TV Tipp: Star Wars Episode II: Angriff der Klonkrieger

200px-Aotc

Regie: George Lucas

Darsteller: Ewan McGregor, Natalie Portman, Hayden Christensen, Christopher Lee, Ian McDiarmid, Temuera Morrison, Samuel L. Jackson

Laufzeit: 137 Minuten

Erscheinungsjahr: 2002

FSK: ab 12 Jahren

Zur Handlung:

Seit den Vorgängen von „Die dunkle Bedrohung“ sind inzwischen 10 Jahre vergangen, und aus dem kleinen Jungen Anakin Skywalker ist inzwischen ein junger Mann (Christensen) geworden, der von seinem Meister Obi-Wan Kenobi (McGregor) zu einem Jedi ausgebildet werden soll. Als sie gerade wieder auf Coruscant eingetroffen sind, treffen sie auf Padmé Amidala (Portman), die nach ihrer Amtszeit nun als Senatorin dem Volk von Naboo dient. Die beiden Jedi werden als Beschützer von Amidala eingesetzt, nachdem diese bei ihrer Ankunft auf Coruscant nur knapp einem Attentat entgangen ist. Als in der Nacht ein erneutes Attentat auf Amidala stattfindet, sind die beiden zur Stelle und schaffen es nach einer halsbrecherischen Verfolgungsjagd in den Straßen von Coruscant, die Attentäterin (Leeanna Walsman) zu finden, welche jedoch von einem unbekannten Kopfgeldjäger getötet wird, bevor Obi-Wan und Anakin verwertbare Informationen von ihr erhalten können.

Um der Sache besser auf den Grund gehen zu können, beschließen die Jedi, sich zu trennen. Während Anakin mit Padmé als Flüchtlinge getarnt nach Naboo zurückkehrt, macht sich Obi-Wan auf den Weg zum Planeten Kamino, da die Waffe, die die Attentäterin Zam Wesell getötet hat, von diesem Planeten stammt. Bei einem Treffen mit Kaminoanern erfährt er, dass der verstorbene Jedi-Meister Sifo-Dyas bereits vor 10 Jahren eine Armee aus Klonkriegern bei den Kaminoanern bestellt hat. Als Obi-Wann den DNA-Spender für die Armee kennenlernen will, stellt sich heraus, dass es sich dabei um einen Kopfgeldjäger namens Jango Fett (Morrison) handelt. Dieser verneint jedoch, von einem Sifo-Dyas angeworben worden zu sein, sondern behauptet, ein Mann namens Tyranus habe ihn angeheuert. Da Obi-Wan Fett verdächtigt, an den Attentaten auf Amidala beteiligt zu sein, will er diesen festnehmen. Fett schafft es jedoch mit Hilfe seines Sohns Boba (Daniel Logan), der Festnahme zu entgehen, aber Obi-Wan kann einen Peilsender am Schiff des Kopfgeldjägers befestigen.

Währenddessen kommen sich Anakin und Padmé auf Naboo näher. Anakin ist in Padmé verliebt, seit er sie das erste Mal gesehen hat, doch zunächst wird seine Liebe nicht erwidert, da Padmé in ihm immer noch den kleinen Jungen aus dem Laden auf Tatooine sieht. Dennoch begleitet sie ihn nach Tatooine, nachdem Anakin wiederholt Albträume hatte, in denen er seine Mutter leiden sah. Auf Tatooine angekommen wenden sich die beiden zunächst an Anakins alten Besitzer Watto (Andrew Secombe), der die beiden aufklärt, dass ein Farmer namens Clieg Lars (Jack Thompson) Shmi gekauft und später geheiratet hätte. Lars kann bestätigen, dass Shmi bei ihm gelebt hat, allerdings wurde sie von Sandleuten entführt, und ihre Überlebenschancen wären sehr gering. Dennoch bricht Anakin auf und schafft es tatsächlich, seine Mutter zu finden. Allerdings ist sie durch die Folter der Sandleute so geschwächt, dass sie schließlich in seinen Armen verstirbt. Außer sich vor Zorn verstößt Anakin gegen den Kodex der Jedi und vernichtet aus purer Rachsucht das komplette Lager der Tusken, einschließlich aller Frauen und Kinder des Dorfes.

Nach seiner Rückkehr empfangen Padmé und Anakin ein Signal von Obi-Wan. Dieser ist Fett bis zum Planeten Geonosis gefolgt, wo er eine Versammlung der Separatisten beobachtet hat, die vom abtrünnigen Jedi Count Dooku (Lee) geleitet worden ist. Während der Überträgung wird Obi-Wan jedoch von Kampfdroiden angegriffen und letztlich überwältigt. Padmé und Anakin übermitteln die Nachricht an den Jedi-Rat und brechen nach Geonosis auf, während die Jedi-Meister Yoda (Frank Oz) und Mace Windu (Jackson) versuchen, auf Coruscant Unterstützung für die Jedi zu sammeln. Auf Geonosis werden unterdessen auch Anakin und Padmé gefangen genommen und genau wie Obi-Wan zum Tod in der Arena verurteilt. Dennoch schaffen es die drei, der Tötung durch die wilden Tiere so lange zu entgehen, bis Windu mit zahllosen anderen Jedi auf Geonosis eintrifft, um die drei zu befreien. Dennoch stehen die Chancen der Jedi schlecht, da die Separatisten ihre Kampfdroiden in die Arena geschickt haben. Während die Jedi um ihr Leben kämpfen, erreicht schließlich Yoda mit den Klontruppen von Kamino den Planeten. Nachdem der Senat Kanzler Palpatine (McDiarmid) Notstandsvollmachten erteilt hat, hat der Naboo-Abgeordnete Jar-Jar Binks (Ahmed Best) in Vertretung von Amidala die Aufstellung einer Armee der Republik beantragt, was Yoda die Möglichkeit gab, die Klonarmee im Namen der Republik zu verwenden, um in der Schlacht von Geonosis Anakin, Obi-Wan und Padmé zu befreien. Dooku schafft es zunächst zu fliehen, wird aber bei seinem Raumschiff von Obi-Wan und Anakin gestellt. In einem spektakulären Lichtschwert-Duell schafft es der ehemalige Jedi, die beiden jüngeren Kämpfer problemlos auszuschalten und Anakins Schwerthand abzutrennen, bevor die beiden von Yoda gerettet werden. Erst der alte Jedi-Meister schafft es, gegen den Gefallenen zu bestehen, muss diesen jedoch ziehen lassen, als er Obi-Wan und Anakin erneut retten muss.

Dooku flieht nach Coruscant, wo er sich als Darth Tyranus offenbart, der neue Schüler des dunklen Sith-Meisters Darth Sidious. Diesem übergibt er die Pläne für eine gewaltige Kampfstation (den Todesstern), der zum Symbol für den Aufstieg der Sith darstellen sollte.

Während dessen heiraten Anakin und Padmé in einer heimlichen Zeremonie auf Naboo, nachdem Padmé Anakin in der Arena von Geonosis ihre Liebe gestanden hat. Ein letzter glücklicher Moment für das junge Paar, denn der Schatten des Krieges lastet bereits schwer auf der Republik…

Kritik:

“Du bist erwachsen geworden.” Jener Satz, den Padmé Amidala leicht spöttisch zu Anakin Skywalker sagt, könnte genauso gut auf den zweiten Teil der Prequel-Trilogie zutreffen. Während Episode I bunt und farbenfroh, beinahe kindgerecht geraten ist, präsentiert sich “Angriff der Klonkrieger” erwachsener, nüchterner, düsterer. Während Naboo sich zunächst als naturbelassenes Paradies dargestellt hat und Coruscant zunächst den Glanz einer Hauptstadt verkörperte, haben sich die Präsentationen in Episode II stark verändert. Naboo wirkt zwar immer noch naturbelassen und paradiesisch, allerdings wirken die Landschaften nun reifer und betonen stärker die romantische Beziehungen zwischen den beiden Hauptcharakteren. Coruscant wird jedoch von einer prachtvollen Metropole zu einem grellen, im Neonlicht leuchtenden Moloch mit überfüllten Verkehrswegen, Drogenhändlern und kleinen Spelunken.

Ähnliches lässt sich über die Charaktere sagen: Während in Episode I betont zwischen guten und bösen Charakteren differenziert worden ist, verwischen in Episode II langsam die Grenzen zwischen gut und böse. Am deutlichsten wird das in der Entwicklung von Anakin Skywalker, der spätestens mit dem Mord an den Tusken den Weg des sauberen Helden verlässt und beweist, dass auch ein Held zu moralisch fragwürdigen Handlungen fähig ist. Rund um den Helden entwickeln sich dementsprechend auch die Feindbilder anders: die Sith geben sich freundlich, nahezu schmeichlerisch und rechtfertigen ihre Handlung offener als die Jedi, bei denen gerade Mace Windu, aber auch Yoda mit Vorbehalten gegenüber Anakin zu kämpfen haben. Einzig Obi-Wan gibt sich als Idealmenschen, der sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht in moralische Konflikte hineinziehen lässt, sondern stattdessen als allen gegenüber loyaler Vermittler zwischen seinen Verbündeten steht, gleichzeitig aber ohne zu zögern gegen ihre Feinde vorgeht.

Glücklicherweise hat George Lucas auch dieses Mal ein glückliches Händchen mit seiner Besetzung bewiesen. Zwar wirkt Hayden Christensen nicht überragend glaubhaft in der Rolle des tragisch werdenden Helden, dafür überzeugt Christopher Lee als korrumpierter Elder Statesman, der augenscheinlich nur das Beste für alle anderen will, letztlich aber nur eigene Interessen (bzw. die seines Herrn) verfolgt.

Ansonsten wird dem geneigten Zuschauer Lucas’sche Standardkost gereicht: bombastische Effekte, ein großartiger Soundtrack, aber auch eine eher dürftige Handlung, wobei sich diese im Vergleich zum direkten Vorgänger schon stark gebessert hat. Auch da zeigt sich wieder, dass George Lucas grundsätzlich gute Ideen hat, diese aber nur schlecht in seinem Skript umsetzen kann.

Fazit:

“Star Wars Episode II: Angriff der Klonkrieger” ist definitiv einer der stärksten Filme der gesamten Franchise. Durch den Beginn der Klonkriege wird ein erstes Highlight gesetzt, dass der Zuschauer ansonsten nur durch die Erwähnung in “Eine neue Hoffnung” gekannt hat. Zudem verfügen die Figuren zum ersten Mal in der neuen Trilogie über genug Tiefgang, dass ein Hineinversetzen in die Charaktere möglich erscheint. Der Versuch eines “erwachsenen” Star Wars-Teils? Definitiv geglückt.

Bewertung: 9 von 10 Punkten.

Star Wars Episode II: Angriff der Klonkrieger läuft am Sonntag, dem 01. August 2010, um 20.15 auf Pro Sieben.

" width="1" height="1" alt=" " />

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

eins × drei =