Allerdings gerät er dadurch in eine Verschwörung, die letztlich zum Selbstmord von Joe führt und ihn zwingt, sein eher asketisches Leben als Martial Arts-Trainer aufzugeben, um selbst in einen MMA-Ring zu steigen…

Kritik:

Autor und Regisseur David Mamet hat es geschafft, eine große Anzahl Stars aus MMA und Film zu diesem Film zusammenzuführen. Während auf der einen Seite Leute wie Mike Goldberg, Randy Couture, Jean Jacques Machado, John Machado oder Enson Inoue zumindest Kurzauftritte haben (teilweise allerdings nicht unter ihrem eigenen Namen), fallen auf der anderen Seite “Home Improvement”-Star Tim Allen, Joe “Fat Tony” Mantegna und der aus “300” bekannte Rodrigo Santoro in Nebenrollen auf. Besonders erfreulich ist in diesem Zusammenhang, dass Tim Allen auf die sonst für ihn bekannten Clownereien verzichtet und eine eher ernste Rolle einnimmt.
Die größte Schwäche des Films, der zudem die Frage aufwirft, ob und inwieweit MMA-Kämpfe inszeniert sind, ist ironischerweise die Story. Der Plot ist leider sehr lose erzählt, viele Handlungsstränge werden nur kurz angerissen, die Rollen und Bedeutungen einiger Charakter werden nicht genauer beleuchtet, kurzum: der Zuschauer hat viele offene Fragen, worauf er leider keine Antwort erhält. Dafür überzeugen die Kampfszenen, die weitaus realistischer wirken als in vielen anderen Filmen. Leider nehmen sie nur einen kleinen Teil des Films ein.

Fazit: “Redbelt” ist ein Film, der höchstens MMA-Fans interessieren dürfte. Und selbst die dürften von der geringen Anzahl an Kämpfen eher enttäuscht sein. Für normale Kinogänger ist der Film eher nichts: Action-Fans stören sich an dem geringen Action-Anteil, die übrigen sollte die eher dürftige Handlung abschrecken. Jedenfalls ist es eher ein Film für das Spätprogramm am Freitagabend auf irgendeinem Privatsender als einer für die große Leinwand.

Bewertung: 5/10 Punkten