Kino Review: Assassin’s Creed

Assasin's Creed 2016

 

Regie: Justin Kurzel

Sprecher: Michael Fassbender, Marion Cotillard, Jeremy Irons, Charlotte Rampling, Brendan Gleeson, Michael K. Williams

Laufzeit: 116 Minuten

Kinostart in Deutschland: 27. Dezember 2016

FSK: ab 16 Jahren
Nach einer ziemlich langen Pause schaffe ich es endlich mal wieder, eine Kino-Review zu schreiben. Und nicht nur irgendein Review, sondern tatsächlich zu einem Film, der frisch in den Kinos erschienen ist. Wer nicht riskieren sollte, von meiner kleinen Review gespoilert zu werden, sollte jetzt besser aufhören zu lesen; dem Rest wünsche ich viel Spaß.

 

Zur Handlung:

Der Film beginnt mit einem Rückblick ins Mittelalter. Dort wird der Orden der Assassinen gezeigt, der wo ein Assassine auf das Kredo des Ordens eingeschworen wird. Danach folgt ein weiterer Rückblick, allerdings nur ins Jahr 1986 in die Baja California. Der junge Cal versucht sich an einem Sprung mit seinem Fahrrad, scheitert jedoch. Als er nachhause zurückkehrt, sieht er seine tote Mutter (Essie Davis) in der Küche sitzen. Sie wurde von Cals Vater (Brian Gleeson) ermordet, der Cal zur Flucht rät, während vor dem Haus verschiedene Fahrzeuge vorfahren. Cal flieht, während US-Beamte seinen Vater stellen.

Ein Sprung in die Gegenwart. Cal (Fassbender) sitzt nach dem Mord an einem Zuhälter im Huntsville Staatsgefängnis ein, wo er durch eine Giftspritze getötet wird. Dachte er zumindest, denn einen Tag später wacht er im Beisein von Sophia Rikkin (Cotillard) in einer Rehabilitationsanstalt der Abstergo Foundation in Madrid auf. Ohne größere Erklärungen wird Cal in ein Gerät namens Animus gesteckt, das ihm ermöglicht, die Erinnerungen seines Vorfahren Aguilar de Nerha erneut zu durchleben. In seiner ersten Reise in sein genetisches Gedächtnis erlebt er, wie Aguilar den Sohn des Sultans von Granada aus den Händen der katholischen Spanier zu befreien versucht. Gerade, als Aguilar den Jungen vor einem Abgrund gerettet hat, unterbricht Sophie die Regression.

Im Laufe der Zeit erfährt Cal, warum die Abstergo Foundation ihn vor dem Tod bewahrt hat: Cal ist der letzte Nachkomme einer Reihe von Assassinen, und sein Vorfahr Aguilar war der letzte, in dessen Besitz sich der Apfel von Eden befindet, ein Artefakt, das den genetischen Code für den freien Willen enthalten soll. Schon seit dem Mittelalter versucht der Templerorden, dieses Artefakt in seinen Besitz zu bringen, um den freien Willen und damit auch die Neigungen der Menschen zu Gewalt und Krieg auszuschalten. Alan Rikkin (Irons), Sophias Vater und Inhaber von Abstergo, hat der Anführerin der Templer, Ellen Kaye (Rampling) versprochen, aus Cals Erinnerungen den Aufenthaltsort des Apfels herauszufinden.

Eine zweite Regression Cals zeigt Aguilar bei der Flucht vor einer Hinrichtung, bei der er sich mit seiner Gefährtin Maria (Ariane Labed) vor dem Tod auf dem Scheiterhaufen retten kann. Es folgt eine wilde Verfolgungsjagd durch die Häuser Andalucias, bei der Maria und Aguilar bis auf die Spitze eines hohen Turms klettern. Als Aguilar von dem Turm in die Tiefe springt, bricht Cal die Regression ab und kann nur mit Mühe von Sophia und den herbeieilenden Sanitätern gerettet werden.

Nach diesem Zwischenfall schaltet sich Alan aktiv ein und bietet Cal eine Chance, sich an seinem Vater zu rächen. In einem Trakt der Einrichtung bringt er Cal und seinen Vater Joseph (jetzt gespielt von Brendan Gleeson) zusammen. Joseph erklärt Cal, was hinter den Planungen der Abstergo Foundation steckt; diese Thesen waren Cal auch schon von anderen Insassen, allen voran einem Voodoo-Assassinen namens Moussa (Williams) genannt worden, doch bis dahin hat Cal sie immer wieder verworfen.

Nach der Konfrontation mit seinem Vater kehrt Cal freiwillig zum Animus zurück und startet eine Regression. Diese führt ihn nach Granada, wo inzwischen der Sohn des Sultans gegen den Apfel von Eden getauscht werden soll. Der Sultan (Khalid Abdallah) stimmt dem Tausch zu, doch bevor die Katholiken mit dem Apfel den Palast verlassen können, greifen Agular und Maria ein. In dem Kampf wird Maria von dem schwarzen Ritter Ojeda (Hovik Keuchkerian) getötet. Aguilar kämpft in der Folge selber gegen Ojeda und schafft es, ihn mit Hilfe einer Handgelenksarmbrust Marias zu überwältigen und zu töten. Danach flieht Aguilar vor den Truppen der Templer aus dem Palast und rettet sich mit dem „Leap of Faith“ von einer Brücke.

Die Mechanik des Animus wird von dieser Aktion überlastet und bricht zusammen. Dennoch reicht die Leistung des Systems noch aus, um zu zeigen, wem Aguilar am Ende den Apfel überlassen hat: Christoph Columbus. Während die Rikkins nun alle Informationen haben, die sie haben wollten, und die Einrichtung verlassen, kommt es durch die übrigen Nachfahren von Assassinen zu einem Aufstand, bei dem die übrigen Wachen überwunden werden können. Cal hat unterdessen eine Vision seiner Vorfahren, deren Erinnerungen er in sich aufsaugt, und in welcher seine Mutter ihn das Kredo der Assassinen rezitieren lässt. Danach versucht Cal, den Helikopter der Rikkins zu verfolgen, doch dieser ist schon zu weit von der Einrichtung entfernt, um noch abgefangen werden zu können. In Sevilla finden die Rikkins schließlich das Artefakt im Grab von Columbus.

Bei einem Festakt der Templer in London soll der Apfel von Eden den übrigen Mitgliedern des Templerordens präsentiert werden. Unter die Gäste haben sich jedoch auch Cal und Moussa gemischt. Als es zur großen Präsentation des Apfels kommt, greifen die Assassinen ein, Cal tötet Alan Rikkin und flieht mit dem Apfel. Über die Leiche ihres Vaters gebeugt entschließt sich Sophia, ihre Forschungen zum Ende der Gewalt fortzuführen und schwört Cal Rache.

 

Kritik:

Da ist er also: Der nächste Versuch, aus einem durchaus erfolgreichen Videospiel-Franchise einen Film zu konzipieren. Und wie so viele ähnliche Filme leidet auch dieser unter dem Problem, dass man mehr oder weniger in die Handlung geworfen wird. Der Animus, der Orden der Assassinen, der Kampf gegen die Templer und Abstergo mögen für die Fans der Spielereihe bekannte Begriffe sein; dem durchschnittlichen Filmbesucher werden die Begriffe und Hintergründe jedoch viel zu spät erklärt. Immerhin dürfte den Fans noch gefallen, dass sich in der Abstergo-Einrichtung noch viele Assassinen-Waffen befinden, die aus den einzelnen Videospielen bekannt sein sollten.

Diese Liebe zum Detail in solchen Fragen spiegelt sich leider nicht im gesamten Film wider. Während die Sequenzen im Animus sehr spektakulär und spannend gestaltet sind, ist die gesamte Gegenwartshandlung sehr langatmig und dröge. Hinzu kommt, dass man es bei der Konzeptionierung der Story leider vergessen hat, einen Sympathieträger in die Handlung einzubauen: Cal ist ein griesgrämiger Kerl mit einem Hang zur Gewalt, Sophia distanziert-analytisch. Ihr Vater ist eindeutig ein megalomanischer Schurke, und selbst Nebencharaktere wie Moussa erscheinen bestenfalls dubios, was die Identifikation mit den Charakteren extrem erschwert. Dass der vorhandene Cast um Top-Schauspieler wie Michael Fassbender und Marion Cotillard es nicht schaffen kann, den Figuren Leben einzuhauen, zeugt davon, wie viel Potenzial in dieser Geschichte einfach nicht genutzt wird.

Um wenigstens einen positiven Aspekt nennen zu können, nenne ich die audiovisuelle Umsetzung der Story zuletzt. Der Film ist gerade in den historischen Szenen ganz auf Bombast gepolt, der auf der großen Leinwand am besten wirkt. Wenngleich der Film vor CGI strotzt und man das Gefühl hat, dass die nur eine historische Szene am PC entstehen lassen wollten, wirkt das mittelalterliche Andalucia mit der gewünschten Pracht…sofern man bei einer umkämpften Stadt von Pracht sprechen kann. Trotz des ungemein häufigen Einsatzes von CGI zeigt sich doch gerade in den Actionszenen, dass auch viel klassische Stuntarbeit eingesetzt wurde. Gerade Stuntleute mit Parkours-Erfahrung haben sich dort profilieren können, aber auch die Kampfszenen sind lupenrein choreographiert und nicht nur halbherzig durchprogrammiert.

Zu der wuchtigen Mittelalteroptik gehört natürlich auch der passende Sound dazu. Die Dolby-Anlage im Kino konnte vor sich hin wummern und dröhnen und wurde in den Kampfszenen gut ausgelastet. Lediglich der reguläre Soundtrack klang ein bisschen so, als hätte sich der Komponist ein bisschen zu sehr am THX-Sound orientiert. Wenn man davon absieht, passt die akustische Untermalung immerhin gut zu den Szenen.

 

Fazit:

Assassin’s Creed ist eindeutig die Art Film, die für das Kino gemacht ist: bombastische Soundeffekte, große Bildeinstellungen und durchaus packende Actionszenen sprechen für den Film. Leider schafft es der durchaus hervorragende Cast nicht, aus der durchaus drögen Story mehr rauszuholen bzw. diese etwas zu überspielen. Am Ende bleibt Popcorn-Kino, das zwischen kurzweiliger Action und langatmigen Szenen hin- und herwechselt wie zwischen mehreren Zeitebenen. Da die Story evident der Auftakt für eine längere Filmreihe bieten soll, verbleibt nur zu hoffen, dass die Produzenten bei einer eventuellen Fortsetzung die Fehler des Auftakts bedenken und sie in Zukunft zu vermeiden versuchen.

Bewertung: 5 von 10 Punkten.

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Kino Review: 22 Jump Street

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Regie: Phil Lord, Christopher Miller

Darsteller: Jonah Hill, Channing Tatum, Ice Cube, Peter Stormare, Amber Stevens, Jillian Bell, Wyatt Russell, Jimmy Tatro, Nick Offerman, Queen Latifah

Laufzeit: 112 Minuten

Kinostart in Deutschland: 31. Juli 2014

FSK:  ab 12 Jahren
Was macht man, wenn man eine Review zu einer Fortsetzung schreiben soll, obwohl man den ersten Teil noch nicht gesehen hat? Aufgeben? Verzweifeln? Von anderen abschreiben? Oder einfach hoffen, dass sich der Nachfolger nicht so stark auf den ersten Teil bezieht und eine grundsätzlich neue Handlung bietet? Naja, wie ihr lesen könnt, habe ich mich jetzt einfach mal an die Herausforderung gesetzt, und nachdem ich seit vielen Monaten endlich mal wieder in einer Sneak war, gibt es nun auch endlich wieder eine Sneak Review, die ich aufgrund der späten Veröffentlichung einfach Kino Review nenne.

 

Zur Handlung:

2 Jahre nach ihrem Erfolg im „21 Jump Street“-Programm sind die Undercover-Cops Schmidt (Hill) und Jenko (Tatum) nach wie vor gemeinsam im Einsatz. Nach einem gescheiterten Versuch, den Drogenhändler Geist (Stormare) zu fangen, werden die Beiden von Deputy Chief Hardy (Offerman) ins Jump Street-Programm zurückversetzt, das jetzt allerdings in einer Kirche in 22 Jump Street anzutreffen ist. Der Leiter des Programms, Captain Dickson (Cube) gibt den Beiden den Auftrag, in einem College zu ermitteln, in dem die neue Droge WHYPHY bereits für ein Todesopfer gesorgt hat.

Unter den Decknamen, die sie schon in der High School benutzt haben, nehmen beide an den Kursen teil, an denen auch das Opfer teilgenommen hat. Doch während sich Jenko schnell mit den Footballspielern Zook (Russell) und Rooster (Tatro) anfreundet, hat es Schmidt ungleich schwerer, sich in das Collegeleben einzufügen. Erst, als er sich in seine Kommilitonin Maya (Willams) verliebt, die er bei einem Poetry Slam kennen lernt, kommt auch er besser mit dem Studentenleben zurecht. Dennoch hat Schmidt weiterhin Integrationsprobleme, was auch zu Problemen mit Jenko führt, der auch dank Zook und Rooster zu einem beliebten Studenten wird. Und diese Probleme drohen, nicht nur das Team, sondern auch den Fall platzen zu lassen…

 

Kritik:

Undercover-Duo schleicht sich in ein für sie ungewohntes soziales Umfeld ein in der Hoffnung, einen Kriminellen festnageln zu können. Das Thema ist nicht neu, und auch die komödiantische Umsetzung ist nicht neu. Warum funktioniert 22 Jump Street trotz des nicht innovativen Konzepts und der durchaus vorhersehbaren Handlung? Weil man nichts auf die offensichtlichen Schwächen gibt, die Darsteller frisch sind und deren Chemie einfach stimmt. Egal ob Channing Tatum, der bei den etwas dümmlich wirkenden Footballern seine Peer Group findet, Jonah Hill, der letztlich zu den Nerds und Künstlern geht, aber auch ein Ice Cube, der den knallharten Captain wirklich großartig spielt, es ist einfach ein stimmiger Cast.

Ansonsten ist die Umsetzung eine klassische, für ein junges Publikum gedachte Actionkomödie. Sehr viel Tempo, sehr viel Witz (sogar überraschend viel Wortwitz), dazu schnelle Kamerafahrten und ein moderner Soundtrack. Eine passende visuelle und akustische Umsetzung des Stoffs. Auch der Umstand, dass es „nur“ eine Fortsetzung einer durchaus erfolgreichen Komödie ist, ist in diesem Fall nicht kontraproduktiv. Im Gegenteil, man besitzt genug Selbstironie, um auch diesen Umstand gelungen zu persifilieren. Kleiner Tipp: Auf jeden Fall auch den Abspann genießen, da gibt es noch einige lustige Szenen zu sehen.

 

Fazit:

22 Jump Street hat alle Chancen, die Komödie des Sommers zu werden. Anstatt einen lahmen Aufguss zu liefern, bietet der neue Teil viel Tempo und mit Seth Rogen Jonah Hill und Channing Tatum ein wirklich unterhaltsames und immer noch frisches Duo. Auf jeden Fall empfehlenswert!

 

Bewertung: 8 von 10 Punkten.

Kino-Review: Der Hobbit – Eine unerwartete Reise (3D)

Regie: Peter Jackson

Darsteller: Martin Freeman, Ian McKellen, Ian Holm, Elijah Wood, Richard Armitage, Ken Stott, Graham McTavish, John Callen, Peter Hambleton, Aidan Turner, Dean O’Gorman, Mark Hadlow, Jed Brophy, Adam Brown, William Kircher, James Nesbitt, Stephen Hunter, Andy Serkis, Sylvester McCoy, Christopher Lee, Cate Blanchett, Hugo Weaving

Laufzeit: 169 Minuten

Kinostart in Deutschland: 13. Dezember 2012

FSK: ab 12 Jahren


In einem Loch im Boden, da lebte ein Hobbit. Nicht in einem feuchten, schmutzigen Loch, wo es nach Moder riecht und Wurmzipfel von den Wänden herabhängen, und auch nicht in einer trockenen, kahlen Sandgrube ohne Tische und Stühle, wo man sich zum Essen hinsetzen könnte: nein, das Loch war eine Hobbithöhle, und das heißt, es war sehr komfortabel.”
Als J.R.R. Tolkien mit diesen Worten 1937 seinen Roman “The Hobbit” veröffentlichte, hat vermutlich nicht einmal er selbst erahnen können, dass er damit einmal eine der bekanntesten Fantasywelten und die Grundlage für eins der größten und erfolgreichsten Filmfranchises erschaffen würde. “Der Hobbit” wurde zu einem Bestseller und genau wie sein Nachfolger “Der Herr der Ringe” letztlich zu einem Klassiker der Jugendliteratur. Auf Grund der detailliert ausgeschmückten Welt und den vielen unterschiedlichen Kreaturen u.v.m. galten beide Geschichten lange Zeit als unverfilmbar – zwar hatte sich Ralph Bakshi schon 1978 an einer Zeichentrickverfilmung des “Herrn der Ringe” versucht, diese umfasst aber nur die Bände “Die Gefährten” und (teilweise) “Die zwei Türme”; zu einer ursprünglich geplanten Fortsetzung durch Bakshi selbst kam es nicht mehr. Erst Ende der 1990er konnte sich Peter Jackson mit seiner Idee einer Realverfilmung aller drei Bände durchsetzen – und schuf damit die erfolgreichste Filmtrilogie der Welt. Ein Einspielergebnis von knapp 3 Milliarden Dollar an den Kinos, 17 Oscars bei 30 Nominierungen – keine andere Filmtrilogie kann mit solchen Zahlen aufwarten. Kein Wunder also, dass man es später Jackson auch zutraute, den Hobbit zu realisieren. Zunächst sollte Guillermo del Toro die Regie übernehmen, doch letztlich wurde Jackson, der eigentlich nur als Ausführender Produzent in Erscheinung treten wollte, übernahm letztlich die Regie, nachdem del Toro aus dem Projekt ausstieg. Und nach langen juristischen Streitereien, Streiks und anderen Terminverzögerungen wurde der Hobbit im Dezember 2012 endlich auf die von seinen Fans lange erwartete Reise geschickt…

Zur Handlung:
Die Geschichte beginnt am Tag von Bilbo Beutlins (Holm) 111. Geburtstag (siehe Der Herr der Ringe – Die Gefährten), als Bilbo vor Beginn der großen Feierlichkeiten beginnt, die Geschichte seiner früheren Reise zu schreiben…
Es ist knappe 60 Jahre her, seit der junge Bilbo (Freeman) Besuch vom Zauberer Gandalf (McKellen) bekommen hat. Bilbo, der in seiner Jugend zwar als abenteuerlustig galt, inzwischen aber in Beutelsend sesshaft geworden ist, wird nach einigen Diskussionen überzeugt, sich der Gruppe zwergischer Abenteurer um Thorin Eichenschild (Armitage) anzuschließen, die auf dem Weg zum Einsamen Berg sind. Auf Anraten Gandalfs soll Bilbo die Zwerge als Meisterdieb begleiten, um sich in die Kammer des Drachen Smaug (Benedict Cumberbatch) zu schleichen und den Drachen letztlich zu vertreiben, doch sowohl die Zwerge als auch Bilbo selbst bezweifeln die Fähigkeiten des Hobbits; Thorin steht dem Hobbit sogar ablehnend gegenüber und bezeichnet ihn mehrmals als Last. Nichtsdestotrotz macht sich die Gruppe auf die Reise, und nach kurzem gelingt es Bilbo, sich mit Balin (Stott), Dwalin (McTavish), Kili (Turner) und Fili (O’Gorman) anzufreunden.
Die Reise verläuft weitestgehend ereignislos, bis sie auf einen verlassenen und zerstörten Bauernhof treffen. Dort verschwinden nicht nur einige ihrer Ponies; als Fili und Kili Bilbo zu einer Feuerstelle schicken, trifft Bilbo dort auf die drei Trolle Bill (Hambleton), Tom (Hadlow) und Bert (Kircher). Beim Versuch, die Ponies zu befreien, wird Bilbo erwischt. Zwar versuchen die Zwerge, ihn zu retten, können sich aber nicht gegen die größeren und stärkeren Trolle durchsetzen und werden ebenfalls gefangengenommen. Daraufhin beschließen die Trolle, Bilbo und die Zwerge zu fressen; da sie sich jedoch nicht einigen können, wie man die Zwerge am besten zubereiten soll, kann Bilbo etwas Zeit schinden, bis Gandalf mit Hilfe der aufgehenden Sonne, die die Trolle zu Stein erstarren lassen, die Gruppe retten kann. In der Höhe der Trolle findet die Gruppe außer Gold auch die Elbenschwerter Orcrist und Glamdring, die Thorin und Gandalf zu ihren Waffen machen, sowie ein langes Messer, das an Bilbo übergeben wird.
In der Zwischenzeit bemerkt der Zauberer Radagast der Braune (McCoy) merkwürdige Dinge im Düsterwald: Tiere verenden qualvoll, überall gibt es riesige Spinnennetze, und von der Festungsruine Dol Guldur scheint eine finstere Macht auszugehen. Als Radagast Dol Guldur untersuchen will, begegnet er einem Nekromanten (Cumberbatch) sowie dem Hexenkönig von Angmar, der Radagast mit einer Morgulklinge angreifen will. Der Zauberer kann dem Angriff jedoch entkommen und flieht geradewegs zu Gandalf, dem er die Klinge übergibt. Anschließend hilft er der Gruppe bei der Flucht vor den angreifenden Orkscharen Azogs (Manu Bennett), einem alten Feind von Thorin.
Die Flucht der Gruppe führt sie schließlich nach Bruchtal, wo ihnen Elrond Unterkunft gewährt und Thorin dabei hilft, eine Karte, die Thron von seinem Vater geerbt hat, zu entschlüsseln. Während sich Bilbo und die Zwerge von den Strapazen der Reise erholen, halten Elrond, Gandalf, Galadriel (Blanchett) und Saruman (Lee) gemeinsam Rat ab. Gandalf schlägt vor, etwas gegen den Nekromanten zu unternehmen, doch Saruman zweifelt an der Faktenlage und kritisiert Gandalf offen für den geplanten Angriff auf Smaug. Galadriel unterstützt Gandalf jedoch, der diesen Rat auch als Ablenkung für Elrond und Saruman nutzt, da die Gruppe in derselben Nacht aus Bruchtal aufbricht.
Im Nebelgebirge übersteht die Gruppe nur knapp den Kampf der Steinriesen und lässt sich dann in einer Höhle nieder. Bilbo, der von Thorins Abneigung ziemlich verletzt ist, will dann die Gruppe verlassen und ins Auenland zurückkehren, doch in diesem Moment öffnet sich ein Spalt im Boden, und die gesamte Gruppe wird von Orks gefangengenommen. Frodo schafft es jedoch nach kurzer Zeit, aus dem Gewahrsam der Orks zu verschwinden, stürzt jedoch zusammen mit einem Ork in einen Abgrund. Dort sieht Frodo, wie der Ork von der Kreatur Gollum (Serkis) verschleppt, getötet und gefressen wird. Als Gollum jedoch den Ork in seine Höhle schleppen will, verliert er dabei einen unscheinbaren goldenen Ring, den Bilbo an sich nimmt. Gollum bemerkt Bilbo, der sich nur mithilfe seines Schwerts gegen Gollum wehren kann und dabei die gespaltene Persönlichkeit Gollums erkennt. Die Beiden einigen sich auf ein Spiel: Gewinnt Bilbo, muss Gollum ihn den Weg aus der Höhe verraten; gewinnt Gollum, muss Bilbo sterben. Das Duell der Beiden ist sehr ausgeglichen, bis Bilbo zufällig den Ring berührt und daraufhin fragt, was er in seiner Tasche habe. Gollum kann dies nicht erraten und verliert; anstatt Bilbo jedoch zu helfen, sucht Gollum nur nach seinem Ring, bemerkt dessen Verschwinden und erkennt, dass Bilbo den Ring an sich genommen haben muss. Er bezeichnet Bilbo als Dieb und will ihn umbringen, jedoch kann sich Bilbo erst verstecken und streift sich kurz vor einer Entdeckung durch Zufall den Ring über den Finger – und wird scheinbar unsichtbar. Unterdessen werden die Zwerge zum Orkkönig (Barry Humphries) gebracht, der die Zwerge foltern und töten will. Dann erscheint jedoch Gandalf, der der Gruppe dabei hilft, den Orkkönig zu töten und aus der Orksiedlung zu entkommen. Dabei laufen sie Bilbo über den Weg, der sich ihnen kurzerhand anschließt und so Gollum entkommt. Gollum schwört den Beutlins daraufhin ewige Feindschaft.
Aus der Höhle entkommen, wird die Gruppe jedoch von Azogs Orks und Wargen angegriffen und auf einen Baum getrieben, der in einen Abgrund zu stürzen droht. Thorin will daraufhin Azog angreifen, wird jedoch überwältigt und soll nun getötet werden. Bilbo springt jedoch dazwischen und rettet so Thorin; bevor nun jedoch Bilbo getötet werden kann, erscheinen von Gandalf gerufene Große Adler, die die gesamte Gruppe aus ihrer Lage befreien und weit mit sich tragen. Als die Gruppe letztlich wieder abgesetzt wird, ist der Einsame Berg bereits in Sichtweite. Thorin entschuldigt sich nach seiner Rettung bei Bilbo für sein früheres Verhalten, bedankt sich bei ihm und erkennt ihn endlich als vollwertiges Gruppenmitglied an. Dann bemerkt die Gruppe eine Drossel, die auf dem Weg zum Einsamen Berg ist und sehen dies als gutes Omen an; die Drossel schlägt, wie in einer alten Prophezeiung der Zwerge, die die Rückkehr zum Berg verheißt, mit einem Stein gegen den Berg, so dass Smaug letztlich erwacht.

Kritik:
Da ist sie also, nach fast 10 Jahren – die Rückkehr nach Mittelerde. Und es scheint, als hätte sich nichts verändert. Die Landschaften sind nach wie vor malerisch, die Figuren scheinen kaum gealtert zu sein (außer Gandalf; scheinbar hat man vergessen, Ian McKellen ein paar Jahre wegzuschminken), und Peter Jackson nimmt uns mit auf ein Abenteuer voller großer Schlachten und wichtiger Entscheidungen. So weit so gut – aber wie schafft es Jackson, ein Drittel eines Romans, der insgesamt kürzer ist als ein Teil des “Herrn der Ringe”, auf fast 3 Stunden aufzublähen? Die Antwort ist relativ simpel: extensives Storytelling. Wo Jackson beim Herrn der Ringe Sequenzen verkürzen oder komplett schneiden musste (z.B. die Episoden im Alten Wald oder die Rückkehr ins Auenland), kann er die Geschichte hier strecken und zusätzliche Nebenplots einbauen, so geschehen beispielsweise mit der Rahmenhandlung, die eine Brücke zum Herrn der Ringe schlagen sollte und uns durch die Verwendung der gewohnten Darsteller Elijah Wood und Ian Holm die Integration in die neue Geschichte erleichtern sollte. Auch der etwas ausführlicher erzählte Hintergrund der Zwerge ist nicht werksgetreu, sorgt aber zumindest für etwas Atmosphäre. Insgesamt ist die Rahmensequenz aber schon sehr lang geraten, bei Nicht-Fans besteht dort durchaus die Gefahr, dass sie durch die Längen am Beginn das Interesse verlieren.
Sobald sich unsere Helden jedoch auf die Reise gemacht haben, wird die Geschichte kurzweilig und überraschend werksgetreu. Zwar wurde die Szene mit den Trollen geändert und die Szenen mit Radagast und dem Weißen Rat ergänzt, dies ist aber durchaus verzeihlich, wenngleich gerade die Szenen mit Radagast relativ kindgerecht wirken und daher auch einen Humor bedienen, den viele erwachsene Zuschauer nicht mehr unbedingt teilen.
Generell scheint sich Jackson ziemlich schwergetan zu haben, für welche Zielgruppe er den Film aufbauen soll. Trivialhumor mit lauten Rülpser wechselt sich ab mit den größtenteils kindgerechten Szenen Radagasts sowie großen Schlachtszenen mit unzähligen Enthauptungen und noch mehr Toten. Ein Spagat, der nicht wirklich gelungen erscheint.
Zu den größten Änderungen dürfte jedoch die Darstellung der Zwerge gehören. Nicht erst seit dem “Herrn der Ringe” gelten Zwerge als Personen mit extrem großen Bärten und einem eher knubbeligen Gesicht. Thorin, Fili und Kili haben jedoch menschlich ebenmäßige Gesichtszüge. Was bei Fili und Kili mit deren Jugend zu erklären ist, dürfte bei Thorin wohl in dessen vornehmer Herkunft begründet sein, ist Thorin im Roman doch einer der ältesten Zwerge. Überhaupt ist der Roman-Thorin kaum mit dem Film-Thorin vergleichbar. Ist Thorin im Roman ein anfangs wohlgesitteter, vornehmer Zwerg, so erscheint er in “Eine unerwartete Reise” viel ablehnender, finsterer und aggressiver. In der Hinsicht soll er wohl stärker Aragorn aus dem “Herrn der Ringe” ähneln, wobei beiden eine große, beinahe unmögliche Aufgabe bevorsteht, Aragorn allerdings sanftmütiger und dadurch edler wirkt als Thorin. Letztlich ist jedoch auch das tolerabel; wahre Mittelerde-Fans dürften wohl viel eher bei der subtil angedeuteten Romanze zwischen Gandalf und Galadriel aufschreien…
Wenn man über einen Fantasyfilm dieses Kalibers schreibt, muss auf jeden Fall auch über die Bilder und die verwendete Technik geschrieben werden. Und da zeigt Peter Jackson, dass er absolut nichts verlernt hat. Prachtvolle Landschaftsbilder, gewaltige inszenierte Schlachten, wie immer untermalt von einem stimmigen Score, bei dem es Howard Shore geschafft hat, die alten Leitmotive wirklich passend in die neuen Kompositionen zu integrieren – das ist genau das, was alle erwarten, und davon gibt es dementsprechend auch reichlich! Die 3D-Technologie sorgt dabei für eine angenehme Tiefenwahrnehmung und überreizt das Auge nicht mit aus dem Bild heraustretenden Objekten. Apropos Auge: Das High Frame Rate 3D ist durchaus nützlich, da bei vielen schnellen Kameraschwenks die Bewegungsunschärfe ausbleibt – der Nachteil ist jedoch, dass das Bild bisweilen in solchen Situationen ruckelig wird. Dennoch ist davon auszugehen, dass dieser Technik die Zukunft gehören wird, es ist allerdings abzuwarten, ob man wirklich bei 48 Bildern pro Sekunde bleibt, oder ob man sich noch auf eine andere Bildzahl einigt.
Aufgrund des großen Ensembles ist es schwer, einzelne Darsteller besonders hervorzuheben. So ist es letztlich eine Szene, die besondere Beachtung verdient: das Rätselduell zwischen Bilbo und Gollum. Während nur wenige Meter über ihren Köpfen eine blutige Schlacht tobt, inszeniert Jackson dieses Duell mit beinahe kammerspielartiger Intimität. Auch ein großes Lob an Martin Freeman und Andy Serkis, der erneut das Performance Capture-Model für Gollum mimen durfte. Bessere Technologien sorgen hier jedoch für eine weitaus bessere Mimik Gollums, was seine ständigen Gesinnungswandel noch besser zum Ausdruck bringt. Diese wenigen Minuten, in denen Bilbo um sein Leben rätselt, und die im krassen Gegensatz zum gleichzeitig verlaufenden Überlebenskampf der Zwerge stehen, sind für mich das wahre Highlight des Films.

Fazit:
“Der Hobbit – Eine unerwartete Reise” bietet genau das, was viele von ihm erwarten: Bombastische Unterhaltung. Wenn man die etwas lang wirkende Eingangssequenz außer Acht lässt, ist der Film trotz fast 3 Stunden Spielzeit recht kurzweilig gehalten, was auch an der abwechslungsreichen Inszenierung mit bis zu drei parallel verlaufenden Plotlinien liegt. Dennoch hat es Peter Jackson geschafft, daraus eine schlüssige Handlung zu stricken. Die nach “Der Herr der Ringe – Die Rückkehr des Königs” extrem hohen Erwartungen könnte Jackson zwar nicht erfüllen, dennoch verbleibt unter dem Strich ein guter Film, bei dem die Handlung mindestens genauso wichtig ist wie die verwendeten Effekte. So macht der Film auf jeden Fall schon einmal Lust auf “Der Hobbit – Die Einöde von Smaug”; ob Teil 2 dann die Ansprüche der Fans erfüllen kann, wird sich zeigen.

Bewertung: 8 von 10 Punkten.

Kino-Review: Pirates of the Caribbean: Fremde Gezeiten

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Regie: Rob Marshall

Darsteller: Johnny Depp, Penélope Cruz, Geoffrey Rush, Ian McShane, Kevin McNally, Richard Griffiths, Stephen Graham, Greg Ellis, Damian O’Hare, Àstrid Bergès-Frisbey, Sam Claflin, Keith Richards, Gemma Ward, Judi Dench, Óscar Jaenada

Laufzeit: 136 Minuten

Kinostart in Deutschland: 19. Mai 2011

FSK: ab 12 Jahren

Zur Handlung:

Vor der spanischen Küste finden Fischer einen alten Mann, den sie letztlich zum spanischen Hof bringen. Dort übergibt der Mann dem König ein Buch, das den Weg zur legendären Quelle der ewigen Jugend führen soll. Die Spanier rüsten daraufhin eine Expedition, geleitet von einem namenlosen Offizier (Jaenada), die zur Quelle aufbricht.

Unterdessen soll in London über den Piraten Jack Sparrow gerichtet werden. Vor Gericht landet jedoch nicht Jack, sondern sein früherer erster Offizier und langjähriger Freund Joshamee Gibbs (McNally), der von den Engländern für Jack gehalten wird. Der echte Sparrow (Depp) verkleidet sich als Richter und verurteilt Gibbs zur Kerkerhaft. Danach besticht er den Gefangenenkutscher und versucht, mit Gibbs zu fliehen. Während der Flucht berichtet Jack, dass er nach London gekommen ist, um Nachforschungen über einen Betrüger anzustellen, der in seinem Namen eine Crew anheuert. Auch fragt Gibbs Jack über dessen Plan, nach der Quelle der ewigen Jugend zu suchen, aus. Leider verläuft die Flucht nicht wie geplant, da der Kutscher die beiden stattdessen im St. James Palace abliefert, wo Jack vor König George II. (Griffiths) geführt wird. Der König verlangt von Jack, dass dieser eine Expedition zur Quelle begleite, die unbedingt vor den Spaniern das Ziel erreichen muss. Leiter der Expedition ist niemand geringeres als Jacks alter Rivale Hector Barbossa (Rush), der nach dem Verlust der Black Pearl (und seines rechten Unterschenkels) als Freibeuter in Diensten des Königs steht. Jack flieht auf spektakuläre Weise aus dem Palast und trifft vor einer Kneipe auf seinen Vater, Captain Teague (Richards). Dieser rät ihm, sich noch besser über die Quelle zu informieren, bevor er dorthin aufbricht; so bräuchte man noch drei besondere Gegenstände und ein bestimmtes Ritual, damit die Quelle tatsächlich ewige Jugend verleiht. Da in derselben Kneipe auch der falsche Jack Sparrow seine Crew anheuert, entschließt sich Jack, sich dem Betrüger zu stellen, der sich letztlich als seine ehemalige Geliebte Angelica (Cruz) herausstellt. Jack und Angelica müssen vor Gardisten fliehen, und Angelica schafft es letztlich, Jack zu überwältigen und mit Hilfe eines Zombies zu betäuben.

Unterdessen stellt Barbossa Gibbs vor die Wahl, entweder zu sterben oder ihm einen Hinweis auf den Aufenthaltsort von Jack zu geben. Gibbs eröffnet Barbossa daraufhin, dass er Jacks Karte zur Quelle gestohlen hat und verbrennt diese im Anschluss, da er sie auswendig gelernt hatte und somit nun von Wert für Barbossa ist. Barbossa begnadigt ihn schließlich und nimmt ihn als Teil seiner Crew auf.

Jack erwacht schließlich an Bord der Queen Anne’s Revenge, dem Schiff des berüchtigten Piraten Blackbeard (McShane), der mithilfe seines Säbels Tauwerke kontrollieren kann und zudem über Voodoo-Kräfte verfügt. Da sie Blackbeard zunächst nicht zu sehen bekommen, entschließen sich Jack und der Rest der Crew zur Meuterei. Diese scheitert jedoch, als Blackbeard seine Kajüte verlässt und mit Hilfe seiner Kräfte die Meuterei niederschlägt. In der Folge stellt sich heraus, dass Angelica Blackbeards Tochter ist und beide nach der Quelle suchen, da Blackbeards Quartiermeister, der die Zukunft vorhersehen kann, dem Piraten eröffnet hat, dass dieser innerhalb von zwei Wochen durch die Hand eines einbeinigen Mannes sterben wird. Danach brechen sie auf, um den ersten Gegenstand zu suchen: die Träne einer Meerjungfrau.

In einer Bucht versuchen die Piraten nun, die Meerjungfrauen anzulocken, um eine gefangen nehmen zu können. Dabei werden Teile der Mannschaft als Köder in Booten auf dem Meer ausgesetzt, während die anderen am Strand mit Netzen auf die Meerjungfrauen warten. Der Pirat Scrum (Graham) schafft es schließlich, mit seinem Gesang Tamara (Ward), die Königin der Meerjungfrauen anzulocken. Als diese ihn schließlich zu einem Kuss in die Tiefe ziehen will, eskaliert die Situation, und es kommt zum erbitterten Kampf zwischen den Piraten und den Meerjungfrauen. Erst am Ende des Kampfes schafft es der junge Missionar Philip (Claflin), eine Meerjungfrau, die er später auf den Namen Syrena (Bergès-Frisbey) tauft, festzuhalten, bis die Piraten sie gefangen nehmen können. Während der anschließenden Reise durch den Dschungel kommen sich Philip und Syrena näher, da der junge Geistliche der Meerjungfrau mehrfach zur Hilfe kommt.

Unterdessen erreichen auch Barbossa und seine Mannschaft die Bucht mit den Meerjungfrauen, in der sein Schiff zerstört und seine Mannschaft erheblich dezimiert wird. Daraufhin macht sich Barbossa mit dem Rest seiner Leute auf den Weg, um die anderen beiden Gegenstände zu finden: zwei Kelche aus dem Besitz von Ponce de Leon.

Auch Jack macht sich auf den Weg zu den Kelchen, nachdem er von Angelica das genaue Ritual erfahren hat: Zusätzlich zur Träne und den Kelchen wird noch ein Opfer benötigt. In beide Kelche wird Wasser aus der Quelle gegeben, in einen auch die Träne. Der zu Verjüngende trinkt aus dem Kelch mit der Träne, das Opfer aus dem anderen. Daraufhin werden dem einen die Lebensjahre des Opfers zugerechnet, während dieses stirbt. Als die Piraten versuchen, die Meerjungfrau zum Weinen zu bringen, reagiert Syrena trotzig und vergießt keine Träne, selbst als Philip, der sich in sie verliebt hat, augenscheinlich von einem Zombie getötet wird. Philip wurde jedoch nur betäubt und macht sich direkt nach seinem Erwachen auf, um Syrena zu retten. Als diese vor Freude weint, stellt sich heraus, dass das eine Falle von Blackbeard gewesen ist, um die Träne zu bekommen. Jack trifft unterdessen im Wrack von Ponces Schiff auf Barbossa, doch die beiden finden die Schatulle der Kelche leer vor, da die Spanier ihnen zuvor gekommen sind. Jack und Barbossa versuchen, die Kelche zu stehlen, werden aber gefangen genommen. Während der Gefangenschaft eröffnet Barbossa Jack, dass es Blackbeard war, der ihm die Black Pearl gestohlen hat, und es Barbossa einzig darum geht, sich an Blackbeard zu rächen. Jack schafft es daraufhin, sich und Barbossa zu befreien und letztlich sogar die Kelche zu stehlen.

Als Jack zusammen mit Gibbs wieder auf die Piraten trifft, tauscht er das Leben von Gibbs und seinen Kompass gegen die beiden Kelche ein. Jack lässt Gibbs mit dem Kompass zurück, während er selbst mit den Piraten zur Quelle zieht. An der Quelle treffen sie auf die Engländer und die Spanier, wobei letztere die Quelle lediglich zerstören wollen. Unterdessen kämpfen die Piraten gegen die Engländer, wobei Blackbeard und Angelica von Barbossas vergifteter Klinge verwundet werden. Jack, der Angelica immer noch liebt, will versuchen, ihr Leben zu retten, doch die Kelche wurden vom Spanier beschädigt und in eine Untiefe geworfen. Syrena, die inzwischen von Philip gerettet worden ist, bringt Jack jedoch die Kelche zurück. Jack vollzieht nun das Ritual und hält Vater und Tochter die Kelche hin. Angelica möchte sich für ihren Vater opfern, und Blackbeard greift ohne weiteres zu dem Kelch, in dem laut Jack auch die Träne von Syrena ist. Als Angelica aus dem anderen Kelch getrunken hat, eröffnet er den beiden, dass er die Kelche vertauscht hat, so dass es letztlich Angelica ist, die weiterleben darf.

Barbossa verlangt nun Blackbeards Schiff und Crew als sein Eigentum und zieht mit ihnen von dannen. Er verbrennt seinen Brief, zieht seine Piratenkleidung an und fährt mit seiner neuen Crew nach Tortuga.

Philip, der bei dem Kampf an der Quelle schwer verwundet worden ist, liegt an dem Teich, an dem er Syrena gerettet hatte. Diese bietet ihm an, ihn zu retten, wenn er darum bäte. Er bittet sie um Vergebung, woraufhin sie ihn ergreift und mit ihm in der Tiefe verschwindet.

Unterdessen setzt Jack Angelica, die wieder auf ihn wütend ist, auf einer einsamen Insel aus und hinterlässt ihr eine Pistole mit nur einer Kugel. Als Jack die Insel wieder verlässt, schießt Angelica auf ihn, ohne ihn zu treffen.

Am Strand einer anderen Insel trifft er auf Gibbs, der ihm seinen Kompass zurückgibt. Gibbs eröffnet Jack, dass er die Miniaturausgabe der Black Pearl zusammen mit dem Rest von Blackbeards Sammlung aus der Queen Anne’s Revenge stehlen konnte. Beide sind ratlos, wie sie die Pearl aus der Flasche befreien könnten und verschwinden aus dem Bild.

Im Abspann wird noch gezeigt, wie Angelica die Voodoo-Puppe von Jack findet und schmunzelnd in Besitz nimmt.

 

Kritik:

Nach dem Abschluss der alten Pirates-Trilogie wird hier ein Neuanfang versucht: Regisseur Gore Verbinski wurde durch den seit “Chicago” bekannten Rob Marshall ersetzt, von den Charakteren sind lediglich Jack Sparrow, Hector Barbossa, Joshamee Gibbs und die Nebenfiguren Lt. Groves und Lt. Gillette übrig geblieben. Dafür eine neue Story, neue Charakter und eine Schwerpunktverlagerung: Gerade der Wechsel zu Jack Sparrow als unumstrittener Hauptfigur ist für die Geschichte ein riesiger Vorteil, genau wie im Vergleich zu den Vorgängern geradlinigere Handlung. Gerade in dem Bereich kehrt man stärker zu den Anfängen zurück, was dem Film eigentlich nur nützt.

Schauspielerische Bestleistungen kann man in einer Abenteuer-Action-Fantasy-Komödie zwar nicht erwarten, aber Johnny Depp spielt den etwas exzentrischen Captain Jack sehr routiniert, und auch die Schlagabtausche mit Geoffrey Rush oder Penélope Cruz sitzen. Zudem wirkt Ian McShane in der Rolle des finsteren Piraten Edward Teach alias Blackbeard überzeugend bösartig und unheimlich. Neben den guten Hauptdarstellern fallen die Nebendarsteller mit Ausnahme von Kevin McNally eher durch schwächere Auftritte auf. Gerade die Chemie zwischen Sam Claflin und Àstrid Bergès-Frisbey stimmt meiner Meinung nach nicht besonders, was aber auch an der fehlenden Erfahrung der jungen Spanierin in großen Produktionen liegen kann. Ein großes Lob gebührt übrigens Penélope Cruz, die trotz ihrer Schwangerschaft ihre Rolle mit viel Einsatz verkörpert hat und nur in einigen Fällen von ihrer Schwester Monica gedoublet werden musste.

Was die Inszenierung insgesamt betrifft, so fällt leider erneut auf, dass sich bei Realfilmen die 3D-Technik nur lohnt, um dem Bild ein bisschen mehr Tiefe zu geben. Davon abgesehen ist es doch ganz angenehm, dass man auf den heutzutage üblichen CGI-Overkill verzichtet hat und stattdessen mehr Wert auf Stunts und solide Kameraarbeit gelegt hat. Gerade in den Kampfszenen fällt auf, dass die Schnitte teilweise zwar recht schnell sind, das Bild aber zu jeder Zeit gut erkennbar ist. Generell wirkt das Bild nicht hektisch, selbst in dem temporeichen Passagen des Films kann der Zuschauer alles detailliert sehen, ohne sich von künstlichen Bildunschärfen und gewollten Verwacklern irritieren lassen zu müssen.

Musikalisch bietet der Film nicht allzu viel neues. Der Bombast-Soundtrack der alten Trilogie von Hans Zimmer funktioniert immer noch, und die neu für diesen Film geschriebenen Stücke passen wunderbar ins Gesamtgefüge. Auch bei den Soundeffekten merkt man, dass sich die Mitarbeiter auf gewohntem Terrain befinden, so gibt es dort keine gröberen Aussetzer.

 

Fazit:

Mit dem neuesten Teil macht sich das Pirates of the Caribbean-Franchise nicht nur auf zu fremden Gezeiten, sondern man schafft es, der Story wieder neues Leben einzuhauchen. War man in den letzen Teilen gefangen in einer überladenen Story mit zwei eher blass agierenden Hauptcharakteren, so wirken Jack und Angelica als Duo weitaus lebhafter als Will Turner und Elizabeth Swann. Zwar konnte Rob Marshall das Rad nicht neu erfinden, aber die neue Story und die neuen Charaktere passen sehr gut in das Piraten-Universum hinein. So bietet “Fluch der Karibik 4” über zwei Stunden durchaus gute Popcorn-Unterhaltung, die nicht nur Fans der Serie begeistern kann. Allerdings sollte man sich gut überlegen, ob man wirklich den Aufpreis für die 3D-Version bezahlen will, da die Technologie in diesem Film nur etwas mehr räumliche Tiefe erzeugen kann, ohne plastische Effekte zu schaffen. Ansonsten kann ich diesen Film durchaus empfehlen.

 

Bewertung: 8 von 10 Punkten.

Kino-Review: Black Swan

Black_Swan_poster

Regie: Darren Aronofsky

Darsteller: Natalie Portman, Vincent Cassel, Barbara Hershey, Mila Kunis, Winona Ryder

Laufzeit: 103 Minuten

Kinostart in Deutschland: 20. Januar 2011

FSK: ab 16 Jahren

 

Zur Handlung:

Die junge Ballerina Nina Sayers (Portman) hat nur einen Traum: Bei der Aufführung des Schwanensees möchte sie die Hauptrolle der Schwanenkönigin übernehmen. Ihr Vorbild ist dabei die ältere Tänzerin Beth MacIntyre (Ryder), die nach der anstehenden Saison ihre Karriere beenden will.

Um die Rolle der Schwanenkönigin spielen zu können, muss Nina sowohl den fragilen weißen Schwan als auch den lasziven, verführerischen schwarzen Schwan verkörpern können. Beim Vortanzen bemerkt ihr Direktor, Thomas Leroy (Cassel) jedoch, dass Nina für die Rolle des schwarzen Schwans die Leidenschaft fehlt. Nina versucht, ihn umzustimmen, wird dabei von Thomas geküsst und beisst ihm in die Lippe. Daraufhin entscheidet sich Thomas, ihr doch die Rolle zu geben.

Nach der Vorstellung von Nina als neuer Primaballerina kommt es zur Konfrontation mit Beth, welche Nina vorwirft, die Rolle erlangt zu haben, indem sie mit Thomas geschlafen hat. Beth wirft sich noch am selben Abend vor ein Auto, überlebt aber schwer verletzt.

In der Folgezeit beginnt für Nina der harte Kampf, sich in die Rolle des schwarzen Schwans hinein zu versetzen. Nicht leicht für eine Frau, die von ihrer Mutter (Hershey), die in ihrer Jugend ebenfalls Tänzerin war, überbehütet wird. Dieser Druck hat Folgen: Einerseits entwickelt Nina einen Juckreiz, der immer wieder zu einer Wunde an ihrer Schulter führt, zum anderen beginnt sie, paranoid zu werden. Am meisten fürchtet sie sich, dass die junge Lily (Kunis), die von der Westküste nach New York gekommen ist, ihr ihren Platz streitig machen könnte. Lily versucht jedoch, sich mit Nina anzufreunden und geht mit ihr auch an einem Abend weg. Dabei nehmen beide Frauen Drogen zu sich und lernen Männer kennen. Als Nina und Lily schließlich in Ninas Wohnung zurück kehren, haben sie miteinander Sex.

Als Nina am nächsten Tag verspätet zur Probe erscheint, erkennt sie mit Schrecken, dass Lily bei einer Durchlaufprobe die Rolle des schwarzen Schwans übernommen hat. Nina konfrontiert Lily und fragt diese, warum sie Nina nicht geweckt hat, bevor sie das Haus verlassen hat. Lily entgegnet ihr darauf, dass sie die Nacht mit einem der Männer verbracht hat, woraufhin Nina realisiert, dass sie halluziniert hat.

Dabei bleibt es allerdings nicht: In späteren Halluzinationen hört sie die Bilder ihrer Mutter sprechen und zerstört diese im Anschluss. Aus der Wunde an ihrer Schulter zieht sie eine schwarze Feder heraus, und schließlich verwandeln sich ihre Beine in die eines schwarzen Schwans. Nina stürzt, stößt sich den Kopf und bleibt bewusstlos liegen.

Als sie am nächsten Tag, am Tag der Premiere, erwacht, hat ihre Mutter sie in ihrem Zimmer eingeschlossen und das Theater informiert, dass Nina nicht kommen könnte. Daraufhin kommt es zu einer handgreiflichen Auseinandersetzung zwischen Mutter und Tochter, und Nina schafft es mit Hilfe von Gewalt, die Wohnung zu verlassen. Im Theater angekommen erfährt sie, dass ihre Zweitbesetzung Lily für sie auftreten soll, kann sie Thomas mit einen ungewohnt harten Ton überzeugen, dass sie doch auftreten kann.

Im ersten Akt tanzt sie als weißer Schwan, ist jedoch unkonzentriert und stürzt schließlich. Als sie danach in die Umkleide zurückkehrt, sieht sie Lily, die anbietet, für Nina den schwarzen Schwan zu tanzen. Zwischen den beiden Frauen kommt es zu einem Handgemenge, in dem Nina Lily schließlich mit einer Spiegelscherbe niedersticht. Lily verblutet.

Zum nächsten Akt kehrt Nina als schwarzer Schwan auf die Bühne zurück und tanzt diesen makellos; in ihrer eigenen Vorstellung wachsen ihr auch schwarze Federn, und zum Ende hin verwandelt sie sich tatsächlich in einen schwarzen Schwan. Aus dem Publikum gibt es Standing Ovations, und mit einem zufriedenen Gefühl kehrt Nina zurück in ihre Umkleide. Als dort jedoch Lily auftaucht und ihr zu ihrer Leistung gratuliert, erkennt sie, dass auch der Kampf zwischen den beiden lediglich eine ihrer Halluzinationen war – tatsächlich hat sich Nina bei dem Kampf selbst verletzt.

Zum letzten Akt tanzt Nina wieder im Kostüm des weißen Schwans und tanzt diesen perfekt. Nach ihrem finalen Abgang stürmen ihre Kollegen und Thomas auf sie zu und wollen ihr zu ihrer Leistung gratulieren. Dann bemerken sie jedoch die Wunde auf Ninas Bauch, und Thomas verlangt nach einem Notarzt. Thomas fragt Nina, was sie gemacht habe, und mit einem letzten Lächeln entgegnet diese: “Ich war perfekt”, bevor das Bild langsam weiß wird…

 

Kritik:

Die Geschichte von “Black Swan” zeigt eindeutige Parallelen zur Karriere von Natalie Portman auf: Wenngleich sie schon früher wenig unschuldige Figuren gespielt hat, so wirkte sie bislang eher wie die Hauptfigur Nina: unschuldig, zerbrechlich, ein perfekter weißer Schwan. Umso erstaunlicher ihre Performance in “Black Swan”, wo sie viele ihrer bisherigen Tabus über Bord geworfen hat: Nacktszenen? Sexszenen? Sinnliche Laszivität? Was bislang im Zusammenhang mit Portman undenkbar war, hat sie hier verkörpert. Insoweit ist nicht nur ihr Charakter, sondern auch sie selbst in den schwarzen Schwan verwandelt worden. Welchen physischen Einsatz sie dafür geleistet hat, zeigt sie dieses Mal auch sehr offen: Um eine Ballerina spielen zu können, hat sie viel Körpergewicht verloren, gleichzeitig aber an Muskulatur am Rücken und den Beinen zugelegt. Dennoch wirkt sie graziler, zerbrechlicher, genau wie die Figur, die sie verkörpert. Dadurch wird sie aber sehr authentisch, und der Zuschauer kann sich sehr gut in die Gefühlswelt der Protagonistin hineinversetzen.

Um dies zu erreichen, zieht Regisseur auch alle Register denkbarer visueller Umsetzung. Anstatt den Wahn zumindest teilweise subtil darzustellen, wird der Zuschauer durch die pure Wucht visueller Effekte erdrückt. An manchen Stellen mag das beeindruckend wirken, an anderen Stellen, z.B. bei der vermeintlichen Transformation Ninas in ihrem Schlafzimmer wirkt es eher plump. So erinnert die Szene, als Nina aus ihrer wunden Schulter eine schwarze Feder gezogen hat, an den David Cronenberg-Klassiker „Die Fliege“, was für einen Horrorfilm zwar passend erscheint, aber nicht für einen Psycho-Thriller wie „Black Swan“. Aber auch an anderen Stellen versucht Aronofsky mit eher plumpen Schockeffekten zu punkten, was zu der Thematik des Films nur bedingt passt.

Musikalisch vertraut der Regisseur auf seinen Haus und Hof-Komponisten Clint Mansell. Im Gegensatz zu früheren Kooperationen (bspw. „Requiem for a Dream“) kann sich Mansell jedoch nicht so frei entfalten wie sonst, wird ihm doch durch Tschaikowskys „Schwanensee“ das Leitmotiv des Films quasi vorgegeben. Dennoch überzeugt der Score, und auch der nicht auf dem offiziellen Soundtrack erscheinende Mix der Chemical Brothers passt gut zum Film. Dagegen ist die Kameraführung an manchen Stellen etwas enttäuschend: Der Verzicht auf eine Steadycam bei den Szenen, bei denen Nina durch die Straßen geht, sorgt beim Zuschauer aufgrund der Bildschwankungen eher für Irritation und vielleicht sogar für Übelkeit.

Abgesehen von der bereits oben angesprochenen One-Woman-Show Natalie Portmans können die übrigen Darsteller ihr ganzes Potenzial nicht ausschöpfen. Dafür sind ihre Charaktere zu eindimensional und zu unbedeutend. Eigentlich schade, da so eine gute Darsteller-Riege eher austauschbar wirkt.

 

Fazit:

„Black Swan“ wurde für insgesamt 5 Oscars nominiert: Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin, Beste Kamera, Bester Schnitt. Mit Fug und Recht kann man wohl behaupten, dass Natalie Portman den Oscar als beste Hauptdarstellerin sicher haben dürfte – keine ihrer Konkurrentinnen lebt ihre Rolle so intensiv aus wie sie. Was die anderen Oscars angeht, so dürften meiner Meinung nach vor allem die Coen-Brüder mit „True Grit“ mehr Chancen auf einen Erfolg haben.

Vom Oscar abgesehen handelt es sich bei „Black Swan“ um einen guten, wenngleich nicht sehr guten Thriller, der zeigt, welche Folgen Leistungsdruck auf eine sensible Person haben können. Gerade Natalie Portman, die für viele wie ein reales Vorbild ihres Charakters Nina erscheint, macht den Film durch ihr intensives Spiel und das Ausloten ihrer eigenen Grenzen besonders sehenswert. Allerdings sollte man nicht mit einer zu großen Erwartungshaltung in den Film gehen, da er zwar zu den besseren Filmen des Jahres 2011 gehören dürfte, aber vermutlich noch weit davon entfernt ist, der beste Film des Jahres zu sein.

 

Bewertung: 8 von 10 Punkten.

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