Kino-Review: Das A-Team – Der Film

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Regie: Joe Carnahan

Darsteller: Liam Neeson, Bradley Cooper, Quinton “Rampage” Jackson, Sharlto Copley, Jessica Biel, Gerald McRaney, Patrick Wilson, Brian Bloom

Laufzeit: 117 Minuten

Erscheinungsjahr: 2010

FSK: ab 12 Jahren

Zur Handlung:

Irgendwo in Mexiko: Ein Mann wird von einem korrupten mexikanischen Polizisten verprügelt. Als dieser ihn mit seiner eigenen Pistole erschießen will, klappt dies jedoch nicht, da der Pistole der Schlagbolzen fehlt. Daraufhin verlässt ihn der Polizist zusammen mit seinem Partner und überlässt ihn den Hunden. Der Gefangene schafft es jedoch, mit Hilfe des Schlagbolzens die Handschellen zu lösen und die Hunde zu überwinden. Der Name dieses Manns: Col. “Hannibal” Smith (Neeson).

Irgendwo anders in Mexiko: Nach einer wilden Verfolgungsjagd schafft es ein geschickter Autodieb, seine Verfolger abzuschütteln und das sichere Versteck zu erreichen. Dort angekommen, will er aus dem Geschäft aussteigen, was sein Chef allerdings nicht will. Daraufhin nimmt der Dieb die komplette Bande auseinander und fährt anschließend in seinem Van davon. Der Name dieses Manns: Bosco “B.A.” Baracus (Jackson).

An einem dritten Platz in Mexiko: Ein mexikanischer General (Yul Vasquez) versucht, einen amerikanischen Soldaten zu töten, der ihn ausspionieren sollte, letztlich aber seine Frau verführt hat. Auf dem Weg, diesen Soldaten zu retten, trifft Hannibal auf B.A. und überzeugt diesen, ihm bei der Befreiung zu helfen. Die beiden schaffen es, den General und seine Gefolgsleute zu überrumpeln und ihren Kameraden zu befreien. Der Name dieses Manns: Templeton “Face” Peck (Cooper).

Auf der Flucht vor dem General gelangen die drei zu einem Krankenhaus, aus dem sie einen Patienten mitnehmen, der die drei mit Hilfe eines Rettungshelikopters aus Mexiko herausbringen soll. Dabei werden die vier von einem Kampfhubschrauber angegriffen, dem sie nur mit viel Glück und aufgrund des Könnens ihres (ansonsten geistig gestörten) Piloten entgehen können. Schließlich gelangen sie auf amerikanisches Territorium, wo der Kampfhelikopter abgeschossen werden kann. Der Name des Piloten: H.M. Murdock (Copley).

8 Jahre später im Irak: Hannibal, Face, B.A. und Murdock sind als Sondereinheit, genannt “A-Team”, im Irak stationiert. Kurz bevor das Team abrücken soll, wird Hannibal vom CIA-Agenten Lynch (Wilson) auf einen Einsatz angesprochen, bei dem er und sein Team gestohlene Druckplatten aus Bagdad zurückbringen soll. Gleichzeitig trifft Face auf seine Ex Charissa Sosa (Biel), die jetzt für das Verteidigungsministerium arbeitet und ihm verbietet, an einem solchen Einsatz mitzuwirken. Hannibal überzeugt seinen Vorgesetzten und Freund, General Morrison (McRaney) dennoch davon, dass sie den Einsatz durchführen können. Der Einsatz ist erfolgreich, doch auf dem Weg zum Treffpunkt explodiert der Humvee des Generals, die Druckplatten werden vom privaten Sicherheitsdienst Black Forest unter der Leitung von Brock Pike (Bloom) gestohlen. Das A-Team selbst wird festgenommen und in einer anschließenden Verhandlung vor einem Militärgericht unehrenhaft entlassen und zu jeweils 10 Jahren Haft verurteilt.

Sechs Monate später besucht Lynch Hannibal im Gefängnis und klärt ihn über den Stand der Dinge auf: Pike wurde in Frankfurt gesichtet, wo er die Platten an einen unbekannten Araber verkaufen will. Daraufhin verabredet Hannibal mit Lynch, dass er sich um Pike kümmern will, wenn Lynch dafür sorgt, dass die Akten vom A-Team reingewaschen werden. Daraufhin bricht Hannibal aus und befreit schließlich seine alten Kameraden.

In Frankfurt angekommen, schaffen sie es, den Araber gefangen zu nehmen und die Druckplatten an sich zu bringen. Da sie Lynch jedoch nicht trauen, kontaktieren sie auch Charissa, um die beiden zur Not gegeneinander auszuspielen. Bei der Aktion wird Pike zudem von Charissa festgenommen, aber kurze Zeit später Lynch überstellt.

Es stellt sich dabei heraus, dass Pike und Lynch zusammengearbeitet haben, um die Druckplatten in Besitz zu nehmen und große Mengen Falschgeld für die eigenen Zwecke produzieren zu können. Der dritte Mann, der sie im Irak unterstützt hat, war General Morrison, der nach seiner vermeintlichen Tötung die Rolle des Arabers übernommen hat. Da er jedoch für Lynch überflüssig geworden ist, bzw. sogar eine Gefahr darstellt, da er gegen Lynch aussagen könnte, befiehlt der CIA-Mann, den Unterschlupf des A-Teams zu bombardieren, anstatt den Deal mit Hannibal durchzuziehen. Bei dem Bombardement stirbt Morrison, das A-Team überlebt und bleibt in Besitz der Druckplatten. Sie sprechen sich mit Sosa ab und vereinbaren einen Deal, wobei sie von Lynch abgehört werden. Danach setzen sie sich über eine andere Leitung erneut mit Sosa in Verbindung.

Auf der Überfahrt über den Ozean präparieren sie einige Container und bereiten alles weitere für die vermeintliche Übergabe von Druckplatten und dem General, der durch Murdock verkörpert werden soll, vor. Durch einige Ablenkungsmanöver schaffen sie es, Lynch, der Sosa beschattet, aus der Deckung zu locken. Allerdings werden sie gleichzeitig von Pike beschossen, der den von Face erdachten Plan damit ins Wackeln bringt. Dennoch schaffen es Hannibal, Face und B.A., zunächst Pike aus dem Spiel zu nehmen, bevor sie Lynch als den tatsächlichen Täter bloßstellen können.

Kurz nach der Festnahme wird Lynch jedoch ans CIA überstellt, die sich um ihn kümmern wollen. Sosa, die im Rahmen der Vorfälle in Bagdad degradiert worden ist, wird wieder in ihren alten Rang eingesetzt. Das A-Team wird jedoch erneut festgenommen, dieses Mal wegen des Vorwurfs, aus einem Gefängnis entflohen zu sein. Bevor sie jedoch wieder im Gefängnis landen, schaffen sie es, sich aus dem Transporter zu befreien. Seitdem arbeiten sie als Söldner und können von jedem angeworben werden, der Probleme hat.

 

Kritik:

Nach Miami Vice und 3 Engeln für Charlie wurde nun also die nächste Kultserie der 70er und 80er ins Kino gebracht. Und wie bei den beiden anderen Serien wurde es kein simples Remake, sondern eine zeitgenössische und damit modernere Adaption der gesamten Thematik. Dies zeigt sich auch direkt in der Eingangssequenz, als der berühmte ’83er GMC Vandura-Van geplättet wird (durch eine herabstürzende Klimaanlage). Auch der neue Cast und die neue Ausrichtung der Charaktere verdeutlichen Relaunch-Charakter. So ist der moderne Hannibal Smith ein genialer Stratege und ein erfolgreicher Beschaffer von benötigten Daten und Informationen; die Anspielungen auf eine Tätigkeit als Schauspieler, die noch bei George Peppard gemacht wurden, fallen dieses Mal weg. Dafür wirkt Hannibal mehr wie ein Teamleader, der sich auch um seine Leute kümmert. Face wurde im Vergleich zur Serie zu einem noch extremeren Frauenhelden, was ihn in der einen oder anderen Situation aber auch in Schwierigkeiten bringen kann, so z.B. in der Eingangssequenz. Auch auf die Flugangst von B.A. wird genauer eingegangen, zudem wird das Verhältnis zwischen B.A. und Murdock noch etwas differenzierter dargestellt.

Die moderne Besetzung wirkt sich jedoch durchaus positiv auf die Chemie zwischen den Darstellern aus: bekanntermaßen hatten George Peppard und Mr.T im Verlauf der Serie ernsthafte Probleme miteinander, da Peppard wegen seines Ruhms zwar der größere Name war, Mr.T jedoch bei den Zuschauern populärer war. Bei der jetzigen Konstellation gab es solche Probleme nicht, zumal von den Darstellern auch nur Liam Neeson und Bradley Cooper dem US-Publikum bekannt sein dürften. Quinton Jackson ist bis dato eher als UFC-Kämpfer in Erscheinung getreten, und Sharlto Copley ist in den USA auch nur durch District 9 bekannt. Der recht unverbrauchte Cast harmoniert dementsprechend recht gut und schafft es, die Charaktere gut auszufüllen – wobei die natürlich aufgrund ihres Bekanntheitsgrades sowieso nicht viel Tiefgang haben. Jessica Biel hingegen bleibt mehr Eye Candy, und auch die anderen Nebendarsteller müssen nicht durch besonderes Können hervorstechen.

Von ihrer starken Seite zeigen sich jedoch wieder die Special Effects-Künstler. Wie es von einem Actionfilm dieser Kategorie zu erwarten ist, wird dort wieder alles mögliche gesprengt, zerstört und im Zweifelsfall auch zusammengebastelt. Trotz vieler Schussgefechte und groß angelegter Explosionen ist der Film ähnlich wie die Serie nicht besonders gewalttätig. Zwar gibt es im Vergleich zur Serie mehr Tote, dennoch enden die meisten Schießereien und Gefechte verhältnismäßig glimpflich, auch wenn wie immer alles mögliche explodiert. Das Highlight des Films dürfte aber neben dem finalen Showdown das Duell des A-Teams in einem abstürzenden Panzer gegen zwei bewaffnete Drohnen sein.

Die Soundeffekte sind annehmbar, auch die musikalische Untermalung ist in Ordnung. Es ist nur bedauerlich, dass der berühmte Themesong von Mike Post eigentlich nur im Abspann in voller Länge zu hören war. Dennoch wurde zumindest das Leitmotiv in einigen Arrangements verwendet.

Fazit: Das A-Team – Der Film ist eine typische Sommer-Actionkomödie: laut, mit vielen Explosionen, Schießereien und einigen humorvollen Szenen, aber auch ohne große Handlung. Wer eine Neuauflage der alten Serie haben will, dürfte enttäuscht sein – wer sich mit neuen Charakteren und einer modernen Adaption anfreunden kann, dürfte mit dem Film zufriedenzustellen sein. Zudem ist es empfehlenswert, den Abspann vollständig zu genießen – danach gibt es noch einige Szenen, die Fans der Serie zum Schmunzeln animieren könnten.

Bewertung: 7 von 10 Punkten.

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Kino-Review: Avatar – Aufbruch nach Pandora

Regie: James Cameron

Darsteller: Sam Worthington, Zoe Saldana, Sigourney Weaver, Stephen Lang, Michelle Rodriguez

Laufzeit: 161 Minuten

Kinostart in Deutschland: 17. Dezember 2009

FSK: ab 12 Jahren

Zur Handlung:
Wir schreiben das Jahr 2154. Die Erde hat keine eigenen Rohstoffvorkommen mehr und ist darauf angewiesen, andere Planeten zu plündern. Eines dieser neuen Abbaugebiete ist der Dschungelmond Pandora, der von sehr naturverbundenen Alienrasse, den Na’vi, bevölkert wird. Da es zwischen den Ureinwohnern und den Mineralschürfern immer wieder bewaffnete Konflikte gibt, wurde das AVTR-Projekt (sprich: Avatar) ins Leben gerufen. Dafür wurde die DNA von Menschen und Na’vi gekreuzt, um eine Art lebenden Roboter zu schaffen, der von Menschen gesteuert wird und ohne größere Probleme mit den Na’vi interagieren kann.
Nachdem sein Bruder getötet worden ist, wurde der querschnittsgelähmte Soldaten Jake (Worthington) gebeten, für diesen einzuspringen. Jake stimmt zu, und schon kurz nach seiner Ankunft auf Pandora merkt er, dass es sich bei dem Planeten um ein sehr raues Pflaster handelt.
Jake lernt schnell seine neuen Kollegen Norm (Joel David Moore) und seine Vorgesetzte Grace (Sigourney Weaver) kennen, wobei letztere von dem aus ihrer Sicht “primitiven Soldaten” zunächst nicht besonders angetan ist. Ganz im Gegensatz zum Kommandeur der Marines auf Pandora, Col. Quaritch (Stephen Lang), der in Jake eine Möglichkeit sieht, die Na’vi auszukundschaften und ihre Schwachstellen herauszufinden. Da Quaritch Jake anbietet, im Gegenzug für die Informationen die Lähmung heilen zu lassen, stimmt Jake zu.
Jake, der zunächst nur als Begleitschutz für die Avatare von Grace und Norm gedacht war, geht bei einer Exkursion verloren und wird von der Na’vi-Frau Neytiri (Saldana) gerettet. Da sowohl Grace als auch Quaritch und auch Selfridge, der Vertreter des Abbaukonsortiums RDA, der Ansicht sind, dass man die Chance nutzen sollte, um das Stammesleben aus nächster Nähe zu erforschen. Selfridge und Quaritch machen den Forschern aber auch klar, dass sie die Na’vi zu einem Umzug bewegen sollten, da ihr Clandorf direkt über einem riesigen Vorkommen des begehrten Unoptaniums liegt, und RDA gewillt ist, das Material um jeden Preis dort abzubauen.
Es kommt, wie es kommen muss: Jake lernt das Clansleben aus nächster Nähe kennen, bis er es schafft, offizielles Stammesmitglied zu werden und sich in das Volk und seine Retterin Neytiri zu verlieben. Als die Frist, die Selfridge für eine friedliche Einigung festgelegt hat, abläuft, werden Jake und die Forscher vor die Wahl gestellt, für welche Seite sie sich entscheiden: unterstützen sie die Na’vi und verraten so ihr eigenes Volk, oder lassen sie ihre neuen Freunde im Stich und überlassen sie der Willkür eines profitgierigen Konzerns und Söldnern?

Kritik:
Dafür, dass James Cameron angeblich so lange am Skript gearbeitet hat, kommt es absolut unkreativ daher: Wir vermischen einfach den Plot von “Der mit dem Wolf tanzt” mit dem Gedanken einer gedanklichen Steuerung einer anderen Figur aus “Matrix”, dem tragischen Liebeskonflikt von zwei aus verfeindeten Gruppen stammenden Personen, den man z.B. aus “Romeo und Julia” kennt, der Handlung des Poul Anderson-Romands “Erinnerung” und einem Schuß Pocahontas, und schon haben wir die Geschichte von Avatar zusammengebastelt. Wie man sich vorstellen kann, ist nicht die Story das, was den Film so auszeichnet.
Vielmehr ist es die neuartige Technologie, die den Film zu einem solchen Erlebnis werden lässt. Der Film kombiniert Realfilm mit CGI-Film und verwendet dabei nicht nur das altbekannte Motion Capturing, um die Bewegungen der Schauspieler auf die Computerfiguren zu übertragen, sondern so genanntes Performance Capturing, welches neben den Bewegungen auch Mimik, Gestik und die Mundbewegungen beim Sprechen aufzeichnet, so dass die Darsteller der Na’vi ihre Figuren ebenfalls fast vollständig darstellen mussten.
Doch damit nicht genug. Die Szenen wurden alle vollständig in 3D gedreht, weswegen der Film auch in einer 3D-Version in den Kinos erschienen ist. Doch Vorsicht: da der Film teilweise sehr schnelle Kamerafahrten hat und auch einige große Höhenunterschiede darstellt, sollte man sich vorher überlegen, ob man sowas wirklich gut verträgt. Allerdings ist auch die 2D-Version atemberaubend genug, um ein Erlebnis für sich zu sein.
Im Gegensatz zur Optik fällt die Akustik aber wieder leicht ab. Während die Soundeffekte angemessen umwerfend sind, läuft der Score jedoch in die Falle, außerirdische Ureinwohner mit irdischen Ethnorhythmen gleich zu setzen. Da wäre etwas mehr Mut zur Innovation seitens James Horner nett gewesen, aber so wird wirklich das Gefühl erzeugt, die Na’vi wären keine fremde Rasse, sondern lediglich die blaue Variante von irdischen Indianern oder anderen Ureinwohnern.

Fazit:
Die große Frage, die sich stellt ist: Ist “Avatar – Aufbruch nach Pandora” wirklich der Film des Jahres, wie es einige vermuten? Meine Antwort wäre: nein. Avatar ist zwar ein in technischer Sicht herausragender Film, der durchaus neue Standards setzen kann. Aber andererseits ist die Story zu vorhersehbar, und bisweilen muss man sich Gedanken machen, ob da wirklich alles logisch ist (Beispiel: Warum zeigen die Menschen Erstickungserscheinungen, wenn sie keine Atemschutzmaske aufhaben, können ansonst aber problemlos im T-Shirt herumlaufen?).
Wenn einen solche Dinge aber nicht stören und man einfach nur einen optisch wirklich prachtvollen, actionreichen und teilweise auch gefühlvollen Film sehen will, dann ist man bei Avatar gut aufgehoben. Von mir gibt es eine klare Empfehlung für den Film, auch wenn er nicht DER Film des Jahres 2009 ist.

Bewertung: 9 von 10 Punkten

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