Kino Review: 22 Jump Street

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Regie: Phil Lord, Christopher Miller

Darsteller: Jonah Hill, Channing Tatum, Ice Cube, Peter Stormare, Amber Stevens, Jillian Bell, Wyatt Russell, Jimmy Tatro, Nick Offerman, Queen Latifah

Laufzeit: 112 Minuten

Kinostart in Deutschland: 31. Juli 2014

FSK:  ab 12 Jahren
Was macht man, wenn man eine Review zu einer Fortsetzung schreiben soll, obwohl man den ersten Teil noch nicht gesehen hat? Aufgeben? Verzweifeln? Von anderen abschreiben? Oder einfach hoffen, dass sich der Nachfolger nicht so stark auf den ersten Teil bezieht und eine grundsätzlich neue Handlung bietet? Naja, wie ihr lesen könnt, habe ich mich jetzt einfach mal an die Herausforderung gesetzt, und nachdem ich seit vielen Monaten endlich mal wieder in einer Sneak war, gibt es nun auch endlich wieder eine Sneak Review, die ich aufgrund der späten Veröffentlichung einfach Kino Review nenne.

 

Zur Handlung:

2 Jahre nach ihrem Erfolg im „21 Jump Street“-Programm sind die Undercover-Cops Schmidt (Hill) und Jenko (Tatum) nach wie vor gemeinsam im Einsatz. Nach einem gescheiterten Versuch, den Drogenhändler Geist (Stormare) zu fangen, werden die Beiden von Deputy Chief Hardy (Offerman) ins Jump Street-Programm zurückversetzt, das jetzt allerdings in einer Kirche in 22 Jump Street anzutreffen ist. Der Leiter des Programms, Captain Dickson (Cube) gibt den Beiden den Auftrag, in einem College zu ermitteln, in dem die neue Droge WHYPHY bereits für ein Todesopfer gesorgt hat.

Unter den Decknamen, die sie schon in der High School benutzt haben, nehmen beide an den Kursen teil, an denen auch das Opfer teilgenommen hat. Doch während sich Jenko schnell mit den Footballspielern Zook (Russell) und Rooster (Tatro) anfreundet, hat es Schmidt ungleich schwerer, sich in das Collegeleben einzufügen. Erst, als er sich in seine Kommilitonin Maya (Willams) verliebt, die er bei einem Poetry Slam kennen lernt, kommt auch er besser mit dem Studentenleben zurecht. Dennoch hat Schmidt weiterhin Integrationsprobleme, was auch zu Problemen mit Jenko führt, der auch dank Zook und Rooster zu einem beliebten Studenten wird. Und diese Probleme drohen, nicht nur das Team, sondern auch den Fall platzen zu lassen…

 

Kritik:

Undercover-Duo schleicht sich in ein für sie ungewohntes soziales Umfeld ein in der Hoffnung, einen Kriminellen festnageln zu können. Das Thema ist nicht neu, und auch die komödiantische Umsetzung ist nicht neu. Warum funktioniert 22 Jump Street trotz des nicht innovativen Konzepts und der durchaus vorhersehbaren Handlung? Weil man nichts auf die offensichtlichen Schwächen gibt, die Darsteller frisch sind und deren Chemie einfach stimmt. Egal ob Channing Tatum, der bei den etwas dümmlich wirkenden Footballern seine Peer Group findet, Jonah Hill, der letztlich zu den Nerds und Künstlern geht, aber auch ein Ice Cube, der den knallharten Captain wirklich großartig spielt, es ist einfach ein stimmiger Cast.

Ansonsten ist die Umsetzung eine klassische, für ein junges Publikum gedachte Actionkomödie. Sehr viel Tempo, sehr viel Witz (sogar überraschend viel Wortwitz), dazu schnelle Kamerafahrten und ein moderner Soundtrack. Eine passende visuelle und akustische Umsetzung des Stoffs. Auch der Umstand, dass es „nur“ eine Fortsetzung einer durchaus erfolgreichen Komödie ist, ist in diesem Fall nicht kontraproduktiv. Im Gegenteil, man besitzt genug Selbstironie, um auch diesen Umstand gelungen zu persifilieren. Kleiner Tipp: Auf jeden Fall auch den Abspann genießen, da gibt es noch einige lustige Szenen zu sehen.

 

Fazit:

22 Jump Street hat alle Chancen, die Komödie des Sommers zu werden. Anstatt einen lahmen Aufguss zu liefern, bietet der neue Teil viel Tempo und mit Seth Rogen Jonah Hill und Channing Tatum ein wirklich unterhaltsames und immer noch frisches Duo. Auf jeden Fall empfehlenswert!

 

Bewertung: 8 von 10 Punkten.

Sneak Review: Türkisch für Anfänger

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Regie: Bora Dağtekin

Darsteller: Josefine Preuß, Elias M’Barek, Pegah Ferydoni, Arnel Taci, Anna Stieblich, Adnan Maral, Katja Riemann, Günther Kaufmann

Laufzeit: 100 Minuten

Kinostart in Deutschland: 15. März 2012

FSK: ab 12 Jahren

Zur Handlung:

Die junge und leicht neurotische Lena Schneider (Preuß) will mit ihrer Mutter Doris (Stieblich), einer Alt-68erin und Sexualtherapeutin, einen Urlaub in Thailand verbringen. Da Lena jedoch das genaue Gegenteil von ihrer Mutter ist und es dementsprechend oftmals beiderseitiges Unverständnis gibt, hat sie für sich einen Platz in einer anderen Sitzreihe gebucht. Dort sitzt sie neben dem jungen Türken Cem (M’Barek). Dieser will ebenfalls einen Thailandurlaub zusammen mit seinem verwitweten Vater Metin (Maral), einem Polizisten, und seiner jüngeren Schwester Yağmur (Ferydoni) verbringen. Während des Flugs stürzt die Maschine ab. Scheinbar überleben alle, doch die Rettungsinsel von Lena, Cem und Yağmur sowie dem stotternden Griechen Costa (Taci) wird an eine einsame Insel gespült. Während sich die Eltern in ihrem Urlaubshotel langsam näher kommen, müssen die Jugendlichen auf der Insel zurecht finden. Zwar finden sie eine verlassene Hütte, in der sie übernachten können und ein Funkgerät finden, mit dem sie ihren Eltern zumindest mitteilen können, dass sie gesund sind. Da aber der Funkpeilsender des Rettungsfloßes zu schwach ist, um mit den vorhandenen Mitteln angepeilt zu werden, wollen sie versuchen, den Sender auf den höchsten Berg der Insel zu bringen. Als sie sich auf den Weg machen, kommen sie jedoch an einem Eingeborenendorf vorbei, in dem eine blonde Frau (Riemann) augenscheinlich getötet wird. Fluchtartig treten sie den Rückzug an. Langsam kommen sich Lena und Cem, die sich anfangs über die Anführerrolle gestritten haben, näher – ein Kunststück zwischen der neurotischen Emanze und dem Möchtegern-Gangster. Als sich Lena an einem Seeigel verletzt, ist es letztlich Cem, der sie zu den Eingeborenen bringt in der Hoffnung, dass sie dort kuriert wird. Dabei stellt sich heraus, dass die blonde Frau die ehemalige Forscherin Uschi ist, die einen Eingeborenen geheiratet und den Stamm zivilisiert hat. Mit Hilfe eines Satellitentelefons können sie dann auch ihre Eltern verständigen, so dass sie den letzten Abend auf der Insel feiern können. Während Yağmur und Costa sich langsam näher kommen, verbringen Cem und Lena die Nacht miteinander, wobei Lena von Uschis THC-haltiger Friedenspfeife berauscht war. Am nächsten Morgen findet Lena heraus, dass Cem und Costa darum gewettet haben, dass Cem mit Lena schläft. Lena ist deswegen verletzt und umso entsetzter, als sie erfährt, dass sich ihre Mutter mit Metin verabredet hat. Lena versucht alles, um Cem loszuwerden und geht dabei sogar so weit, dass sie Metin glauben lässt, die Bande, während der seine Familie in einem Zeugenschutzprogramm gelandet sind, hätte ihn jetzt wieder gefunden. Dann erfährt sie aber, dass Cem und sie doch keinen Sex hatten, woraufhin sie die Tat gegenüber Doris eingesteht und es die beiden am Ende doch noch schaffen, Metin, Cem und Yağmur vor ihrer Abreise abzufangen. Cem und Lena gestehen sich ihre Liebe ein, und am Ende feiern Metin und Doris, Cem und Lena, Costa und Yağmur gemeinsam auf der einsamen Insel.

 

Kritik:

Lena und Doris Schneider, Cem, Metin und Yağmur Öztürk, Costa…wem diese Namen bekannt vorkommen, der wird sich an die Serie “Türkisch für Anfänger” erinnern, die noch vor ein paar Jahren auf ARD ausgestrahlt wurde. Da ich die Serie nie gesehen habe, kann ich keine Aussage darüber treffen, wie stark die Unterschiede zwischen den Serien- und den Filmcharakteren ausgeprägt sind. Die Filmcharaktere triefen jedenfalls vor Klischees. Da wäre zum Beispiel Lena, die intellektuelle Feministin, Emma-Abonnentin mit hohem Nervensägenfaktor, dann Cem, der wohlbehütete Junge aus Charlottenburg, der so gerne der harte Kerl aus den Straßen Kreuzbergs wäre, oder die unendlich peinliche Doris, die mit Mitte 40 Jungs nachsteigt, die eher im Alter ihrer Tochter sind, sich beinahe mit einer männlichen Prostituierten einlässt und im Justin Bieber-Badeanzug am Pool auftaucht und somit der perfekte Grund zum Fremdschämen ist. Zu den nicht unbedingt sympathisch wirkenden Hauptfiguren gesellen sich dann noch viele Stereotypen und wirklich alberne Witze, und das ganze dann noch in eine unsinnige Story verpackt. Das ganze wird dann als Multikulti-Clash verkauft und soll vermutlich lustig sein. Das Problem ist: Es ist nicht lustig. Zwar gibt es einige Gags, die vom Timing her wirklich sehr gut sitzen, aber zu viele Witze sind einfach schlecht oder zünden nicht. Zudem erinnert die dreifache Geschichte von zwei unterschiedlichen Charakteren, die sich ineinander verlieben, zu sehr an diverse seichte Liebeskomödien. Dass man den Darstellern zudem ihr Teeniedasein nicht abnimmt, kommt dann noch erschwerend hinzu. Überflüssig ist zudem der Einbau prominenter Nebendarsteller. Katja Riemann und Günther Kaufmann waren in ihren Rollen zwar eindeutig zu erkennen, aber aufgrund der Oberflächlichkeit ihrer Figuren hätte es ausgereicht, ihnen einfache Cameo-Auftritte zu geben. So waren die beiden Darsteller in ihren Rollen einfach verschwendet.

Zudem weist der Film auch handwerkliche Mängel auf. Gerade der Anfang erinnert von Schnitt oder Musikunterlegung her an einen Trailer, da viele Sequenzen einfach aneinandergereiht wurden. Zwar verständlich, da es nur die Einleitung gewesen ist, dennoch ist ein solcher Stil etwas irritierend. Aber auch sonst hat die zwanghafte Unterlegung von Filmsequenzen mit moderner Popmusik etwas von einer Daily Soap oder Telenovela, die ja bekanntermaßen die hohe Kunst des deutschen Fernsehens darstellen. Der auch auf einem bekannten Videoportal gehypte Song der Figur “Cem” ist natürlich ein bewusster Grund zum Fremdschämen, dürfte aber als Parodie auf viele deutsche Hiphopper durchaus gelungen sein.

 

Fazit:

Türkisch für Anfänger ist in erster Linie ein Film für Freunde der besonders seichten Unterhaltung und vielleicht noch für Fans der Serie, auch wenn die beschriebene Handlung nichts mit der aus der Serie zu tun hat. Ansonsten bietet sich der Film wirklich nur für eine Sneak Preview an – wenngleich die Marketingaktionen, die den Film begleiten, etwas anderes deutlich machen wollen – oder eben für die Verwertung bei ARD oder einem dritten Programm. Wobei man dann wieder die Frage stellen müsste, warum so ein Film dann wahrscheinlich um 20.15 Uhr laufen darf, während die wirklich guten Filme ins Nachtprogramm verbannt werden. Wie dem auch sei, es mag Leute geben, die sich den Film anschauen wollen, ich gehöre nicht dazu. Einmal reicht, um wirklich alle Gags mitzubekommen.

 

Bewertung: 2 von 10 Punkten.

Sneak Review: Die Muppets

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Regie: James Bobin

Darsteller: Jason Segel, Amy Adams, Chris Cooper, Rashida Jones

Laufzeit: 109 Minuten

Kinostart in Deutschland: 19. Januar 2012

FSK: ab 0 Jahren

Zur Handlung:

Der junge Muppet Walter lebt zusammen mit seinem menschlichen Bruder Gary (Segel) in dem kleinen Städtchen Smalltown. Seit seiner Kindheit ist er ein großer Fan der Muppet Show, und als Gary mit seiner Freundin Mary (Adams) nach Los Angeles fährt, ist Walter überglücklich, da er die beiden begleiten und die Muppet Filmstudios besichtigen kann. Als er jedoch sieht, wie heruntergekommen die Studios sind, ist er sehr enttäuscht. Dann erfährt er jedoch, dass der böse Ölbaron Tex Richman (Chris Cooper) das Studiogelände aufkaufen will, um dort nach Öl zu bohren.

Für Walter und Gary ist der Fall klar: Die Muppets müssen das Studiogelände zurückkaufen, und um das Geld dafür zu erhalten, müssen sie eine neue Show auf die Beine stellen, um mithilfe von Spenden genug Geld zu sammeln. Leider haben sich die Muppets nach Ende ihrer Show in alle Welt zerstreut: Während Kermit zurückgezogen mit dem 80er Jahre Roboter in seiner Villa in Los Angeles lebt, tritt Fozzy Bear mit seiner eigenen Truppe, den Moopets, in Reno auf, Gonzo arbeitet im Sanitärbereich, und Tier macht zusammen mit Jack Black ein Anti-Aggressionstraining. Kermit schafft es mit der Hilfe von Gary und Walter, die gesamte Truppe wieder zusammen zu ziehen, als sie schließlich nach Paris reisen, um dort Miss Piggy zu bitten, wieder mit ihnen aufzutreten. Piggy, die inzwischen als Redakteurin in der Übergrößenabteilung der Vogue arbeitet, hatte sich doch nach Ende der Show von Kermit getrennt und weigert sich deswegen, mit ihnen zurückzureisen. Wieder in den Studios entschließen sich die Muppets, den Saal erstmal wieder in Ordnung zu bringen, während man als Ersatz für Miss Piggy den Moopet Miss Poogy präsentiert. Piggy taucht überraschend trotzdem auf, so dass für Poogy letztlich kein Platz mehr bleibt.

Während Mary mehr und mehr frustriert ist, weil Gary mehr Zeit mit Walter und den Muppets verbringt, erleben diese weitere Rückschläge. So ist kein namhafter Sender bereit, ihre Show zu übertragen, da sie laut Programmchefin Veronica (Jones) nicht mehr populär genug seien. Erst als die Erfolgsshow “Punch Teacher” (mit Gastgeber Dr. Ken) wegen Protesten der Lehrergewerkschaft abgesagt wird, gibt Veronica den Muppets die Chance, deren Zeitfenster zu übernehmen, sofern sie einen prominenten Moderator finden. Da es nur noch wenige Tage bis zur Show sind und Kermits alte Kontakte nichts mehr taugen, entführen die Muppets kurzerhand Jack Black und zwingen ihn zu der Rolle als Moderator. Währenddessen versöhnen sich Gary und Mary wieder und reisen zurück nach Smalltown, und Walter bekommt von Kermit einen Platz im Team angeboten; allerdings weiß Walter nicht, mit was für einem Talent er in der Show auftreten soll.

Der Beginn der Show verläuft eher verhalten. Zwar gibt es im Gegensatz zu den Problem keine größere Pannen, aber mit Ausnahme von Hobo Joe (Zach Galifianakis) ist kein Zuschauer im Saal zu sehen. Erst im Laufe der Zeit trifft dieses ein, und für die Spendentelefone finden sich dann auch Stars wie Whoopi Goldberg, Selena Gomez und Neil Patrick Harris ein. Zwar versucht Tex Richman immer wieder, die Show zu sabotieren, aber sowohl die zurückkehrenden Gary und Mary als auch Onkel Tödlich, der sich gegen seinen Boss Richman wendet, sorgen dafür, dass die Show dennoch weitergehen kann. Zudem schafft es Gary, Walter von seinem Talent zu überzeugen, so dass dieser die letzten fünf Minuten der Show, für die die Muppets bislang keinen Act mehr hatten, mit einer Pfeif- und Tanznummer überbrücken kann. Am Ende stellt sich zwar heraus, dass die Muppets das Spendenziel von 10 Millionen Dollar weit verfehlt haben, aber die volle Straße vor dem Studio beweist ihnen, dass sie wieder berühmt sind. Und nachdem Tex Richman eine Bowlingkugel an den Kopf bekommen hat, gibt er ihnen auch das Studiogelände zurück.

 

Kritik:

Wie man schon aus der Zusammenfassung der Story erkennen kann, erfindet man mit den Muppets den Puppentrickfilm nicht neu. Dennoch schafft es das Autorenteam rund um “Uncle Marshall” Jason Segel, diese altbekannte Geschichte mit einigem Charme neu zu erzählen. Zudem geben sich die Muppets im Jahr 2012 mit einiger Selbstironie, beispielsweise wenn es um ihre Popularität geht: So verwechselt Jungschauspieler Rico Rodriguez Kermit mit einen der Teenage Mutant Hero Turtles, und auf einem Diagramm, das den Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad von TV-Persönlichkeiten darstellen soll, erscheinen sie gar nicht erst. Zwar sitzen nicht alle Gags, was aber aufgrund der hohen Dichte an witzigen Ideen nicht sehr schwerwiegend ins Gewicht fällt. Zudem sollte man im Hinterkopf behalten, dass die Geschichte auf ein jüngeres Publikum zugeschnitten ist, was sich nicht nur in den Gags, sondern auch in den häufig auftretenden Gesangseinlagen widerspiegelt. Generell haben einige der Songs Ohrwurm-Potenzial, und mit dem Jefferson Starship-Klassiker “We built this City” und dem legendären “Mah na mah na” haben es auch zwei bekannte Songs in den Soundtrack geschafft.

Wie man sieht, ist der Film eher auf ein junges Publikum zugeschnitten. Was sollte dann ältere/erwachsene Zuschauer dazu bewegen, sich den Film auch anzuschauen? Abgesehen davon, dass Generationen aktueller Kinogänger mit den Muppets groß geworden sind, sorgt ein richtig großes Aufgebot an Gaststars dafür, das auch ältere Zuschauer von dem Film gut unterhalten werden. Außer den bereits erwähnten Jack Black, Zach Galifianakis, Neil Patrick Harris, Selena Gomez, Rico Rodriguez und Whoopi Goldberg treten unter anderem noch Foo Fighters-Frontmann Dave Grohl als Moopet Animool, Sarah Silverman als Kellerin, Emily Blunt als Empfangsdame, Alan Arkin und Fernsehlegende Mickey Rooney auf. Und wer bei den Gesangsszenen gut aufpasst, wird sogar den Auftritt eines bekannten TV-Wissenschaftlers sehen.

 

 

Fazit:

Wie soll man einen Film rezensieren und fair beurteilen, der so offensichtlich für ein anderes Publikum gemacht ist wie dieser? Ich habe mir diese Frage etwas länger gestellt und bin letztlich zu dem Urteil gekommen, dass man eben keine normalen Maßstäbe anlegen kann; dafür sind die Charaktere zu überzeichnet, sowohl vom Konzept her als auch von der Darstellung durch die Schauspieler. Deswegen denke ich, dass bei diesem Review vor allem der Unterhaltungsfaktor für die Bewertung ausschlaggebend sein sollte, und ich fühlte mich von dem Film wirklich gut unterhalten. Wenngleich viele Gags eher auf Kinder zugeschnitten waren, so sind jedoch etliche der Anspielungen und natürlich jeder der Cameo-Auftritte ein richtiger Genuss. Dennoch würde ich den Film eher Familien mit jüngeren Kindern empfehlen, da die insgesamt besser unterhalten werden als Erwachsene. Dennoch handelt es sich bei den Muppets um einen rundum gelungenen Film, der im übrigen als Vorfilm den Pixar-Kurzfilm “Small Fry” hat, in dem der “Toy Story”-Protagonist Buzz Lightyear durch ein Spielzeug aus einer Fast Food-Kette ausgetauscht wird.

 

Bewertung: 7 von 10 Punkten.

Sneak Review: Fasten auf Italienisch

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Regie: Olivier Baroux

Darsteller: Kad Merad, Valerie Benguigui, Roland Giraud, Philippe Lefebvre, Guillaume Gallienne, Sid Ahmed Agoumi, Farida Ouchani, Saphia Azzeddine, Karim Belkhadra

Laufzeit: 102 Minuten

Kinostart in Deutschland: 13. Januar 2011

FSK: ab 0 Jahren

 

Zur Handlung:

Dino Fabrizzi (Merad) ist ein Italiener, wie er im Buche steht: Glatze, modischer Bart, gepflegtes Auftreten, charmant, hört gerne italienischen Schlager und fährt Maserati. Das Problem: Dino heißt eigentlich Mourad Ben Saoud, kommt aus einer algerisch-stämmigen Familie und arbeitet als Autoverkäufer bei einem Maserati-Händler in Nizza. Seiner Familie gaukelt er vor, er würde in Rom arbeiten, und jedes Mal, wenn er seine Familie am Wochenende besuchen will, fährt er zum Flughafen von Marseille, wo er sich von seiner Mutter Rachida (Ouchani) und seiner Schwester Amel (Azzeddine) abholen lässt.

Mourad kann sein Doppelleben so lange genießen, bis sein Vater Mohamed (Agoumi) einen schweren Herzinfarkt erleidet. An dessen Krankenbett verspricht Mourad, an seiner Statt den Ramadan einzuhalten. Schwierig für jemanden, der zwar viel Erfahrung hat mit italienischen Traditionen, aber völlig vergessen hat, wie die eigenen religiösen Sitten aussehen…

 

Kritik:

Regisseur Olivier Baroux wagt sich an ein schwieriges Thema: Integration von Immigranten in die Gesellschaft. Dennoch gelingt es dem Cast, den Spagat zwischen den komischen Momentan und den eher tragischen Situationen auszuhalten, ohne dass man ins Lächerliche oder ins Pathetische abdriftet.

Kad Merad (der selbst Kaddour Merad heißt und aus ähnlichen Gründen wie sein Film-Alter Ego seinen Vornamen verkürzt hat) brilliert in der Rolle des weltoffenen, charmanten Italieners, der eigentlich ein Algerier mit starkem Bezug zu seiner Familie ist, der allerdings durch sein verweltlichtes Leben keinerlei Bindungen mehr zu seiner Religion hat. So sorgt es für belustigende Momente, als man sieht, wie sich Mourad mit dem Buch „Der Islam für Dummies“ auseinander setzt, sich mit dem Imam (Belkhadra) über das Leben im Ramadan unterhält, sich verzweifelt seiner Freundin Helene (Benguigui) verweigern will und im Job wegen des für ihn ungewohnten Rhythmusses immer gereizter reagiert. Andererseits kann der Zuschauer genauso bewundernd realisieren, wie sehr sich Mourad in den Ramadan hinein steigert und dadurch sogar einen anderen Blick auf sein Leben bekommt. Merad, vielen vielleicht noch aus „Willkommen bei den Sch’tis“ oder „22 Bullets“ ein Begriff, kann durch seine eigenen Erfahrungen mit dem Thema Integration die Figur des Mourad absolut glaubwürdig verkörpern und ist nicht zu unrecht der zentrale Star dieses Films, bei denen die anderen Charaktere wirklich nur Zuarbeiter für die Hauptfigur sind.

Interessant ist auf jeden Fall der Blick auf die zugrunde liegende Problematik: Wie Mourads Mutter gegen Ende des Films sagt, wurden die Immigranten aus dem Maghreb in erster Linie nur geduldet und mussten „den Kopf unten halten“. Dies ist auch die Aussage dieses Films, schließlich musste sich Mourad ein Alter Ego zulegen, um letztlich von der Gesellschaft anerkannt zu werden. Daran ändert sich auch im weiteren Verlauf der Story wenig, die somit nur den Status Quo bestätigt und keinerlei Entwicklung zeigt.

 

Fazit:

“Fasten auf italienisch” ist eine kleine, nette, wenngleich vorhersehbare Komödie, die auf angenehme Weise mit den unterschiedlichen Nationalitäten und den dazu passenden Klischees spielt. Hinzu kommen wunderschöne Landschaftsaufnahmen von der französischen Mittelmeerküste und ein klasse Soundtrack, der verständlicherweise von italienischem Schlager dominiert wird, was aber sehr gut zum Film passt. Zwar kein Film, der ein unbedingter Must-See im Kino ist, den man aber spätestens im TV genießen sollte.

 

Bewertung: 6 von 10 Punkten.

Sneak-Review: Wie durch ein Wunder

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Regie: Burr Steers

Darsteller: Zac Efron, Charlie Tahan, Amanda Crew, Kim Basinger, Ray Liotta, Donal Logue, Augustus Prew

Laufzeit: 100 Minuten

Kinostart in Deutschland: 07.10.2010

FSK: ab 6 Jahren

Zur Handlung:

Wir schreiben das Jahr 2005. Charlie St. Cloud (Efron) ist ein Gewinner-Typ. Zusammen mit seinem kleinen Bruder Sam (Tahan) gewinnt er eine Segelregatta und damit ein Stipendium für die Stanford-Universität. An dem Abend, an dem er sich eigentlich von seinen Freunden verabschieden wollte, muss er jedoch auf Sam aufpassen, da seine Mutter (Basinger) arbeiten muss. Charlie schleicht sich dennoch raus, muss dann aber doch seinen Bruder mitnehmen. An einer Kreuzung muss Charlie warten, jedoch wird sein Auto erst von einem Jeep gerammt und auf die Gegenfahrbahn geschleudert, wo sie von einem entgegenkommenden Lastwagen erfasst werden. Als die Rettungskräfte eintreffen, schafft es der Sanitäter Florio Ferrente (Liotta), Charlie zu reanimieren – aber Sam stirbt. Bei der Beerdigung soll Charlie Sams Baseballhandschuh in das Grab legen, schafft es aber nicht, sondern rennt in die Wälder, wo er zusammenbricht. Auf einer Lichtung trifft er auf Sams Geist, dem er verspricht, jeden Abend wiederzukommen und mit ihm Baseball zu spielen.

5 Jahre später: Charlie hat sein Stipendium nicht angenommen und arbeitet nun als Gärtner auf dem Friedhof zusammen mit seinem Freund Alistair (Prew). Dabei begegnet er seiner ehemaligen Mitschülerin Tess (Crew), die demnächst an einer Weltumsegelung teilnehmen will. Eines Abends kommen die beiden ins Gespräch, das Tess aber nach kurzer Zeit beendet, da sie am nächsten Tag trainieren muss. An jenem Tag entscheidet sie sich, gegen den Willen ihres Trainers (Logue) das Boot in einem Sturm zu testen. Gleichzeitig begegnet Charlie seinem Retter Ferrente erneut, der ihn in einem Gespräch zu erklären versucht, dass er wieder beginnen soll zu leben. Charlie zeigt sich davon unbeeindruckt, schaut sich aber dennoch an, wie Tess den Hafen ihrer Heimat verlässt, um zu jenem Training aufzubrechen.

Am nächsten Tag findet Charlie Tess am Grab ihres Vaters liegen. Er versorgt sie und verabredet sich mit ihr, und langsam entwickelt sich eine zarte Romanze zwischen den beiden. Diese endet jedoch, als er eines Abends fast zu spät zum Treffen mit Sam gekommen wäre, weswegen Sam ihm vorwirft, Charlie würde ihn langsam vergessen. Am nächsten Tag erfährt Charlie jedoch, dass Tess von ihrer Trainingsrunde nicht zurückgekehrt ist und seitdem vermisst wird. Als er am Abend mit Sam darüber spricht, erkennt er, dass sie noch am Leben sein muss und bricht zusammen mit Alistair und Tess’ Trainer auf, um nach ihr zu suchen. Die Suche erstreckt sich über einen ganzen Tag, und als er Abends sein Treffen mit Sam endgültig verpasst, entschuldigt sich Charlie bei seinem Bruder. Sam erwidert ihm aus dem Wald, dass er Charlie liebt und fährt auf in den Himmel, nicht ohne Charlie ein Zeichen zu geben, wo das Wrack liegt. An der Stelle, an der das Boot gekentert ist, springt Charlie ins Meer, ohne Tess an Bord des Boots zu finden. Schließlich entdeckt er sie auf einem Felsen, wo er sie mit ihrer Körperwärme am Leben erhält, bis die beiden gerettet werden.

Am Ende kauft sich Charlie ein Boot und beginnt wieder zu segeln. Er lädt Tess ein, mit ihm aufs Meer hinaus zu fahren, doch Tess zögert, da sie aus der Zeit ihrer Bewusstlosigkeit Träume von ihrer Romanze hat. Charlie sagt, dass es Erinnerungen seien und zitiert ein Gedicht, über das sie in ihrer gemeinsamen Zeit geredet haben. Schließlich ergreift Tess seine Hand und steigt mit ihm auf das Boot.

 

Kritik:

Filme mit Herzschmerz und Tod (bzw. dessen Bewältigung) scheinen in letzter Zeit im Trend zu sein. Während “Hinter dem Horizont” in den 1990er Jahren noch eher eine Ausnahme war, gibt es inzwischen mehrere Ansätze, teils romantisch geprägt (so die ganzen Nicholas Sparks-Adaptionen), teilweise auch auf Spannung ausgelegt (wie die bereits von mir rezensierte Adaption des Alice Sebold-Romans “In meinem Himmel”). “Wie durch ein Wunder” ist da keine Ausnahme, basiert dieser Film doch auf dem Roman “The Death and Life of Charlie St. Cloud” von Ben Sherwood. Und genau wie die Sebold-Verfilmung krankt auch dieser Film an mehreren Stellen: Zum einen wird der Konflikt, in dem sich Charlie seit dem Tod seines Bruders befindet, zu lang und zu langatmig aufgebaut. Dass man diese Rolle mit Zac Efron besetzt hat, der zwar als Teenie-Darling in Disney-Produktionen funktioniert, für Charakterrollen aber zu wenig unterschiedliche Gesichtsausdrücke beherrscht (man könnte auch behaupten, er hätte die Schauspielerei bei Steven Seagal erlernt, aber dann müsste er gut kämpfen können), macht die Sache aufgrund der erwähnten Schwächen Efrons nicht besser.

Aber auch der Rest des Cast ist eher enttäuschend: Kim Basingers Auftritt dürfte insgesamt knapp 3 Minuten gedauert haben, und auch Ray Liotta darf sein botoxgestähltes Gesicht nur für 2 Kurzauftritte in die Kamera halten. Abgesehen von Charlie Tahan, der in die fast schon klischeehafte Rolle des teilweise nervigen kleinen Bruders fällt und diese mit zwei Gesichtsausdrücken mehr als Efron verkörpert, wirkten alle anderen Charaktere mehr wie unbedeutende Nebenrollen, auch Tess ist mit Ausnahme der kurzen Romanze eher im Hintergrund zu finden. Dabei kann Amanda Crew immerhin als Augenweide punkten, denn auch sie wird schauspielerisch nicht überfordert.

Wenn es nur an einem schlechten Cast liegen würde, könnte man dem Film vielleicht noch zu Gute halten, dass durch die Besetzung einfach nur viel Potenzial verschenkt worden ist. Leider ist der Plot an sich viel zu langatmig: Von ca. 100 Minuten Film geht eine gefühlte Stunde dafür drauf, Charlies Konflikt aufzubauen, 20 Minuten für die sich entwickelnde Romanze, und erst gegen Ende wird deutlich, wie sich Charlie entscheidet. Die vorhandenen Längen werden leider nur durch viel Kitsch, schwache Dialoge und etliche unfreiwillig komische Szenen aufgefüllt; wirklich starke Momente, bspw. als Charlie mental zusammenbricht und seine Wohnungseinrichtung zerstört, sind leider Mangelware. Zudem sind viele Szenen in dem Film sehr vorhersehbar, und gerade als die Romanze zwischen Charlie und Tess beginnt, ist die Spannung leider schon völlig raus, und eigentlich jedem Zuschauer dürfte dann bereits klar sein, wie sich die Geschichte weiter entwickelt.

Die einzige Stärke des Films sind die Landschaftsaufnahmen, die an der Küste von British Columbia gedreht worden sind. Eigentlich bezeichnend, dass einige schöne Bilder das Beste an dem ganzen Film sind.

 

Fazit:

“Wie durch ein Wunder”…diese Wendung lässt sich mit Bezug auf dem Film gleich mehrfach verwenden. “Wie durch ein Wunder”…habe ich es geschafft, diesen Film im Kino zu sehen, ohne einzuschlafen oder beschämt den Saal zu verlassen. “Wie durch ein Wunder”…sind auch die meisten anderen Gäste der Sneak geblieben – wenngleich sie sich fast nur noch über den Film lustig gemacht haben. Dafür waren andere Sachen so vorhersehbar wie der Film selbst: Zum einen, dass sich die weiblichen Zuschauer über Zac Efron gefreut haben, während die männlichen regelmäßig lachen mussten. Zu anderen, dass der Film eigentlich von allen verrissen worden ist. Zu langatmig, zu vorhersehbar, zu kitschig und teilweise zu lächerlich, das sind die 4 Charakteristiken, die den Film auszeichnen. Zudem dürfte die Nachfrage nach Filmen in diesem Genre eigentlich durch die ganzen Nicholas Sparks-Adaptionen befriedigt worden sind. Diese dürften zudem weitaus erträglicher sein, als dieses Machwerk, das mit einem absolut uncharismatischen Hauptdarsteller leben muss und daran scheitert. Mein Tipp: Der Film taugt nicht für einen gemütlichen DVD-Abend, sowas sollte nichtmals bei arte gesendet werden und somit erst recht nicht bei einem der “großen” TV-Sender. Investiert das Geld lieber in andere Filme. Oder lest das Buch, das dürfte (wie eigentlich immer) besser sein als dieser Schund.

 

Bewertung des Films: 2 von 10 Punkten.

 

 

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