Neue Form zur Äußerung der politischen Meinung entdeckt!

Als sie sahen, wie einfach es geht, kamen sie aus dem Staunen nicht mehr raus!

Alles begann damit, dass die Forschungsgruppe vor knapp 14 Tagen eine gelbe Karte aus dem Briefkasten genommen hat. „Wahlbenachrichtigung“ stand auf der Karte, doch der Begriff war den Forschern bislang nicht geläufig. Infolgedessen mussten sich die Forscher zunächst weitere Hintergrundinformationen holen.

„Eine Wahl“, so die internationale Internetenzyklopädie Wikipedia, „im Sinne der Politikwissenschaft ist ein Verfahren in Staaten, Gebietskörperschaften und Organisationen zur Bestellung einer repräsentativen Person oder mehrerer Personen als entscheidungs- oder herrschaftsausübendes Organ. Aus Wahlen können Abgeordnete (z. B. bei Landtags- und Bundestagswahlen), Kreis-, Stadt-, Gemeinderäte (bei Kommunalwahlen), Präsidenten und Regierungschefs, Vorstände, Aufsichtsräte, Betriebsräte u. ä. hervorgehen. Diese Amts- oder Mandatsinhaber erhalten ihre Legitimation dadurch, dass eine Personengruppe in einem vorher festgelegten Verfahren ihren Willen äußert. Die Summe der Einzelentscheidungen führt zu der im Wahlergebnis abgebildeten Gesamtentscheidung.“

Interessant, dachten sich die Forscher. Damit ist eine Wahl also eine Möglichkeit, seine Meinung zu äußern, und dass an einer Stelle, bei der sie wirklich zählt. Nicht auf Facebook anderen sozialen Medien oder diesen Onlinepetitionen, wo zwar jeder seine Meinung äußern kann, wie er will, aber wo er nichts bewegen kann, weil die Meinung zwar von vielen gelesen werden kann, aber eben keinen sonstigen Wert hat. Bei einer Wahl entscheidet diese Meinung aber mit über den politischen Kurs in der Zukunft. Selbst wenn sich die eigene Meinung nicht durchsetzen kann, weil mehr Leute einer anderen Meinung sind, so zeugt eine große Anzahl Gleichgesinnter jedoch davon, dass die eigene Meinung nicht unerheblich ist, sondern auf lange Sicht vielleicht doch Berücksichtigung finden wird.

Aus diesem Grund haben sich die Forscher noch eingehender mit dem Thema „Wahl“ beschäftigt. Sie haben sich angeschaut, was an diesem Sonntag gewählt werden soll. Sie haben sich angeschaut, welche Personen und Parteien zur Wahl stehen, und welche Meinung die Betreffenden vertreten. Dazu haben sie auf das Internet zurückgegriffen, wo man auf den Social Media-Seiten, aber auch auf den Webseiten der Kandidaten viele Informationen finden kann. Andere haben sich nicht nur auf das Internet verlassen, um sich ein Bild der Kandidaten zu machen. Viele Kandidaten nehmen auch an öffentlichen Veranstaltungen, öffentlichen Sprechstunden oder Podiumsdiskussionen teil, bei denen sich die Forscher ebenfalls detailliert über die Meinung der Personen und Parteien informieren konnten.

Und auch über das Prozedere der Wahl haben sie sich informiert. Sie nehmen am Tag dieser Wahl ihre Wahlbenachrichtigung mit und begeben sich an den Ort, der auf der Benachrichtigung genannt ist; das ist das so genannte „Wahllokal“. In diesem Lokal, in dem es im Normalfall leider nichts zu essen gibt, identizifizieren sie sich bei einigen Freiwilligen, den so genannten „Wahlhelfern“. Diese geben ihnen lange, tabellarische Listen, die auch „Stimmzettel“ genannt werden. Dort befinden sich zwei Listen, die eine ist für die „Erststimme“, mit der sich eine Person wählen lässt. Die andere, die „Zweitstimme“, ermöglicht die Wahl einer Partei. Diejenigen, die auf beiden Seiten jeweils die meisten Stimmen haben, bilden als abgeordnete Volksvertreter (kurz: Abgeordnete) das Parlament, wobei den Parteien grob gesagt so viele Sitze zur Verfügung stehen, wie sie im Relation zu den anderen Parteien erreicht haben. Und es ist Aufgabe der Abgeordneten, die Meinung derjenigen, die sie vertreten, so umzusetzen, dass daraus allgemeingültige Regelungen werden, mit denen die Bevölkerung leben kann.

Unglaublich, wie einfach das eigentlich ist!

 

Nun mal Spaß beiseite!

Ich möchte mich zuallererst für den Clickbait in der Überschrift entschuldigen. Ich habe die Formulierung extra so gewählt, um diesen aufmerksamkeitserheischenden Stil von Seiten wie heftic.co oder ehemals seriösen Medien wie Focus Online zu parodieren.

Ebenso möchte ich mich entschuldigen, dass ich das Wahlprozedere extrem vereinfacht dargestellt habe. Mein Ziel bestand nur darin, aufzuzeigen, dass politischstes Engagement auf der trivialsten Stufe mindestens genauso einfach ist wie diese ganzen Koch- und Backvideos, die es auf Facebook & Co. gibt. Sogar noch einfacher: zwei Kreuze an den richtigen Stellen auf dem Stimmzettel machen sollte schneller und problemloser funktionieren als Zwiebeln hacken und anbraten, mit Sahne und beliebigen Zutaten vermengen, durchziehen lassen und am Ende mit Käse zu überbacken. Tasty!

Der Grund, warum ich das mache, ist einfach: Leute, geht am kommenden Sonntag bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen wählen. Ich bin es teilweise leid, ständig auf Facebook das Gejammer zu lesen, wie schlecht es uns doch allen in Deutschland allgemein und in NRW im Speziellen gehen soll (die Tatsache, dass solche Meinungen von Computern oder Smartphones gepostet werden, die auch heute noch in Teilen der Welt als Luxusgüter gelten, ist extrem ironisch, auch wenn den Heulsusen die Ironie dieser Situation vermutlich gar nicht bewusst ist), wenn es doch wirklich so einfach ist, was an der Situation zu ändern. Es kostet nichts (außer ein paar Minuten eurer Zeit), kann aber auf viele Weisen nützlich sein:

  1. Je mehr Leute wählen, desto schlechter stehen die Chancen für diejenigen, die eine wirklich eklige und menschenverachtende Meinung vertreten, dass deren „Protest“ eine Plattform bekommt und dass wir alle als Steuerzahler für solche Repräsentanten aufkommen müssen.
  2. Je mehr Leute dasselbe wählen, desto schwerer ist es auch für diejenigen mit einer allgemein abweichenden Meinung, dass sie im angemessenen Maße repräsentiert werden. Die Chance, dass eure eigene Meinung die Zukunft gestaltet, wächst mit größerer Wahlbeteiligung Gleichdenkender!
  3. Nur wer wählt, hat meiner Meinung nach wirklich das Recht, sich zu beschweren, wenn etwas falsch läuft. Wer seine Stimme nicht abgibt, dem scheint sein Umfeld egal zu sein, also soll er sich auch nicht beschweren, wenn etwas nicht so läuft, wie er es will. Er hatte ja die Chance, was zu verändern!

Und wer der Ansicht ist, dass es nicht egal ist, und dass sich so oder so nichts ändert: Dann tut was dran! Es steht jedem von euch offen, sich politisch, sozial oder ökologisch zu engagieren. Vieles, was man da machen kann, kostet noch nicht mal besonders viel Geld, und bei vielen Dingen, die man machen kann, kann man sich die Kosten sogar erstatten lassen oder erhält eine Aufwandsentschädigung.

Viele werden sich denken: „Das klingt ja alles toll – leider habe ich dafür keine Zeit.“ Dazu sage ich nur eins: Blödsinn! Das ist dasselbe Denken wie: „Ich würd ja gerne mehr Sport machen, aber leider habe ich dafür keine Zeit.“ Seht es ein: Wenn es euch wirklich wichtig wäre, dann hättet ihr die Zeit, weil ihr sie euch nehmen würdet. Euer innerer Schweinehund hält euch davon ab, das ist alles.

Und wenn sonst nichts hilft: Unterstützt andere! Setzt genau die Zeichen, die ihr setzen wollt und setzen könnt. Redet mit Menschen! Animiert sie, sich zu engagieren! Meckert nicht nur über die Politik, sondern gestaltet sie mit. Aktiv und mit Überzeugung. Nur auf Facebook schreien, das macht die Welt zum Glück nicht besser.

Und bevor ihr fragt: Ja, ich habe bereits gewählt – per Briefwahl. Ich habe keine Lust, meinen Vater sonntags aus seinem Bett zu quälen, um ihn im Rollstuhl zu unserem Wahllokal zu rollen. Die Zeit möchte ich lieber anders mit ihm verbringen. Und so ist die Stimmabgabe auch für ihn einfacher. Wen ich gewählt habe, verrate ich natürlich nicht. Dieser Post soll allgemeingültig sein (wenngleich mit starkem Bezug zur NRW-Wahl), und da gehört es sich einfach nicht, für die eine oder andere Partei positive oder negative Wahlwerbung zu betreiben.

Wenn euch dieser Post gefallen hat, dann tut mir bitte den Gefallen und verbreitet ihn weiter. Zeigt allen Meckerern und Jammerern, dass es in ihrer eigenen Hand liegt, Dinge zu verändern und die Zukunft zu gestalten.

 

Euer Mikey

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Heute gilt es – Wahl in RLP, BaWü und SA!

Wie ihr sicherlich alle mitbekommen haben dürftet, wird heute in gleich 3 Bundesländern ein neues Parlament gewählt. Und auch wenn ich selbst dieses Mal nicht zur Wahl schreiten muss, halte ich es dennoch für wichtig, auch in meiner Leserschaft alle Leute aufzurufen, ihre Bürgerpflicht zu erfüllen und sich am demokratischen Prozess zu beteiligen.

Natürlich werden sich einige fragen: Warum soll ich mir das antun? Was bringt es schon, ob schwarz/rot/grün/gelb/blau/braun/violett oder sonstwer an der Macht ist? Es kommt doch eh immer dasselbe raus? Dabei sollte es eigentlich klar sein, warum man wählen sollte. Nur wer wählt, nimmt tatsächlich an der Demokratie teil und hat aus meiner Sicht das Recht, sich über die Ergebnisse der im Parlament getroffenen Entscheidungen zu beschweren. Anders ausgedrückt: Wer wählt, kann etwas verändern. Wer nicht wählt, wird nichts verändern. Und noch viel schlimmer: In Zeiten, in denen Ressentiments und Xenophobie wieder offen zur Schau gestellt werden, ist jede nicht abgegebene Stimme eine Stimme gegen Weltoffenheit, Toleranz und Freiheit, also genau die Werte, für die Deutschland in den letzten Jahren so geschätzt worden ist und worauf die Einwohner Deutschlands unabhängig von ihrer Ethnie stolz sein durften. Leider ist es heute wieder Gang und Gäbe, mit teilweise irrationaler Angst Ressentiments gegen Gruppen, die sich aufgrund ihrer äußeren Erscheinung, ihres Glaubens, ihrer sexuellen Orientierung usw. vom Rest unterscheiden, zu schüren. Und jede nicht abgegebene Stimme sorgt dafür, dass diese Feinde von Freiheit und Toleranz mehr Gehör bekommen. Zeigt ihnen, dass sie zwar laut sind, aber eben auch nur eine Minderheit und sicherlich NICHT das Volk vertreten!

Und was ihr vielleicht auch bei der Stimmabgabe bedenken solltet: Es ist eine Landtagswahl. Die Entscheidungen, die ihr heute trefft, sind die, mit denen ihr die nächsten 5 Jahre in eurem eigenen Bundesland leben müsst. Natürlich ist die Versuchung groß, die aktuelle Bundespolitik abzuwatschen, wenn ihr mit ihr unzufrieden seid. Aber wenn ihr aus reinem Protest anders wählt, um die Bundespolitiker zu bestrafen, achtet besser darauf, dass ihr euch nicht auf Landesebene zu sehr ins eigene Fleisch schneidet. Oder noch besser: Wählt diejenigen, die das Beste für euch und euer Bundesland wollen – nicht die, die der Bundespolitik einen Denkzettel verpassen wollen. Denn die Letzteren sind auch diejenigen, die sich nicht für euch interessieren, sondern euch und eure Stimme nur als Sprungbrett missbrauchen.

Denkt mal darüber nach und macht heute noch euer Kreuz, wenn ihr nicht schon wählen wart!

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